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In  Oppeln  wurde  das  Verfahren  bei  der  Impfung  nicht  wesentlich  geändert.  Vor
der  Impfung  fand  eine  Desinfektion  der  Impffläche  mit  grüner  Seife  und  Sodalösung  statt.
Als  Impfinstrumente  wurden  Weichhardtsche  Messer  benutzt.

In  Halle  a.  S.  war  das  Verfahren  bei  der  Impfung  der  Tiere  das  gleiche  wie
früher;  es  wurden  parallele,  8  cm  lange  Schnitte  in  Abständen  von  1  bis  18  cm  Entfernung
  geführt,  nachdem  das  zwischen  Nabel  und  Schenkelbeugen  gelegene  Impffeld  mit
Seife  und  Pinsel  gereinigt  und  desinfiziert  war.  Die  Desinfektion  wurde  bei  den  ersten
Tieren  mit  Seifenspiritus,  bei  den  übrigen  mit  1%  Kresolseifenlösung  ausgeführt.  Der
Versuch,  beim  Abseifen  die  gewöhnliche  Seife  durch  Marmorseife  zu  ersetzen,  ergab  keine  Vorteile,
  da  zurückbleibende  Sandkörnchen  nicht  selten  das  Rasieren  erschwerten;  für  die  Reinigung
der  Hände  erwies  sie  sich  dagegen  als  sehr  brauchbar.

In  Hannover  wurde  die  Bauchfläche  hinter  dem  Nabel  als  Impffläche  beuutzt,  die
Reinigung  erfolgte  durch  Seise  und  Wasser,  1%  Lysollösung  und  abgekochtes  Wasser.

In  Cassel  war  das  Impfverfahren  dasselbe  wie  seither.  Als  Desinfektionsmittel
wurde  Kresolseisenlösung  verwendet.  Die  Instrumente  wurden  ausgekocht.

In  Cöln  erfolgte  die  Impfung  in  der  bisherigen  Weise.

In  München  bewährte  sich  die  Menschenlymphe  wieder  als  ein  außerordentlich  zuverlässiger
  Impfstoff,  besonders  für  die  Erzielung  hoher  Erträge.  Die  Stammlymphe  wurde
durchweg  mittels  des  Verfahrens  der  Flächenimpfung  auf  die  Tiere  übertragen.  Das  Verfahren
  bei  der  Verimpfung  von  Tierlymphe  bestand  in  der  Anlegung  von  einzelnen  Stichund
  Strich-Insertionen,  für  welche  in  der  Zahl  von  700  bis  800  das  Impffeld  eines
mittelgroßen  Kalbes  genügenden  Raum  gibt.  Ein  Deckverband  wurde  nicht  angelegt.

In  Dresden  wurde  nach  der  Impfung  in  der  Regel  ein  Tegminverband  angelegt,
17  Tiere  wurden  ohne  Verband  gelassen.

In  Leipzig  wurde  zur  Impfung  der  Kälber  teils  humanisierte  Lymphe,  teils  im
eigenen  Institut  erzeugte  Kälberlymphe  benutzt,  im  Anfange  der  Impfzeit  auch  solche,  die
aus  der  Anstalt  zu  Darmstadt  erbeten  war.  Die  Bedeckung  des  Impffeldes  fand  wieder
mit  dünn  gewalzter  Guttapercha  statt,  welche  mit  einer  dicken  Lösung  von  Gummi  in  Benzin
aufgeklebt  wurde.

In  Stuttgart  blieb  man  bei  dem  bisherigen  Verfahren:  Reinigung  der  Haut  und
Rasieren  mit  Seife  und  Übergießen  mit  abgekochtem  lauen  Wasser,  Abtupfen  mit  sterilisierter
Watte,  Anlegung  von  Längsstrichen,  welche,  fingerbreit  voneinander  entfernt,  mittels  eines
in  die  Lymphe  getauchten  hakenförmigen  Messerchens  vom  Nabel  gegen  die  Geschlechtsteile
gezogen  die  Haut  nur  leicht  ritzten,  Überfahren  der  Striche  mit  einem  biegsamen  Metallspatel,
  um  überschüssige  Tropfen  der  flüssigen  Lymphe  in  die  geritzte  Haut  einzupressen,
Belassen  des  entfesselten  Tiers  auf  dem  Operationstische  bis  zum  Eintritt  des  regelmäßigen
Blutumlaufs  in  den  eingeschnürt  gewesenen  Extremitäten  und  bis  das  Tier  fähig  ist,  wieder
sicher  auf  den  Füßen  zu  stehen  und  zu  gehen.  Auf  einen  Verband  des  Unterleibs  und  der
Geschlechtsteile  nach  der  Impfung  wurde  verzichtet.

In  Cannstatt  erfolgte  die  Abseifung  der  Impffläche  und  Abspülung  mit  warmem,
zuletzt  mit  gekochtem  Wasser  ohne  Zusatz  eines  Desinfektionsmittels,  hieran  schloß  sich  die
Anlegung  von  Impfflächen  und  sstrichen.

In  Karlsruhe  war  das  Impfverfahren  das  gleiche  wie  im  Vorjahre.  Es  wurde  unter
dem  Tegminverbande  5  Tage  (120  Stunden)  hindurch  die  volle  Reise  der  Impfpusteln  abgewartet.
  Diese  Art  der  Impfung  ermöglichte  nicht  allein  die  Gewinnung  einer  bakteriologisch
reinen,  sondern  auch  einer  fehr  haltbaren  Lymphe.