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zu  werden,  wenn  sich  aus  einem  Impfschnitte  keine  Pustel  entwickelt.  Die  Ergebnisse  der
Privatimpfungen  standen  freilich  weit  hinter  denen  der  öffentlichen  Impfung  zurück,  und  diese
alljährlich  festzustellende  Tatsache  ist  nicht  allein  in  dem  Umstande  begründet,  daß  einzelne
Ärzte  wirklich  recht  mangelhaft  impfen,  sondern  auch  darin,  daß  manchmal  Lymphe  der
fraglichsten  Beschaffenheit  zur  Verimpfung  kommt.

In  Dresden  hat  die  Anstalt  bei  der  mangelhaften  Berichterstattung  über  den  persönlichen
  Erfolg  von  vornherein  darauf  verzichtet,  eine  Angabe  des  Schnitterfolges  zu  fordern,
obwohl  dieser  zur  Beurteilung  des  Wertes  einer  Lymphe  sehr  wichtig  ist.  Viele  Impfärzte
machten  sich  offenbar  bei  der  Impfung  und  der  Nachschau  gar  keine  eigenen  Aufzeichnungen
und  waren  dann  lediglich  auf  die  von  den  Gemeindebeamten  geführten  Listen  angewiesen,
die  den  Ärzten  nicht  jederzeit  zur  Hand  sind.

Die  Berichte  der  öffentlichen  Impfärzte  und  der  Militärärzte  enthielten  Angaben  über
die  Erfolge  von  Impfungen,  die  mit  der  Lymphe  von  13248  großen  Röhrchen  (796
Sendungen)  gemacht  worden  sind.  Es  waren  nach  diesen  Berichten  von  54  797  Erstimpfungen
  ohne  Erfolg  2  635  =  4,6%,  von  47  009  Wiederimpfungen  ohne  Erfolg  1978
—  4,2%,  von  10  058  Soldatenimpfungen  ohne  Erfolg  170  =  1,7%  ,  von  5  774  Ausländerimpfungen
  ohne  Erfolg  600  —  10,1%.  Von  letzteren  ist  außerdem  eine  beträchtliche
Zahl  ohne  Nachschau  geblieben.  Hierzu  ist  folgendes  zu  bemerken:  Sowohl  bei  den  Erstimpfungen,
  als  auch  bei  den  Wiederimpfungen  sind  in  den  Berichten  die  zweiten  und  dritten
Nachimpfungen  (nach  erfolgloser  erster  und  zweiter  Impfung)  mitgezählt,  aber  nicht  besonders
bezeichnet.  Die  Mißerfolge  erhöhen  sich  hierdurch,  da,  wie  besonders  Bonnesen  nachgewiesen
hat,  die  erfolglos,  d.  h.  ohne  Pustelbildung,  mit  Vakzine  Geimpften  trotzdem  häufig  —  wenn
auch  vielleicht  auf  kürzere  Zeit  —  immunisiert  worden  sind.

Bemerkenswert  ist  eine  verspätete  Entwickelung  der  Pocken,  wie  sie  bei  schwächlichen
Lymphen  vorkommt.  So  waren  z.  B.  einmal  von  21  Erstimpfungen  16  ohne  Erfolg;  diese
zeigten  bei  der  Nachschau  am  7.  Tage  keine  Pusteln,  sondern  nur  Papeln  und  zwar  regelmäßig
  vier  Papeln;  erst  später  hatten  sich  Pusteln  entwickelt.  In  mehreren  Berichten  ist
erwähnt,  daß  Kinder,  die  bei  der  Nachschau  erfolglos  geimpft  schienen,  sich  später  nochmals
  vorgestellt  haben;  es  waren  bei  ihnen  noch  1  oder  2  Pocken  zur  Entwickelung  gekommen
und  zwar  am  10.,  11.  und  sogar  erst  am  13.  Tage;  die  letzteren  hatten  sich  z.  T.  sehr
schnell  entwickelt,  am  14.  Tage  bestand  starke  Rötung  der  Umgebung.

Auffällig  ist,  daß  eine  und  dieselbe  Lymphe  bei  demselben  Impfarzte  nicht  selten  bei
den  Erstimpfungen  geringere  Erfolge  zeigt,  als  bei  den  Wiederimpfungen.  So  schrieb
z.  B.  Impfarzt  B.:  „63  Erstimpfungen,  davon  43  ohne  Erfolg,  und  46  Wiederimpfungen,
davon  1  ohne  Erfolg;  die  Wiederimpflinge  zeigten  starke  Knötchen  und  gute  Pusteln“,  und
Sch.:  „115  Erstimpfungen,  davon  13  ohne  Erfolg,  und  77  Wiederimpfungen,  davon  keine
ohne  Erfolg;  die  Lymphe  erwies  sich  nur  bei  den  Erstimpflingen  schwach.“

Eigentümlich  ist  ferner,  daß  häufig  mit  derselben  Lymphe  verschiedene  Impfärzte
  sehr  ungleiche  Erfolge  erzielt  haben,  und  zwar  auch  dann,  wenn  diese  Lymphe  das
gleiche  Alter  hatte.

Wichtig  ist  es,  daß  die  Impfärzte  die  gefüllten  Glasröhrchen  wagerecht  liegend,  nicht
senkrecht  stehend  aufbewahren  und  transportieren;  in  letzterem  Falle  senkt  sich  der  Impfstoff
in  der  Glyzerinemulsion  nach  unten  und  bei  mangelnder  Aufmerksamkeit  wird  dann  der
Arzt,  der  aus  dem  Röhrchen  direkt  impft,  die  Impfungen  nur  zum  Teil  mit  Impfstoff,  zum
andern  Teil  blos  mit  Elyzerin  machen.

Darüber,  ob  Impfärzte  das  Impffeld  vor  der  Impfung  disinfizierend  behandelten,  gaben
die  Berichtskarten  keine  Auskunft.