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Teil  sehr  kümmerlich  untergebracht.  Der  neue  Stall  gewährt  den  Tieren  frische  Luft  und
freiere  Bewegung  und  dadurch  bessere  Unterkunft.  «

In  Straßburg  i.  E.  wurden  die  Tiere  durch  den  Schlachthausaufseher  auf  dem
Markt  im  Schlachthause  gekauft,  gewöhnlich  bei  reichlicher  Auswahl;  es  wurden  solche  Tiere
genommen,  welche  sich  hinsichtlich  des  Geschlechtes,  der  Farbe,  der  Haut  und  des  Alters  am
besten  zur  Impfung  eigneten,  für  diese  wurde  auch  ohne  weiteres  der  höchste  Marktpreis  gezahlt.
Der  Tierarzt  untersuchte  die  Tiere  vor  der  Einstellung,  insbesondere  darauf,  ob  die  Temperatur
normal,  die  Haut  rein  und  der  Nabel  gut  geheilt  ist;  dann  blieben  sie  noch  einen  Tag  stehen
bis  zur  Impfung.  Im  Stall  wurden  sie  vorschriftsmäßig  auf  frischem  Stroh  gelagert,
das  nach  Bedürfnis  erneuert  wurde.  Das  als  vollwertig  anerkannte  Fleisch  der  geschlachteten
Tiere  verpflichtete  sich  ein  Fleischer  das  ganze  Jahr  hindurch  abzunehmen,  allerdings  zu  einem
etwas  geringeren  Preise  als  der  Marktpreis  betrug.  Der  Verlust  schwankte  für  das  Tier
zwischen  10  und  20  ;  er  war  am  höchsten,  wenn  zufällig  beim  Ankaufe  der  Preis
der  Kälber  hoch  und  beim  Wiederverkauf  niedrig  war.  Beim  Ankaufe  werden  sonst  die
weiblichen  Kälber  vorgezogen,  weil  bei  ihnen  die  Vorbereitung,  namentlich  das  Rasieren,
und  die  Reinhaltung  nach  der  Impfung  leichter  sind.  Doch  mußte  im  Berichtsjahre
darauf  verzichtet  werden,  weil  die  meisten  Kälber  im  Jahre  1903  wegen  Futtermangels
verkauft  wurden  und  dafür  die  im  Jahre  1904  geborenen,  insbesondere  die  weiblichen,
zur  Nachzucht  behalten  wurden.  Der  Farbe  nach  wurden  tunlichst  helle  Tiere  gewählt,
z.  B.  weißgelbe,  gelb=  oder  rotgescheckte,  weil  bei  diesen  die  Haut  feiner  ist,  der  Impfstoff
besser  haftet,  und  besonders  weil  bei  dunkelfarbigem,  vornehmlich  schwarzhaarigem  Pelz  die
Haut  pigmentiert  ist,  dieses  Pigment  beim  Abkratzen  der  Pusteln  mitgenommen  wird  und
dem  Impfstoff  eine  graue  Farbe  gibt.

(Bergleiche  die  Tabelle  auf  Seite  58  und  59.)

Die  Ernährung.

In  Königsberg  i.  Pr.  erhielten  die  Tiere  im  Durchschnitt  10  1  erwärmte  Vollmilch
täglich.  Zur  Lagerung  diente  in  der  ersten  Zeit  Stroh,  gegen  Ende  der  Impfzeit  wurde
Holzwolle  benutzt.  Die  durchschnittliche  Gewichtszunahme  betrug  1  kg.

In  Berlin  wurden  den  Kälbern  täglich  durchschnittlich  3  ½/2  1  Vollmilch  mit  einem
Zusatze  von  Leinsamenschleim  sowie  6  Eier  verabfolgt.  Hierbei  nahmen  die  Tiere  im  Durchschnitt
  um  O,r  kg  zu.  Die  höchste  Gewichtszunahme  während  der  Verpflegung  in  der  Anstalt
  stellte  sich  auf  3  kg,  die  höchste  Gewichtsabnahme  auf  2  kg.

In  Stettin  bestand  die  Nahrung  der  Tiere  in  Milch  und  Weizenschrotmehl.  Eier
wurden  nicht  mehr  gegeben.  Die  Wägungen  ergaben  bei  den  61  Kälbern  im  ganzen  eine
Gewichtszunahme  von  42  kg,  im  Durchschnitt  0,6  kg  für  jedes  Kalb,  die  Höchstzunahme
betrug  1  kg.  Den  Tieren  wurde  auf  den  Lattenrosten  eine  Streu  aus  Holzwolle  bereitet;
Stroh  wurde  nicht  mehr  verwendet.

In  Oppeln  wurde  die  Ernährung  gegen  das  Vorjahr  nicht  verändert.  Von  den
Kälbern  nahm  keines  an  Gewicht  ab,  37  oder  etwa  35  %  blieben  an  Gewicht  gleich,  68
nahmen  zu  und  zwar  von  0,  bis  10  kg.  Die  durchschnittliche  Zunahme  betrug  für  jedes
der  geliehenen  105  Kälber  1/12  kg.

In  Halle  a.  S.  erhielten  die  Kälber  ausschließlich  Vollmilch  und  zwar  Kindermilch.
Für  19  Kälber  wurde  sie  von  dem  landwirtschaftlichen  Institut,  auf  dessen  Grundstück  das
Impfhaus  liegt,  geliefert.  Während  die  aus  dem  landwirtschaftlichen  Institut  bezogene  Milch
fast  unmittelbar  nach  dem  Melken  dargereicht  werden  konnte,  war  die  von  der  Molkerei  entnommene
  bei  weitem  weniger  frisch,  da  sie  von  auswärts  erst  nach  der  Stadt  gebracht  werden