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tiere  geringeren  Schwierigkeiten  begegnete  als  in  früheren  Jahren;  trotzdem  wurde  eine
Quarantäne  der  Tiere  in  einem  von  der  Impfstelle  entfernten  Stallraum  für  erforderlich
erachtet  und  auch  durchgeführt.  Die  einzustellenden  Tiere  wurden  sämtlich  vorher  der
Tuberkulinprobe  unterworfen;  nur  nicht  reagierende  Tiere  wurden  übernommen.  Vier  Tiere
haben  diese  Probe  nicht  bestanden  und  wurden  dem  Lieferanten  ungeimpft  zurückgegeben.
Das  Leihgeld  betrug  immer  noch  70  M  für  das  Tier.  Die  Höhe  dieses  Betrages  wird
von  keiner  anderen  deutschen  Lymphegewinnungsanstalt  erreicht.  Es  darf  jedoch  dabei  nicht
übersehen  werden,  daß  für  die  auf  Tuberkulose  reagierenden  Tiere  bei  der  Rückgabe  keine
Entschädigung  gewährt  wird  und  daß  der  Händler  mit  der  Verwertung  des  Fleisches  der
geimpften  Tiere  unter  den  in  Darmstadt  im  Schlächtereigewerbe  bestehenden  Verhältnissen
große  Schwierigkeiten  findet.

In  Schwerin  wurden  die  Impftiere  wiederum  von  einem  Schlächter  für  eine  Leihgebühr
  von  15  JX  für  das  Kalb  geliefert.

In  Weimar  wurden  im  Berichtsjahre  21  Tiere,  und  zwar  5  erwachsene  und
16  Kälber  geimpft.  Die  Leihgebühr  stellte  sich  einschließlich  der  Entschädigung  für  Fellentwertung
  bei  großen  Tieren  auf  25  bis  30  -Z,  bei  Kälbern  auf  6  bis  10  M.  Die
Beschaffung  hatte  keine  Schwierigkeiten,  da  die  Klauenseuche  in  dortiger  Gegend  erloschen  ist.
Wenn  tunlich,  wurden  die  neu  gelieferten  Tiere  einer  mehrtägigen  Beobachtung  unterzogen,
und  es  konnten  einige  mit  übelriechender  Diarrhöe  behaftete  Kälber  zurückgestellt  werden.
Von  großen  Tieren  wurden  nach  den  üblen  Erfahrungen  mit  unruhigen  oder  ängstlichen  nur
solche  geimpft,  die  ruhiger  Art  waren.  Die  fünf  Ochsen  stammten  aus  dem  Stalle  eines
Gutsbesitzers  bei  Apolda,  dessen  Zucht  erfahrungsgemäß  frei  von  Tuberkulose  ist;  von  ihnen
ist  keiner  krank  befunden  worden.

Im  Jahre  1903  ist  zunächst  die  Reinzucht  eines  Stammes  von  weißen  Kaninchen
mit  roten  Augen  gelungen.  Die  Inzucht  scheint  Feinheit  der  Haut  begünstigt  zu  haben.
Der  Stamm  ist  nur  mittelgroß.  Coccidiose  und  mit  Löffelseuche  behaftete  Tiere  konnten
damals  ausgeschieden  werden,  nachdem  an  ersterer  verschiedene  Würfe  zugrunde  gegangen
oder  in  der  Entwickelung  zurückgeblieben  waren.  Anderweitige  Erkrankungen  kamen  bei  den
Kaninchen  nicht  vor.  Noch  nicht  ausgeschieden  werden  konnte  der  Einfluß  einer  Zuchtrichtung
  mit  besonders  reichlichem  und  rasch  nachwachsendem  Wollhaar.  Bei  solchen  Tieren
war  bereits  4  24  Stunden  nach  dem  Rasieren  das  Wollhaar  in  einer  Länge  von  1  bis
2  mm  auf  der  ganzen  Impffläche  nachgewachsen,  während  bei  anderen  Tieren  die  ganze  Haut
nackt  blieb.

In  Bernburg  hat  die  Beschaffung  guter  Impftiere  zu  keiner  Zeit  im  Berichtsjahre
Schwierigkeiten  gemacht.  Gegen  eine  Leihgebühr  von  8  M  lieferten  die  hiesigen  Fleischer
stets  brauchbare  Tiere.

In  Lübeck  wurden  wiederum  Mastkälber  im  Alter  von  6  bis  8  Wochen  eingestellt,
welche  gegen  eine  Leihgebühr  von  5,50  M  für  das  Stück  aus  der  Umgegend  beschafft  waren.

In  Hamburg  wurden  45  Kälber  norddeutscher  Zucht  eingestellt,  davon  8  lediglich
für  Versuchszwecke.  Das  Leihgeld  betrug  je  20  M.  Außerdem  wurden  95  Kaninchen  zu
Versuchen  herangezogen.  Von  sonstigen  Versuchstieren  sind  zu  nennen:  1  Hammel,  1  Lamm,
1  Schwein  und  einige  Katzen;  sie  dienten  zur  Erforschung  der  Beziehungen  der  Variola  und
der  Vakzine  zueinander  und  zur  Ovine.

Die  zur  Impfung  und  zur  Erprobung  des  Impfstoffes  bestimmten  Kaninchen  und
ihre  Jungen  wurden  bis  zu  der  im  September  erfolgten  Fertigstellung  des  Kaninchenstalles
in  einigen  der  für  die  Kälber  bestimmten  Buchten  und  in  allerlei  Kisten  und  Käfigen,  zum