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In  Leipzig  war  das  Ergebnis  der  Impfung  fast  ausnahmslos  sehr  gut,  die  Pusteln
waren  stets  gut  und  gleichmäßig  entwickelt,  freilich  immer  von  verschiedener  Ergiebigkeit.
Nur  das  einzige  männliche  Kalb,  bei  dem  eine  Rückenimpfung  angewandt  wurde,  ergab  sehr
gering  entwickelte  Pusteln  mit  dürftiger  Ernte,  die  darum  nicht  zur  Verwendung  gebracht  wurde.

In  Cannstatt  war  die  Beschaffenheit  der  Impfpusteln  im  allgemeinen  besser  als  je
vorher;  bei  Verimpfung  von  alter  Stammlymphe  konnte  sie  bei  6  Tieren  als  gut  (10  bis  15g
Rohlymphe),  bei  8  Tieren  als  recht  gut  (15  g  und  mehr  Rohlymphe),  bei  der  Verimpfung
von  Variolavakzine  bei  7  Tieren  als  gut,  bei  5  Tieren  als  recht  gut  bezeichnet  werden.

In  Darmstadt  war  die  Pustelentwickelung  nur  einmal  nicht  ganz  nach  Wunsch
vor  sich  gegangen,  in  den  übrigen  8  Fällen  war  sie  gut  und  recht  gut.  Am  besten  zeigten
sich  die  Pusteln  ausnahmslos  am  Damm  und  Hodensack.  Auf  der  Bauchdecke  waren  die
Pusteln  gewöhnlich  weniger  markig,  häufig  etwas  trocken.

In  Schwerin  war  die  Entwickelung  der  Pusteln  im  allgemeinen  befriedigend;  doch
erwies  sich  wiederum,  daß  je  nach  der  Eigenart  der  verschiedenen  Impftiere  die  mit  derselben
Lymphe  gleichzeitig  vorgenommene  Impfung  oft  genug  bezüglich  des  Erfolges  erhebliche
Unterschiede  aufweist.

In  Weimar  erfolgte  die  Reifung  der  Pusteln  bei  Kälbern  nach  4  mal  24  Stunden,
bei  Ochsen  nach  5  bis  6  mal  24  Stunden.  Am  sechsten  Tage  waren  die  der  Luft  am
meisten  ausgesetzten  Pusteln  an  den  Schenkelflächen  bereits  etwas  eingetrocknet.  Ein  schmieriges
Zusammenfließen  der  Pusteln  ist  niemals  beobachtet  worden,  ebensowenig  ist  Odem  der  Impffläche
  vorgekommen.  Der  Erfolg  war  das  ganze  Jahr  hindurch  auffallend  gleichmäßig.
Da  die  Impfschnitte  absichtlich  weiter  voneinander  gestellt  worden  waren  als  früher,  sind
die  Erträge  geringer  gewesen.

Die  gesammelte  Lymphe  zeigte  sich  im  Juni  weniger  haltbar,  ebenso  wie  die  Retrovakzine
  der  Vorjahre.  Einzelne  Grammgläschen  derselben  Nummer  waren  sehr  gut,  einzelne
hatten  die  Wirksamkeit  nach  S  Wochen  verloren.  Dagegen  hatten  die  vom  Herbst  1903
übernommenen  Nummern  noch  im  Mai  1904  ein  gleichmäßiges  und  gutes  Ergebnis.  Im
allgemeinen  brauchte  man  viel  geringere  Mengen  als  früher  auszuscheiden.  Die  Haftsicherheit
  und  die  Pustelentwickelung  auf  dem  Kalbe  waren  wesentlich  besser  als  nach  der  Impfung
mit  Kinderlymphe  oder  mit  fortgezüchteten  animalen  Stämmen.

In  Bernburg  dauerte  die  Entwickelung  der  Pusteln  durchschnittlich  5  Tage,  bei
einigen  Kälbern  einige  Stunden  mehr  oder  weniger.  Ein  regelwidriges  Verhalten  hinsichtlich
des  Aussehens  und  der  Entwickelung  der  Pusteln  ist  bei  den  Impftieren  nicht  beobachtet
worden.

In  Lübeck  war  die  Entwickelung  der  Pusteln  bei  allen  Tieren  gleichmäßig  und  gut.

In  Hamburg  waren  bei  30  von  den  zur  Ausnutzung  gelangten  35  Kalbern  gute,
bei  5  nur  mittelmäßige  Pusteln  entstanden.  Das  mit  sehr  verdünnter  humanisierter  Lymphe
geimpfte  Kalb  Nr.  16  lieferte  nur  die  geringe  Ernte  von  16  g,  auch  die  beiden  mit  dieser
Retrovakzine  geimpften  Tiere  Nr.  17  und  18  erbrachten  nur  4,  und  76  g  Impfstoff.
Von  dem  wegen  Tuberkulose  nicht  ausgenutzten  Kalbe  Nr.  25  waren  17,6  g  an  Rohstoff
gewonnen  worden.  Die  Pusteln  des  neuen  Variolavakzinestammes  zeichneten  sich  durch  vollendete
  Form,  Größe  und  langsames  Wachstum  aus,  sie  gediehen  bei  warmem  Wetter  im
Juli  und  August  bis  zum  5.  Tage  als  junge  Pusteln.

In  Straßburg  i.  E.  entwickelten  sich  alle  Schnitte  ohne  Ausnahme  zu  schönen,  prall
gefüllten,  breiten  Pusteln  ohne  außergewöhnliche  Rötung  der  Umgebung.  Die  mit  dem
warmen  Wasserstrahl  vorsichtig,  aber  gründlich  gereinigte  Impffläche  ließ  die  Pusteln  unverändert
  und  regelrecht  erscheinen.