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Impfstoffes  von  tierärztlicher  Seite  kein  Einspruch  erhoben  wurde,  so  kam  er  doch  nicht  zur
Abgabe,  da  ohnehin  das  Aussehen  der  zusammengeflossenen  Pusteln  nicht  günstig  war.  Die
übrigen  Impftiere  gaben  hinsichtlich  ihres  Gesundheitszustandes  zu  keinen  Bemerkungen
Anlaß.

In  Dresden  wurden  2  Tiere  ungeimpft  zurückgegeben,  davon  1  großes  Rind  wegen
Tuberkulinreaktion  und  1  Kalb,  welches  wegen  Verdauungsstörungen  notgeschlachtet  werden
mußte.  Am  Morgen  nach  der  Impfung  wurde  1  Kalb  tot  im  Stalle  gefunden;  Todesursache
  war  der  Durchbruch  eines  Magengeschwürs.  Bei  den  abgeimpften  Tieren  ergab  der
Schlachtbefund  7  mal  alte  tuberkulöse  Drüsen,  1  mal  Nierenentzündung.

In  Leipzig  war  der  Gesundheitszustand  der  Tiere  im  allgemeinen  gut,  nur  1  mal
ergab  der  Sektionsbefund  eine  entzündliche  Schwellung  des  Dünndarms  und  der  zugehörigen
Gekrösdrüsen.  Die  Lymphe  dieses  Tieres  wurde  verworfen.  Im  übrigen  waren  die  Schlachtbefunde
  stets  tadellos.

In  Stuttgart  wurden  als  Impftiere  schöne  und  wohlgenährte  Rinder  im  durchschnittlichen
  Alter  von  1  Jahr  gelieferl;  manche  waren  fast  zu  groß  für  den  Operationstisch
und  von  solcher  Kraft,  daß  eines  (Nr.  60)  beim  Widerstand  gegen  die  Befestigung  auf  dem
Tische  einen  Bruch  des  rechten  Hinterbeins  erlitt  und  auf  einem  Wagen  nach  der  Anstalt
abgeholt  werden  mußte.  Bei  dem  Tiere  Nr.  53  fanden  sich  bei  der  Sektion  am  Nachmittage
nach  der  morgens  vorgenommenen  Abimpfung  graurötliche  Wucherungen  auf  dem  Rippenfell,
die  Lungen  und  Bronchialdrüsen  waren  geschwollen  und  blutig  durchtränkt,  auch  die  Milz
war  geschwollen.  Die  Lymphe  wurde  daher  von  dem  Tierarzt  der  Anstalt  wegen  Verdachts
der  Tuberkulose  für  unbrauchbar  erklärt,  auch  der  Genuß  des  Fleisches  wurde  von  dem  mit
der  Fleischschau  im  Cannstatter  Schlachthause  beauftragten  Ortstierarzt  beanstandet  und  sein
Verkauf  auf  der  Freibank  erst  nach  vorausgegangener  amtlicher  Durchkochung  gestattet.  Für
den  außergewöhnlichen  Verlust,  welchen  der  Lieferant  hierbei  erlitt,  wurde  ihm  von  dem
Medizinal-Kollegium  nach  Feststellung  des  Tatbestandes  eine  entsprechende  Entschädigung
gewährt.

Die  Körperwärme  stieg  in  der  Zeit  zwischen  Impfung  und  Abimpfung  gewöhnlich  um
1  bis  1,0.  Wo  sie  nicht  stieg,  durfte  man  auf  keinen  reichlichen  Ertrag  an  Lymphe  hoffen.
Die  regelmäßig  am  Sonnabend  geimpften  Tiere  (je  3  bis  4)  wurden  am  Mittwoch  darauf
abgeimpft  und  an  demselben  Tage  in  Gegenwart  des  Anstaltstierarztes  geschlachtet.  Dieser
stellte  über  das  Ergebnis  der  Sektion  ein  Zeugnis  aus  und  bezeichnete  diejenigen  Tiere,  bei
welchen  wegen  innerlicher  Krankheitsbefunde  von  der  Verwendung  der  Lymphe  Abstand
genommen  werden  mußte.  Es  war  dies  in  18  Fällen  nötig,  und  zwar  wegen  Tuberkulose
in  15,  wegen  Beinbruches  oder  Tuberkulose  und  Milzschwellung  in  je  1  Falle.  Das  Tier
Nr.  23  wurde  wegen  einer  Hautkrankheit  an  den  Geschlechtsteilen  nicht  abgeimpft.

Bei  mehreren  Tieren  war  die  Verwendung  der  Lymphe  infolge  mikroskopischen  oder
bakteriologischen  Befundes  eine  Zeitlang  gesperrt,  so  bei  den  Tieren  Nr.  50,  52,  54,  wo
es  sich  darum  handelte  festzustellen,  ob  die  vorgesundene  Schwellung  und  Hyperämie  der
Milz  als  Zeichen  einer  Blutzersetzung  aufzufassen  waren.  Diese  Befürchtung  erwies  sich
nach  Versuchen  an  weißen  Mäusen  als  unbegründet;  die  Lymphe  wurde  danach  wieder  freigegeben.
  Bei  den  Tieren  Nr.  1,  12,  47,  56  und  18  wurden  Streptokokken  in  der  Lymphe
gefunden.  Es  wurde  deshalb  von  dem  Impfstoff  der  Tiere  Nr.  1,  12,  47  kein  Gebrauch
gemacht,  der  von  den  Tieren  Nr.  56  und  18  wurde  erst  nach  längerer  Zeit  und,  nachdem
auf  Grund  wiederholter  Untersuchungen  und  Tierversuche  eine  Gefahr  nicht  mehr  zu  befürchten
war,  zur  Weiterimpfung  benützt.  Staphylokokken  fanden  sich  in  allen  Lymphesorten  in  mehr