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Kriechloch  in  einer  Reihe  angebracht.  Jede  Zelle  hat  besondere,  zur  Hälfte  aufklappbare,
dicke  Holzdeckel,  von  wo  aus  die  Besichtigung  der  Nester  und  die  Reinigung  der  Zellen
vorgenommen  werden  kann.  Jede  Zelle  hat  ungefähr  die  Innenmaße  40:  35:  30  cm.  Mittels
eines  in  das  Kriechloch  eingepaßten  Ziegelsteines  läßt  sich  eine  jede  Zelle  abschließen.  Damit
die  Deckel  nicht  beschmutzt  werden,  kann  auf  ihnen  ein  leichtes  Schutzgitter  aufgestellt  werden.
Der  Stall  ist  in  drei  Abteilungen  durch  1½  m  hohe  Drahtgitter  geteilt.  Im  hinteren
Teil  sind  die  Zuchttiere  mit  1  bis  2  ausgewachsenen  Rammlern  untergebracht.  Hier  können
beim  Vorhandensein  von  mehr  als  6  weiblichen  Kaninchen  auch  noch  Holznistkästen  aufgestellt
  werden.  Der  mittlere  Teil  gehört  den  halbwüchsigen,  für  Impfzwecke  bestimmten
Tieren;  von  ihnen  werden  die  männlichen  immer  zuerst  zu  Versuchen  herangezogen.  Altere
männliche  Tiere  sind  von  diesem  Abteil  ausgeschlossen  wegen  der  öfter  beobachteten  Verletzungen
  der  Geschlechtsteile  an  den  jungen  Tieren.  Der  vordere  Teil  ist  bestimmt  für  die
geimpften  Tiere  und  zum  Wechseln  bei  gründlicher  Reinigung  der  anderen  Abteilungen;  hier
besteht  auch  noch  ein  großer,  in  12  Fächer  geteilter  Wandschrank  mit  Gittertürchen  und  einem
Blechbeschlag  des  Fußbodens  für  die  unter  Beobachtung  stehenden  Kaninchen.  Dadurch  sind
die  früher  benutzten  Blechnummern,  welche  mittels  Bleidraht  in  dem  Ohre  befestigt  wurden,
überflüssig  geworden.  Eine  kleine  Tafel  an  jedem  Fach  ermöglicht  die  Niederschrift  von
Notizen  über  Impftag,  Impfstoff  usw.  An  sehr  kalten  Wintertagen  kann  in  diesem  Abteile
auch  noch  ein  Gasofen  gefeuert  werden.  Der  Raum  ist  wegen  der  Herstellung  in  Zement
und  Wellblech  feuersicher.  Die  beweglichen  Oberlichtfenster  sind  durch  Drahtgaze  gegen  den
Besuch  von  Katzen  oder  Wieseln  geschützt  und  können  im  Winter  durch  Bretterläden  geschlossen
werden.  Die  eiserne  Tür  hat  ein  Klappfenster  mit  Drahtgitter  zum  Beobachten  der  Tiere.
Für  die  Verabreichung  von  Grün=  oder  Dürrfutter  ist  in  jedem  Abteil  eine  kleine  Raufe
aufgestellt.  Es  sind  einmal  70  große  und  kleine  Tiere  in  dem  Stalle  untergebracht  gewesen.
Da  die  feinhäutigen  Kaninchen  einer  besonderen  Pflege  bedürfen  und  gegen  die  Winterkälte
sehr  empfindlich  sind,  mußte  der  Stall  besonders  fest  gebaut  und  mit  Heizvorrichtung  versehen
  werden.  ·

In  Hamburg  sind  die  Einrichtungen  der  Staatsimpfanstalt  im  Jahre  1904  durch
den  Anbau  eines  Kaninchenstalles  an  das  schon  vorhandene  Stallgebäude  vervollständigt
worden.  Dieser  Kaninchenstall  mißt  2,40  zu  3  m  bei  2,3  m  Höhe.  In  dem  Stalle  befinden
sich  2  größere  Buchten  mit  je  einem  Auslauf  in  besondere  Drahtgehege.  Die  Drahtgehege  liegen
nebeneinander,  messen  je  1,50  zu  2  m  und  haben  zementierten  Boden  und  darüber  Sand.
Die  eine  Bucht  ist  mit  einer  Drahttür  und  Gitter  abgeschlossen;  die  andere  hat  eine  feste
Tür  und  kann  auch  größere  Tiere  aufnehmen,  z.  B.  einen  Esel  oder  ein  Kalb.  Zur  Erwärmung
  des  Stalles  dient  ein  Gasofen.  In  diesem  Stalle,  sowie  in  dem  zwischen  ihm
und  dem  Hauptstallgebäude  gelegenen  Schuppen  befinden  sich  Wandbretter  zur  Aufstellung
von  Kaninchenkäsigen.  Die  Räume  für  die  Kaninchen  haben  Torsstreu.

Die  inneren  Einrichtungen  des  eigentlichen  Anstaltsgebäudes  wurden  wesentlich  verbessert.
Mehrere  Räume  erhielten  anstatt  des  Leimfarbenanstriches  einen  Anstrich  in  Olfarbe,  so  der
Impfsaal  nebst  seiner  Vorhalle  und  den  kleinen  Nebenräumen,  das  Zimmer  des  Oberimpfarztes
  und  die  Vorhalle  zum  Impfbureau.  Der  Impfsaal  wurde  außerdem  auch  noch  mit
Linoleum  belegt.  Die  elektrische  Klingel  am  Eingange,  welche  bisher  nur  in  der  Wohnung
des  Gehilfen,  also  in  dem  ersten  Stocke  ertönte,  wurde  auch  nach  dem  Stallgebäude  geleitet.
Der  im  Stall  arbeitende  Gehilfe  kann  also  jetzt  hören,  wenn  jemand  am  Haupteingange
Einlaß  begehrt.  Für  das  photographische  Zimmer  ist  ein  Vergrößerungsapparat  von  der
Firma  Zeiß  in  Jena  beschafft  und  bereits  mehrfach  benutzt  worden.

Die  Räume  der  Anstalt  erwiesen  sich  als  zweckdienlich,  jedoch  ist  eine  Regelung  der