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abgespült  und  mit  in  Alkohol  getauchter  Watte  abgetupft  worden.  Die  Tiere  blieben  auf
dem  Tische  so  lange  liegen,  bis  die  aufgetragene  Lymphe  vollständig  eingetrocknet  war  und
sich  in  der  ganzen  Ausdehnung  der  Schnitte  eine  leicht  erhabene  quaddelartige  Infiltration
gebildet  hatte.  Ein  frisch  gewaschenes  leinenes  Tuch  wurde  während  der  Zeit  des  Trocknens
über  die  Impffläche  gebreitet.

In  Metz  erfolgte  die  Reinigung  und  Herrichtung  des  Impffeldes  wie  in  den  Vorjahren,
  jedoch  mit  dem  Unterschiede,  daß  vom  Kalb  Nr.  13  an  die  Desinfektion  nicht  mehr
mit  Lysol,  sondern  mit  Lysoform-Lösung  stattfand;  bei  der  Impfung  selbst  wurde  wie  in
den  Vorjahren  verfahren.

Die  Beschaffenheit  der  Impfpusteln.

In  Königsberg  i.  Pr.  wurde  von  den  94  für  die  Zwecke  der  öffentlichen  Impfungen
bestimmten  Tieren  bei  9  auf  die  Abnahme  verzichtet,  weil  bei  diesen  die  Pusteln  nicht  den
dort  gestellten  Anforderungen  an  Breite  und  Füllung  entsprachen.

In  Berlin  ließen  sich  in  der  ersten  Hälfte  des  Jahres  die  Impfpusteln  bei  der  Abnahme
  zwar  meist  in  langen  Strähnen  abheben,  indessen  fehlte  oft  der  Glanz,  welcher  den
guten  abnahmereifen  Impfpusteln  eigenartig  ist.  Im  März  zeigte  sich  einmal  eine  verlangsamte
  Entwickelung  der  Pusteln  bei  2  Tieren;  bei  der  Abnahme,  die  deshalb  später  erfolgte,
waren  die  Erträge  gering.  Ferner  ging  die  Wirksamkeit  der  Aussaatlymphe  rasch  herab.
Die  am  26.  Mai  verimpfie  Lymphe  ergab  zwar  gleichmäßig  reiche  Erträge  (26,5  g  auf
jedes  Tier);  als  sie  aber  am  2.  Juni  wieder  zur  Verwendung  gelangte,  entstanden  in  zwei
Fällen  keine  rechten  Pusteln;  es  hatten  sich  in  den  Impfschnitten  linienförmige,  weiche  Schorfe
gebildet,  welche  aufgeplatzt  waren  und  näßten.  Beim  Abkratzen  zerfielen  sie  in  kleine  Stücke.
Selbstverständlich  ist  diese  Lymphe  vernichtet  worden.  Seit  dem  August  zeigten  die  Pusteln
wieder  die  regelrechte  Beschaffenheit.

In  Stettin  hatten  die  Pusteln  meist  ein  gutes  Aussehen.

In  Halle  a.  S.  war  die  Entwickelung  der  Impfpusteln  bei  fast  allen  51  Tieren
vorzüglich,  nur  bei  4  spärlich  und  z.  T.  perlschnurartig.  Der  Ertrag  aller  Kälber  konnte
für  Menschenimpfungen  verwendet  werden.

Das  Reifen  der  Pusteln  auf  dem  Kalbe  beanspruchte  im  Durchschnitt  5  Tage  und
16  Stunden  (136  Stunden).  Am  schnellsten  vollzog  es  sich  bei  5  Tieren  in  der  Zeit
von  5  Tagen  weniger  9  Stunden  (111  Stunden)  bis  zu  5  Tagen  (120  Stunden),  am
langsamsten  bei  11  Tieren  in  der  Zeit  von  6  Tagen  (144  Stunden)  bis  zu  7  Tagen
und  13  Stunden  (181  Stunden).  Die  lange  Dauer  der  Reifezeit  wurde  auf  die  kühle
Witterung  zurückgeführt,  bei  der  die  Mehrzahl  der  Tiere  im  Impfhause  verweilte.

In  Hannover  war  die  Beschaffenheit  der  Pusteln  im  allgemeinen  gut,  in  der  heißen
Jahreszeit  waren  sie  jedoch  schmal  und  dünn.

In  Cassel  war  die  Entwickelung  der  Pusteln  zumeist  gut  und  reichlich.  Nur  wo
eine  Abschwächung  des  Impfstoffes  vorlag,  waren  sie  spärlich,  schmal  und  klein,  namentlich
an  dem  hochgebundenen  Schenkel,  auch  vertrugen  sie  nicht  das  Waschen  bei  der  Abnahme,
sondern  erweichten  zu  sehr  und  öffneten  sich  sogar  zum  Teil.

In  Cöln  waren  die  Ergebnisse  der  Kälberimpfung  mit  den  Retrovakzinestämmen
durchaus  befriedigend.  Vor  allem  trat  wieder  die  kernige  Beschaffenheit  und  die  fast  gänzliche
Borkenlosigkeit  der  Pusteln  auf  dem  Kalbe  hervor.

In  München  wurde  wiederum  durch  mehrfache  Beobachtungen  bestätigt,  daß  aus  der
Beschaffenheit  der  Impfpusteln  auf  dem  Tiere  nicht  mit  Sicherheit  auf  den  wahrscheinlichen
Wirksamkeitsgrad  der  Lymphe  geschlossen  werden  kann.