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In  Darmstadt  wurde  an  dem  Verfahren  der  Impfung  und  Abimpfung  nichts
geändert.  Daß  die  Impfung  erst  3  bis  6  Stunden  nach  dem  Rasieren  vorgenommen  wird,
ist  schon  in  früheren  Berichten  erwähnt.  Die  Reinigung  des  Impffeldes  geschah  mit  Wasser
und  Seife,  danach  mit  Lysolspiritus,  der  mit  gekochtem  Wasser  wieder  abgewaschen  wird
Die  Impfschnitte  haben  eine  Entfernung  von  1  ⅛  bis  2  em  voneinander  und  eine  Länge
von  10  bis  15  cm  und  nehmen  die  hinter  dem  Nabel  liegende  Bauchgegend,  den  Damm
und  die  innere  Oberschenkelfläche  ein;  besonders  ausgiebig  wird  auch  der  Hodensack  mit
Impfschnitten  bedacht,  da  sich  hier  die  Blattern  vorzüglich  entwickeln.  Die  Lymphe  wird
mit  dem  beschickten  Vakzinostyle  bei  der  Schnittführung  eingebracht.

Die  Erfolge,  die  sich  hinsichtlich  der  geringen  Keimzahl  für  die  Lymphe  durch  den
Tegminverband  ergeben  haben,  sind  so  vorzüglich  gewesen,  daß  von  seiner  Anwendung  nicht
abgesehen  werden  konnte.  Das  Tegmin  wird  in  einer  Darmstädter  Apotheke  hergestellt,
messerrückendick  auf  die  ganze  geimpfte  Fläche  aufgetragen  und  dann  mit  einer  Schicht  entfetteter
  Watte  bedeckt.  Der  Verband  hielt  in  der  Regel  nur  24  bis  36  Stunden,  wurde
aber  nicht  erneuert.  Trotzdem  erwies  sich  die  mit  Pusteln  bedeckte  Fläche  bei  der  Abimpfung
viel  reiner  als  früher,  wo  ohne  Tegmin  gearbeitet  wurde.

Die  Impfpusteln  wurden  vor  der  Abnahme  mit  Wasser  und  Seife  gereinigt  und  dann
mit  dem  scharfen  Löffel  in  bekannter  Weise  abgenommen.

In  Schwerin  wurde  die  Impfung  1mal  am  Einstellungstage  und  40mal  am  Tage
nach  der  Einstellung  vorgenommen.

Aus  Weimar  wurde  folgendes  berichtet:  Die  von  Kaninchen  gewonnene  Lymphe
hat,  in  Grammgläschen  gesammelt,  das  Aussehen  und  die  Beschaffenheit  der  üblichen
Glyzerinlymphe.  Diese  Lymphkonserve  ist  in  der  alten  Weise  auf  Kälber  und  Ochsen  übertragen
  worden.  Auf  der  glattrasierten  und  mit  gekochtem  Wasser  reichlich  abgewaschenen
Impffläche  wird  mittels  eines  dermatographischen  Stiftes  die  Anlegung  der  Schnitte  vorgezeichnet.
  Die  Nabelgegend  wird  dabei  in  reichlichem  Umfang  ausgeschaltet,  um  eine  ödematöse
  Anschwellung  dieser  Gegend  zu  verhüten,  was  bei  großen  Tieren  besonders  zu
beachten  ist.  Zollange  Impfschnitte  werden  mit  einem  derben  Impfmesser  angelegt.  Vor
je  1  bis  2  Schnitten  wird  das  Messer  in  das  Uhrglas  mit  der  Lymphe  eingetaucht.  Für
einen  großen  Ochsen  genügen  etwa  3  g  Lymphe  oder  2  Kaninchen.  Deckverbände  sind
nicht  mehr  benutzt  worden.  Die  Lagerstätte  der  Tiere,  auf  Rost  hergestellt,  wird  möglichst
staubfrei  und  rein  gehalten.

In  Bernburg  hat  das  Impsverfahren  —  Reihenimpfung  —  eine  Anderung  gegen
das  Vorjahr  nicht  erfahren,  auch  blieb  die  Desinfektion  des  Impffeldes  mit  Seife,  Bürste,
sterilem  Wasser  und  sterilen  Tüchern  dieselbe  wie  früher.

In  Lübeck  wurden  die  Räume  der  Anstalt  vor  jeder  Impfung  gründlich  gereinigt
und  desinfiziert.  Sämtliche  Instrumente  wurden  vor  dem  Gebrauche  ssterilisiert.  In  der
Impftechnik  trat  gegen  die  Vorjahre  in  sofern  eine  ÄAnderung  ein,  als  der  Impfstoff  teilweise
in  die  frischen  Impfschnitte  mechanisch  eingerieben  wurde.  Es  wurden  je  nach  der  Größe  der
Kälber  90  bis  190  Schnitte  an  der  rechten  seitlichen  Brustgegend  und  dem  Hinterbauch  angelegt.

In  Hamburg  wurde  an  der  im  Bericht  über  das  Jahr  1902  beschriebenen  Art  der
Impfung  und  Abimpfung  nichts  geändert.  Das  Alter  des  den  Tieren  verimpften  Stoffes
schwankte  zwischen  1  und  121  Tagen.

In  Straßburg  i.  E.  geschah  die  Impfung  mit  einer  vorher  mit  Impfstoff  versehenen
sterilisierten  Lanzette.  Es  wurden  schief  übereinander  gezogene  Längsschnitte  —  wie  ein
Netz  —  auf  der  Bauchgegend  bis  zum  Nabel  und  inneren  Schenkelfläche  angelegt.  Vorher
war  das  Impffeld  gründlich  mit  Seifenwasser  abgewaschen,  mit  warmem  Wasser  anhaltend