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3.  Die  Impfung  der  Tiere  und  die  Entwickelung  der  Impfpusteln.

Der  benutzte  Impfstoff.
Hinsichtlich  des  zu  den  Tierimpfungen  benutzten  Impfstoffes  ist  den  Berichten

folgendes  zu  entnehmen:

Laufende  Nr.

Anstalt

Impfstiere  wurden  geimpft

mit

Tierlymphe


Menschenund
  Tierlymphe



Gesamtzahl
  der

geimpften
Tiere

Bemerkungen

—

Königsberg  i.  Pr.

Berlin

Halle  a.  ..  ..

Hannover

51

67

79

57

98

84

87

97

82

61

105

51

90

87

30  mal  Kinderlymphe  und  67  mal  Kälberlymphe.
  3  Tiere  dienten  zu  Versuchszwecken,
9  konnten  nicht  abgeimpft  werden,  weil  die
Pusteln  den  Anforderungen  nicht  entsprachen.

Die  Tierlymphe  war  in  74  Fällen  in  der
cigenen  Anstalt  gewonnen,  in  5  Fällen  aus
anderen  preußischen  Anstalten  bezogen.  Es
wurde  benutzt:  a)tierischer  Impfstoff  8.  Generation,
  von  humanisierter  Lymphe  abstammend,
  b)  desgl.  4.  Generation,  c)  Impfstoff
  aus  einer  preußischen  staatlichen  Anstalt,
d)  Retrovakzine  von  der  Berliner  Lymphe
abstammend,  e)  tierischer  Impfstoff  aus
einer  anderen  preußischen  Anstalt,  f)  Retrovakzine
  von  dem  Impsstoffe  zu  e  abgeleitet.

4malwurde  Kinderlymphe,  im  Übrigen  Kälberlymphe
  eigener  Fortzüchtung  benutzt  und
durch  mehrere  Generationen  geführt.

6  Kälber  wurden  mit  Kinderlymphe  geimpft,
der  gewonnene  Stoff  diente  lediglich  zur
Impfung  von  96  Kälbern.  1  Kalb  wurde  mit
Variolagift,  d.  h.  mit  einer  Verreibung  von
Variolaschorfen  geimpft,  2  Kälber  wurden
mit  dem  Material  geimpft,  welches  von  dem
ersten  Kalbe  stammte.

Alle  Tiere  wurden  mit  Kinderlymphe  geimpft,
die  von  dem  Dirigenten  der  Anstalt  in  den
öffentlichen  Impfterminen  unter  genauer
Kontrolle  des  Gesundheitszustandes  der
Impflinge  gesammelt  und  alsbald  mit
gleichen  Teilen  Glyzerinwasser  gemischt  war.

Die  Impfung  wurde  bei  82  Kälbern  mit  in
der  Anstalt  gewonnenem  Impfstoff  ausgeführt.
  1  Kalb  wurde  mit  amerikanischer
Lymphe  geimpft,  die  der  Dirigent  sich  aus
dem  New  Yorker  Institut  selbst  mitgebracht
hatte,  1  Kalb  mit  Kuhpocken-Inhalt  und
Detritus,  1  Kalb  mit  Bläscheninhalt  aus
Kuhpocken  auf  der  menschlichen  Hand,  4
Kälber  wurden  zum  Teil  mit  Stoff  geimpft,
der  von  einem  Varioloisfall  in  Kiel  herrührte,
  endlich  wurde  1  Kalb  mit  einem
Oppelner  Variolavakzinestamm  geimpft.

Im  Berichtsjahre  wurde  Kalb  Nr.  1  mit
Retrovakzine  der  eigenen  Anstalt  geimpft;
die  Pusteln  zeigten  eine  mangelhafte  Entwickelung,
  und  es  war  eine  deutliche  Abschwächung
  der  Virulenz  zu  erkennen,  sobald
der  Impfstoff  weiter  fortgezüchtet  wurde.
Infolgedessen  mußte  auf  Hannoversche  und
Cölner  Lymphe  zurückgegriffen  werden.  Im