der  Impfpusteln,  diese  entwickeln  sich  aber  nachher  voll  und  trocknen  nicht  schnell  ein,  wie
die  beobachteten  Bläschen.

Schließlich  wird  noch  bemerkt,  daß  nicht  alle  Impfärzte  im  laufenden  Jahre  mangelhafte
Ergebnisse  erzielt  haben;  ein  großer  Teil  der  niedrigen  Prozentsätze  war  solchen  zur  Last
zu  legen,  welche  sich  eine  ausreichende  Technik  nicht  zu  eigen  gemacht  haben.

In  Oppeln  wurde  die  Wirksamkeit  als  befriedigend  bezeichnet.

Nach  Halle  a.  S.  berichteten  ältere  Impfärzte  nur  ausnahmsweise  über  ungünstige
Erfolge.  Dagegen  gehörten  sie  bei  den  jüngeren  und  jüngsten  Impfärzten  sowie  bei  den
Privatärzten  nicht  zu  den  Seltenheiten.  Die  Regelmäßigkeit,  mit  der  sie  sich  während  des
Berichtsjahres  bei  demselben  Arzte  wiederholten,  ließ  keinen  Zweifel,  daß  nicht  der  Impfstoff,
sondern  die  Art  seiner  Verwendung  sie  veranlaßte.  Glücklicherweise  ist  die  Zahl  der  von
solchen  Arzten  verrichteten  Impfungen  meist  keine  so  erhebliche,  in  2  Fällen  waren  im  ganzen
Impfbezirke  nicht  mehr  als  20  und  25  Impflinge  vorhanden,  daß  sie  einen  nennenswerten
Einfluß  auf  das  Gesamtergebnis  der  Impfungen  gewonnen  hätten.  Es  wird  darüber  geklagt,
daß  die  Kreisausschüsse  es  für  angebracht  halten,  jedem  Arzte,  der  sich  der  Krankenkassenpraxis
  wegen  irgendwo  neu,  auf  einem  Dorfe  z.  B.,  niedergelassen  hat,  auch  das  Impfgeschäft
  an  seinem  Wohnsitz  und  dessen  nächster  Umgebung  zu  übertragen;  anscheinend
geschieht  dies  in  der  Absicht,  um  durch  die  Gewährung  von  Nebeneinnahmen  sein  Verbleiben
an  dem  Orte  zu  sichern.

Vielfach  lassen  auch  die  unzweckmäßige  Aufbewahrung  des  Impfstoffes  unrichtige  Verwendung
  von  Desinfektionsmitteln  auf  Impfinstrumenten  und  Kinderarm,  sowie  der  Gebrauch
zu  scharfer  Impfinstrumente,  die  ein  zuverlässiges  Einbringen  der  Lymphe  in  die  Impfstelle
erschweren,  die  Lymphe  nicht  zur  Wirksamkeit  kommen.

In  Cassel  hatte  die  Anstalt  wiederholt  unter  einer  Abschwächung  des  Impfstoffes
zu  leiden.  Klagen  über  Mißerfolge  gelangten  in  der  Regel  leider  erst  dann  an  die  Anstalt,
wenn  die  betreffende  Lymphe  schon  ganz  oder  zum  Teil  in  Verkehr  gekommen  war.  Die
Erfolgsziffern  waren  daher  in  diesem  Jahre  besonders  niedrig;  außerdem  hat  der  Aufdruck  auf
die  Erfolgskarten,  daß  nur  eine  Pustel  an  jedem  Schnitte  gezählt  werden  soll,  schon  im  vergangenen
  Jahre  entschieden  auch  einen  Rückgang  in  dem  Schnitterfolge  gegenüber  früher
hervorgerufen.

Im  übrigen  hatte  der  Leiter  der  Anstalt  bei  seinen  öffentlichen  Impfungen  von  etwa
320  Erst=  und  380  Wiederimpflingen  bei  beiden  96%  persönlichen  Erfolg.

Aus  Cöln  wurde  berichtet:  Einen  auffallenden  Mißerfolg  meldete  ein  Impfarzt  über
Lymphe  von  Kalb  Nr.  42;  er  impfte  133  Erstimpflinge,  davon  nur  20  mit  Erfolg,  an  80
Schnitten  nur  40  Pusteln,  und  124  Wiederimpflinge,  davon  nur  42  mit  Erfolg,  an  168
Schnitten  nur  56  Pusteln.  Dagegen  wurden  anderweitig  mit  dem  von  demselben  Kalbe
stammenden  Impfstoffe  von  1973  Erstimpflingen  1958  =  99,20%  mit  Erfolg  geimpft,
(Anzahl  der  Schnitte  7  732,  Anzahl  der  entstandenen  Blattern  7270  =  94%%  )  und  von
1891  Wiederimpflingen  1  828  =  96,7%  mit  Erfolg  (Anzahl  der  Schnitte  7  592,  Anzahl
der  entstandenen  Blattern  6  159  =  81,1%  ).  Die  gelieferte  Lymphe  war  also  voll  wirksam;
was  nachher  mit  derselben  geschehen  war,  entzog  sich  der  Beurteilung.  Die  auf  Veranlassung
des  Regierungspräsidenten  in  Coblenz  angestellten  Ermittelungen  ergaben  keinen  Anhalt  für
die  Ursache  dieses  auffallenden  Mißerfolges.

In  München  konnte  aus  den  Ergebnissen  der  öffentlichen  Impfungen,  welche  in  der
Landeshauptstadt  vorgenommen  wurden  und  ein  getreues  Bild  der  gesamten  Landesimpfung
zu  sein  pflegen,  geschlossen  werden,  daß  die  Wirkung  des  Impfstoffes  im  Berichtsjahre  gut
gewesen  ist.  Bei  den  öffentlichen  Impfungen  pflegt  es  als  ein  seltenes  Vorkommnis  betrachtet