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aus  der  gleichen  Quelle  geimpft.  Die  Probeimpfungen  mit  der  hierdurch  erzeugten  Lymphe
verliefen  nicht  ungünstig,  aber  die  mit  ihr  auswärts  vorgenommenen  Menschenimpfungen
führten  zu  besonders  schlechten  Ergebnissen,  bei  Erstimpflingen  war  der  persönliche  Erfolg
78,  der  Schnitterfolg  47,  bei  Wiederimpflingen  87,6,  bezw.  72,3%.  Die  Lymphe  nahm,
wie  sich  aus  später  eingegangenen  Berichten  ergab,  in  ihrer  Wirksamkeit  schnell  ab,  und  es
entwickelten  sich  auch  bei  einzelnen  Erstimpflingen  kleine  Pusteln,  welche  keinen  regelrechten
Verlauf  zeigten,  sondern  bald  eintrockneten.

Fast  gleichzeitig  mit  der  Verimpfung  des  auswärtigen  Materiales  wurde  humanisierter
Stoff  zur  Verimpfung  auf  1  Kalb  gebracht  und  9  Tage  nach  der  Gewinnung  der  ebenerwähnten
  mangelhaften  Tierlymphe  hätte  der  reichliche  und  augenscheinlich  wirksame  Ertrag
von  2  Kälbern  zur  Verfügung  gestanden,  wenn  diese  nicht  an  Odem  erkrankt  wären.  Nach
nochmaliger  Desinfektion  der  Räume  wurden  nun  2  Kälber  mit  Retrovakzine  1.  Generation
geimpft;  der  größere  Teil  des  Ertrages  mußte  aber  wieder  vernichtet  werden,  weil  das  eine
Tier  sich  als  mit  einem  Milzabszesse  behaftet  erwies.  Indessen  konnte  mit  der  aus  der
humanisierten  Lymphe  gezüchteten  2.  Generation  die  Hauptimpfperiode  zu  Ende  geführt
werden,  wenn  es  auch  nicht  gelang,  diese  Lymphe  in  wirksamer  Form  in  der  3.  Generation
zu  gewinnen.

Als  die  Hauptimpfzeit  vorüber  war,  wurde  die  Anstalt  gereinigt,  der  Anstrich  erneuert,
alles  schadhaft  Gewordene  beseitigt,  und  eine  gründliche  Desinfektion  vorgenommen.  In  den
so  hergerichteten  Räumen  fand  die  Impfung  eines  Kalbes  statt,  für  welche  die  Lymphe  aus
einer  Staatsanstalt  bezogen  war.  Der  hiermit  gewonnene  Stoff  zeigte  erhebliche  Entartungserscheinungen,
  es  kam  wieder  die  Entwickelung  kleiner  Bläschen  statt  regelrechter  Pusteln  bei
den  Probeimpfungen  zur  Beobachtung.  Ein  Teil  der  aus  jener  Anstalt  bezogenen  Tierlymphe
gelangte  zur  Benutzung  bei  Kindern.  Aus  der  auf  diese  Weise  gewonnenen  Menschenlymphe
wurde  Retrovakzine  erzeugt,  die  nun  zu  Kälberimpfungen  benutzt  wurde.  Mit  dem  Impfstoffe
  wurden  in  2.  Generation  günstige  Ergebnisse  erzielt;  es  wurde  aber  vermieden,  ihn  in
die  3.  Generation  überzuführen.

In  den  letzten  10  Jahren  hat  die  Lymphe  wiederholt  durch  mehrere  Generationen
mit  Erfolg  hindurchgeführt  werden  können,  im  laufenden  Jahre  gelang  dies  weder  mit  der
hier  gewonnenen  noch  mit  dem  von  auswärts  bezogenen  Stoffe.  Die  Vorsteher  der  Anstalten,
  welche  den  letzteren  lieferten,  teilten  mit,  daß  er  sich  bei  ihnen  als  durchaus  gut
bewährt  habe.  Es  müssen  daher  nach  Ansicht  des  Berichterstatters  örtliche  Verhältnisse  in
Berlin  vorgelegen  haben,  welchen  die  geringen  Erfolge  zur  Last  zu  legen  sind.  Während
der  Impfperiode  war  die  Anstalt  geneigt,  sie  dem  Umstande  zuzuschreiben,  daß  die  Kleinheit
des  Stalles,  welcher  in  der  Hauptimpfzeit  sehr  in  Anspruch  genommen  werden  mußte,  die
Schuld  trüge,  indes  ist  die  Fortpflanzung  auch  zu  der  Zeit  nicht  gelungen,  als  die  Belegung
des  Raumes  gering  war.  Uberdies  waren  im  Jahre  1893,  als  außergewöhnlich  große  Anstaltsräume
  zur  Verfügung  standen,  die  Erfolge  noch  schlechter  als  diesmal.  Auch  damals
traten  neben  Mißerfolgen  der  Impfungen  an  Menschen  und  an  Kälbern  bei  letzteren  Odembildungen
  an  den  Impfflächen  auf.

Nach  Ansicht  des  Vorstandes  sind  derartige  Mißerfolge  darauf  zurückzuführen,  daß  in
die  Kälberlymphe  ein  Keim  gerät,  welcher  selbst  Ausschläge  herbeiführt,  sich  annähernd  ebenso
schnell  auf  dem  Tiere  entwickelt  wie  die  Vakzine  und  diese  überwuchert,  so  daß  man  schließlich
mehr  Gewebe  als  Lymphe  erntet,  und  die  fertige  Emulsion  deswegen  verhältnismäßig  arm
an  Vakzinekeimen  ist.  Für  sehr  wahrscheinlich  wird  es  auch  erklärt,  daß  hierbei  chemische
Stoffe  entwickelt  werden,  welche  die  Vakzine  bei  der  Entwickelung  oder  bei  der  Aufbewahrung
in  ihrer  Virulenz  schwächen,  denn  eine  stark  verdünnte  Lymphe  verlangsamt  zwar  den  Verlauf