Die  Tätigkeit  der  im  Deutschen  Reiche  errichteten  staatlichen
Anstalten  zur  Gewinnung  von  Tierlymphe  während  des
Jahres  1904.

Nach  den  Jahresberichten  der  Vorstände  zusammengestellt  im  Kaiserlichen  Gesundheitsamte.

Im  Berichtsjahre  bestanden  im  Deutschen  Reiche  22  staatliche  Anstalten  zur  Gewinnung
  von  Tierlymphe.

1.  Allgemeine  Mitteilungen.
Das  Personal.

In  Berlin  schied  im  Monat  November  die  Schreibgehilfin  der  Anstalt  aus,  die
Stelle  wurde  durch  eine  andere  weibliche  Hilfskraft  besetzt.  In  Oppeln  übernahm  der
aus  Beuthen  nach  Oppeln  versetzte  Kreisassistenzarzt  Dr.  Frey  die  Assistentenstelle  im  Impfinstitut,
  aus  der  nunmehr  Dr.  Dittel  schied.  In  Hannover  legte  der  bisherige  Assistent
am  1.  Oktober  sein  Amt  nieder,  an  seine  Stelle  trat  der  Kreisassistenzarzt  Dr.  Frech.  In
Cassel  trat  an  die  Stelle  des  Dr.  Wittich  der  Kreisassistenzarzt  Dr.  Dohrn.  In  München
wurde  der  bisherige  Diener  als  Wärter  in  das  Kontumazgebäude  versetzt,  während  für  die
Anstalt  ein  verheirateter  Diener  zur  Anstellung  gelangte,  dessen  Frau  die  Reinigung  der
drei  Gebäude  zu  besorgen  hat.  Der  Hausmeister  hatte  sich  bis  zur  Einstellung  der  Impftiere
  mit  der  Zentralheizung  unter  der  Anleitung  eines  im  Tagelohn  arbeitenden  Heizers
vertraut  zu  machen,  um  zu  geeigneter  Zeit  den  Heizdienst  übernehmen  zu  können.  In
Stuttgart  trat  in  der  zweiten  Hälfte  des  Jahres  ein  Wechsel  in  der  Person  des  Wärters
ein.  In  Hamburg  wurde  an  Stelle  des  bisherigen,  als  invalide  ausgeschiedenen  Pförtners
ein  früherer  Photograph  angestellt,  der  gleichzeitig  mit  der  Ausführung  photographischer
Arbeiten  betraut  werden  konnte.

Die  Räume  der  Anstalten.

In  Königsberg  i.  Pr.  blieben  die  Anstaltsräume  bis  auf  einige  sich  alljährlich
wiederholende  Neuanstriche  unverändert.

In  Oppeln  wurde  der  Schweinestall  durch  Ausmauerung  einiger  Ställchen  in  einen
Kaninchenstall  umgeändert.  Im  Kälberstall  wurde  ein  Fenster  in  eine  Glastür  umgewandelt,
um  eine  ungestörte  Verbindung  sämtlicher  Anstaltszwecken  dienender  Räume  zu  haben.

Der  Hofraum  zwischen  Impfkälberstall  und  Versuchsstall  wurde  durch  Zementierung
des  Fußbodens  befestigt  und  durch  ein  Eisentor  gegen  den  Schlachthof  abgegrenzt.

In  Hannover  wurde  der  bisher  für  10  Kälber  bestimmte  Stall  durch  eine  Querwand
  in  zwei  vollständig  getrennte  Teile  zerlegt,  von  denen  der  nach  der  Schlachthofstraße

hin  gelegene  Teil  mit  4  Ständen  als  Beobachtungsstall  benutzt  wird,  während  der  andere
Mediz.-stat.  Mittell.  a.  d.  Katserl.  Gesundheitsamte.  Bd.  1X.