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Einen  sehr  guten  Erfolg  meldeten  die  Arzte  von  Hall,  Langenburg,  Waiblingen  und
Weinsberg,  die  gar  keinen  Mißerfolg  in  ihrem  Oberamt  hatten,  ferner  Besigheim,  Böblingen,
Calw,  Ellwangen,  Heidenheim,  Leutkirch,  Marbach,  Münsingen,  Wangen,  Cöppingen,  Backnang,
die  nur  1  Fehlimpfung  unter  100  hatten,  dann  Biberach,  Crailsheim,  Freudenstadt,  Ehingen,
Horb,  Künzelsau,  Nagold,  Ohringen,  Waldsee,  Ulm,  Riedlingen  mit  2  Fehlimpfungen  unter
100  Kindern.  (Es  sind  hier  immer  nur  die  Kinder-Impfungen  mitgerechnet;  bei  der
Revakzination  war  der  Ausgang  meist  0.)  Eine  größere  Zahl  der  Fehlimpfungen:  7  auf
je  100  hatte  das  Physikat  Ludwigsburg;  es  wurde  sofort  frische  Lymphe  nachgesandt.

Als  eine  seltene  Erscheinung  wurde  vom  Vorstand  selbst,  sowie  von  Arzten  in  Böblingen
und  in  Kornwestheim  bei  einigen  Kindern  der  tiefe  Sitz  der  Borken  in  der  Haut  beobachtet,
  nach  deren  Abfall  scharfrandige  Löcher,  wie  mit  einem  Locheisen  herausgeschlagen,
ohne  Randröte,  aber  mit  einem  geschwürigen  Grunde  zurückblieben,  dessen  Heilung  längere
Zeit  in  Anspruch  nahm.  Die  Lymphe  war  in  allen  Fällen  1  Monat  alt  und  stammte
vom  Tier  Nr.  25  (Kornwestheim)  und  Tier  Nr.  29  (Böblingen,  Stuttgart).  Bei  der
Nachschau  war  bei  3  Kindern  in  Schönaich  nichts  Besonderes  bemerkt  worden.  Der  Impfarzt
in  Kornwestheim  schilderte  die  Wirkung  des  Impfstoffs  als  überhaupt  zu  stark.  Zinkpuder
brachte  in  den  vom  Vorstande  beobachteten  Fällen  den  geschwürigen  Grund  bald  zur  Vertrocknung
  und  Heilung.

Der  Zentral-Impfarzt  hält  es  für  nötig,  im  nächsten  Jahr  wieder  Ende  Januar  oder
anfangs  Februar  mit  den  Tier--Impfungen  zu  beginnen  und  dann,  ohne  Unterbrechung  auch
in  der  Osterzeit,  womöglich  4  Tiere  wöchentlich  einzustellen,  um  inmitten  der  Impfperiode  (Mai
und  Juni)  schon  einen  größeren  Vorrat  abgelagerter,  mild  gewordener  Lymphe  bereit  zu  haben.

Aus  Cannstatt  wurde  berichtet,  daß  in  9  Physikaten  mit  7  469  Erstimpfungen  der
persönliche  Erfolg  99,6,  der  Schnitterfolg  94/6%,  in  4  Physikaten  mit  4  058  Erstimpfungen
der  persönliche  Erfolg  98,6,  der  Schnitterfolg  88,6%  und  in  weiteren  4  mit  3  094  Erstimpfungen
  der  persönliche  Erfolg  96,1,  der  Schnitterfolg  79,60  betrug.

über  diese  ziemlich  großen  Unterschiede  im  Erfolge  bei  gleicher  Lymphe  und  gleichartiger
  Verwendung  der  Lymphe  in  annähernd  derselben  Zeit  haben  die  Zählkarten  der
öffentlichen  Impfärzte  zwar  keinen  Aufschluß  gegeben,  doch  gewährten  sie  nach  mehreren
Richtungen  einen  bemerkenswerten  Einblick  in  die  Erfolge  der  einzelnen  Impfärzte.

Im  Bezirk  des  Vorstandes  mit  1/55  persönlichem  und  11,1%  Schnittausfall  bei  1  513
Erstimpfungen  dürfte  vielleicht  der  Deckverband  mit  Baumwolle  und  einem  Leukoplaststreifen
auf  die  frischen  Impfschnitte  die  Schuld  an  dem  minder  guten  Erfolg  gegen  früher  getragen
haben;  es  wurde  damit  jedoch  eine  tadellose  Entwickelung  der  Pusteln  und  ein  günstiger
Verlauf  erzielt.

Ein  Vergleich  der  beiden  Lymphesorten  hinsichtlich  ihrer  Wirksamkeit  ergab  unter
Berücksichtigung  der  Erstimpfungen  der  öffentlichen  Impfärzte  folgendes.  Es  wurden  geimpft
mit  der  alten,  von  1884  an  fortgepflanzten  Stammlymphe  8277  Kinder,  davon  mit  Erfolg
8188  —  98,%  ;  dabei  wurden  33  460  Schnitte  angelegt,  davon  mit  Erfolg  30  450
—  910%.  Mit  Variolavakzine  vom  Jahre  1904  wurden  geimpft  5  048  Kinder,  davon
mit  Erfolg  4986  =  98,6%,  die  Zahl  der  angelegten  Schnitte  betrug  19  426,  davon  mit
Erfolg  17  344  =  89t/80/0.  Der  Unterschied  im  Erfolg  war  demnach  bei  beiden  Lymphesorten
nicht  beträchtlich  und  ihre  Wirkung  vollkommen  zufriedenstellend.

Bei  der  Beurteilung  des  Erfolgs  der  Wiederimpfungen  pflegte  der  Vorstand  diejenigen
Wiederimpfungen  mit  „vollkommen“  zu  bezeichnen,  bei  denen  wenigstens  1  richtige  Pustel
sich  entwickelt  hatte,  während  er  solche  Wiederimpfungen,  bei  denen  sich  nur  Stippchen  oder
Knötchen  gebildet  hatten,  als  unvollkommene  eintrug.  Jeder  derartige  Befund  wurde  mit