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in  der  Lymphreibemaschine  verrieben.  Ein  Teil  des  Impfstoffs  wurde  für  die  Kälberimpfungen
  in  Deckelgläschen  (Zusatz  von  1  Teil  verdünntem  Glyzerin  auf  1  Teil  Impfstoff)
  aufbewahrt,  der  andere  Teil  (Zusatz  von  3  Teilen  verd.  Glyzerin  auf  1  Teil  Impfstoff)
  für  die  Menschenimpfungen  in  Glasröhrchen  gefüllt.

Sobald  der  Bericht  eines  Impfarztes  erkennen  ließ,  daß  sich  ein  Impfstoff  abgeschwächt
hatte,  wurde  dieser  nicht  weiter  versandt,  sondern  vernichtet.

Da  der  als  Aufbewahrungsort  für  den  Lymphevorrat  dienende,  nach  Norden  gelegene,

halbunterirdische  kleine  Raum  in  dem  außergewöhnlich  heißen  Sommer  nicht  kühl  blieb,
mußte  im  Juli  ein  Eisschrank  beschafft  werden.
In  Leipzig  wurde  regelmäßig  nach  96  Stunden  abgeimpft,  nur  einmal  blieben  die
nach  4  mal  24  Stunden  schwach  entwickelten  Pusteln  noch  24  Stunden  länger  stehen  und
ergaben  dann  einen  nach  Menge  und  Beschaffenheit  sehr  guten  Ertrag.  Die  abgenommene
Rohlymphe  schwankte  zwischen  3,  und  10,  g;  die  Gesamtmenge  betrug  bei  den  22  zur
Verwendung  gekommenen  Ernten  154,#  g,,  also  durchschnittlich  7  g.  Die  gewonnene  Rohlymphe
  ergab  bei  sorgfältiger  Verreibung  mit  Glyzerin  und  Wasser  in  ungefähr  5  bis  5½
facher  Menge  1842  große  Röhrchen  (zu  20  bis  100  Portionen)  und  2126  kleine  Röhrchen
für  Privatimpfungen.

In  Stuttgart  wurden  die  Pusteln  vor  der  Abimpfung  mittels  eines  Gummischwamms
gereinigt,  der  sich  seither  (seit  1  Jahr)  ohne  Schaden  auskochen  ließ  und  auch  durch  Seife
nicht  angegriffen  wurde.  Die  Abkratzung  der  gut  entwickelten  Pusteln  wurde  sodann  mit
einem  mäßig  scharfen  Löffel  in  langen  Zügen  unter  Vermeidung  von  Blutbeimischung  zur
Lymphe  ausgeführt,  wobei  die  Haut  mit  der  anderen  Hand  stark  gespannt  und  blutleer
gemacht  wurde.  Der  gefüllte  Löffel  wurde  in  eine  mit  gleichen  Teilen  Glyzerin  und  Wasser
gefüllte  Schale  ausgeleert.  Zur  Verreibung  wurden  Porzellanmörser  von  verschiedenen
Größen  der  Döring-Schoberschen  Lymphemühle  vorgezogen,  weil  diese  zu  viel  Zeit  zum
Zusammensetzen  und  zur  Reinigung  in  Anspruch  nimmt.  Die  Porzellanmörser  sind  auch
leichter  zu  reinigen  und  im  Dampfapparat  zu  sterilisieren,  nur  müssen  sie  von  Zeit  zu  Zeit
durch  Fluorwasserstoffsäure  wieder  rauh  gemacht  werden.

In  Cannstatt  ging  der  Abnahme  eine  Abseifung  der  Impffläche,  Abspülung  mit
warmem,  zuletzt  mit  gekochtem  Wasser  ohne  Zusatz  eines  Desinfektionsmittels  voraus.  Die
Abnahme  der  schön  entwickelten  Pusteln  geschah  bei  je  2  Tieren  nach  90  und  91  Stunden,
bei  18  nach  96,  bei  4  nach  96½  Stunden.  Die  alsbald  nach  Einlauf  des  tierärztlichen
Zeugnisses  auf  der  Schoberschen  Lymphmühle  verarbeitete  und  in  Kappillaren  und  Zylindergläser
  gefüllte  Lymphe  wurde  in  einem  kühlen  Raum,  bei  warmer  Witterung  im  Eiskasten
zwischen  Baumwolle  in  bezeichneten  Pappschachteln  aufbewahrt.  Einigemale  wurde  die
Lymphe  von  2  an  demselben  Tage  abgeimpften  Tieren  zusammen  verrieben.  Als  Verdünnungsflüssigkeit
  wurde  in  etwa  1½  bis  2  facher  Menge  der  Rohlymphe  eine  Mischung
aus  Salizylsäure  0,4,  Glyzerin  und  destilliertem  Wasser  je  100  Teile  benutzt.

In  Karlruhe  wurde  der  Rohstoff  wie  früher  nach  gründlicher  Reinigung  des  Impffeldes
  mit  Wasser  und  Seife  und  nachfolgender  Abspülung  mit  abgekochtem  Wasser  abgenommen
  und  nach  Feststellung  der  Gesundheit  des  Tieres  durch  Emulgierung  mit  Glyzerin
und  destilliertem  Wasser  in  einer  Verdünnung  von  1:4  verarbeitet.  Der  so  bereitete  Impfstoff
  wurde  in  Versandgefäße  zu  1,  10,  15,  25,  50  und  100  Portionen  gefüllt  und  im  Eisschrank
  bei  einer  mittleren  Temperatur  von  10  bis  1250  aufbewahrt.

In  Darmstadt  erfolgte  die  Abnahme  der  Pustelmasse  6  mal  nach  96  und  je  1  mal
nach  95,  113  und  114  Stunden,  in  der  Regel  also  am  Ende  des  4.  Tages,  2  mal  im
Laufe  des  5.  Tages.