schiedene  Lymphen  im  Bericht  auf  einer  Karte  zusammengeworfen,  obwohl  für  jede  einzelne
eine  besondere  Berichtskarte  beigegeben  wird,  um  die  Wirksamkeit  jeder  Lymphe  einzeln
beurteilen  zu  können.

Nach  Cannstatt  wurden  von  den  öffentlichen  Impfärzten  72  von  91  Zählkarten
—  79,1%,von  den  Privatimpfärzten  81  von  140  =  57%  zurückgesandt.  2  Impfärzte
unterlassen  die  Einsendung  beharrlich,  ein  anderer  hält  die  Mitteilung  der  Impfübersicht
nach  Einsendung  der  Zählkarten  für  überflüssig.

In  Metz  gingen  im  ganzen  nur  23  derartige  Mitteilungen,  zum  Teil  erst  spät  ein,
und  zwar  9  über  öffentliche  Impfungen,  8  über  Privatimpfungen,  6  über  Rekrutenimpfungen.
Die  Mitteilungen  betrafen  nur  die  Lymphe  von  den  Kälbern  Nr.  1,  2,  3,  5,  10,  13,  14
und  die  aus  Schwerin  bezogene  Lymphe.

Probeimpfungen.

In  Königsberg  i.  Pr.  ist  jeder  Impfstoff  vor  der  Versendung  auf  seine  Wirksamkeit
  geprüft  worden.  Zu  diesem  Zweck  hat  von  anfangs  April  bis  zum  Monat  Dezember
meist  allwöchentlich  eine  Impfung  von  12  Erstimpflingen  stattgefunden.  Grundsätzlich  wird,
wenn  bei  der  Probeimpfung  nur  einige  Impfschnitte  ausfallen  oder  die  Pusteln  kein  kräftiges
Aussehen  zeigen,  die  ganze  Ernte  zurückbehalten.

Ein  Versuch,  für  die  Probeimpfungen  Kaninchen  zu  verwenden,  hat  bisher  zu  keinem
hinreichenden  Ergebnis  geführt.  Es  ist  eine  größere  Anzahl  von  Kaninchen  mit  den  verschiedensten
  Lympheproben  teils  im  Innern  der  Ohrmuscheln,  teils  im  Nacken  und  auf  dem
Rücken  geimpft  worden;  aus  den  im  ganzen  dürftig  entwickelten  Impfpusteln  haben  sich  keine
so  sicheren  Merkmale  für  die  Beurteilung  des  Impfstoffes  ergeben,  daß  man  auf  die  Probeimpfungen
  an  Kindern  hätte  verzichten  können.

In  Berlin  ist  die  zur  Verschickung  gelangte  Lymphe  in  der  Anstalt  durch  Impfung
an  Menschen  oder  an  Tieren  geprüft  worden,  doch  gestattete  es  die  Geschäftslage  nicht
immer,  mit  der  Versendung  zu  warten,  bis  der  Erfolg  festgestellt  war.

In  Stettin  haben  Probeimpfungen  stets  stattgefunden.

In  Oppeln  wurde  nur  Lymphe  versandt,  welche  vorher  versucht  worden  war.  Um
diese  Versuche  zu  ermöglichen,  waren,  abgesehen  von  den  öffentlichen  Impfterminen,  in  der
Impfanstalt  allwöchentlich  Termine  angesetzt,  in  welchen  Eltern  unentgeltlich  ihre  Kinder
impfen  lassen  konnten.  Diese  Termine  wurden  von  solchen  Eltern  gut  besucht,  welche  die
Impfung  in  den  Massenterminen  vermeiden  wollten.  Die  Impfschnitte  der  dort  geimpften
Kinder  wurden  mit  Tegminpflastern  versehen.  Eine  größere  Zahl  wurde  abgeimpft,  der  Abimpfung
  folgte  ein  Einpudern  mit  Teroformpulver.  Tegmin  und  Streupulver  wurde  von
der  Anstalt  aus  den  Mitteln  für  Abimpflinge  bezahlt,  da  dieses  Verfahren  einen  gangbaren
Weg  abgab  zur  Gewimung  von  Kinderlymyhe.

In  Halle  a.  S.  sind  Probeimpfungen  von  den  Arzten  der  Anstalt  bei  Gelegenheit
ihrer  öffentlichen  und  privaten  Impfungen  vorgenommen  worden,  so  daß  kaum  ein  Impfstoff
zur  Versendung  gekommen  sein  dürfte,  dessen  Wirksamkeit  nicht  bekannt  gewesen  wäre.

In  Hannover  wurden  Probeimpfungen  mit  jeder  Impfsorte  vorgenommen.  Im
Sommer  wurden  von  den  Arzten  der  Anstalt  in  den  öffentlichen  Impfterminen  der  Stadt
Hannover  die  einzelnen  Impfstoffsorten  erprobt,  auch  im  Herbst  war  dazu  Gelegenheit.  3  Impfstoffsorten,
  bei  denen  sich  eine  Abschwächung  ergab,  wurden  von  der  weiteren  Versendung  ausgeschlossen.
  Probeweise  Impfungen  mit  vorjährigem  Impfstoff  ergaben  im  Frühjahr  vollen
persönlichen  Erfolg  und  bei  Wiederimpfungen  von  10  Rekruten  sogar  vollen  Schnitterfolg.