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In  Hannover  wurden  mit  vorjähriger,  im  September  gewonnener  Lymphe  10  Rekruten
im  Frühjahr  mit  vollem  persönlichen  und  vollem  Schnitterfolg  wiedergeimpft;  auch  die
anderen  im  Vorjahre  gewonnenen  Impfstoffsorten  erwiesen  sich  im  Sommer  zum  Teil  noch
gut  wirksam,  einige  waren  allerdings  abgeschwächt.

In  Cassel  ließ  im  Gegensatz  zu  früher  die  Haltbarkeit  des  Impfstoffes  wiederholt  zu
wünschen  übrig;  erst  im  Herbst  war  sie  wieder  als  gut  zu  bezeichnen.

In  Cöln  war  die  Haltbarkeit  der  Lymphe  auch  in  diesem  Jahre  eine  gute,  und  es
scheint  die  vorgeschriebene  vierwöchige  Ablagerung  der  Lymphe  keinen  wesentlichen  Einfluß
auf  die  Erfolgziffer  gehabt  zu  haben.  Im  großen  und  ganzen  ist  der  Erfolg  derselbe
geblieben  wie  im  Vorjahre.

In  Stuttgart  war  die  im  Februar  von  den  ersten  Tieren  abgenommene  Lymphe
im  Mai  nicht  mehr  stark  genug.

In  Cannstatt  wurde  versuchshalber  ein  Erstimpfling  mit  424  Tage  alter,  von  Kalb  V
1903  stammender  Lymphe  alten  Stammes  geimpft;  von  4  Schnitten  entwickelten  sich  3  schöne
reizlose  Pusteln.  Die  diesjährige  Lymphe  erwies  sich  durchschnittlich  noch  nach  50  bis  230  Tagen
wirksam  und  zuverlässig.  Der  Umstand,  daß  der  Oberamtsarzt  von  Laugheim,  welcher  die
Lymphe  sehr  früh  (nach  57  bis  69  Tagen)  verwendet,  jährlich  100%  Erfolge  erzielt,
spricht  dafür,  daß  frische  Lymphe  immerhin  zuverlässiger  wirkt  als  ältere.

Ein  Unterschied  in  der  Haltbarkeit  zwischen  der  Lymphe  alten  Stammes  und  der
Bariolavakzine  des  Vorjahres  war  nicht  zu  erkennen.  Bei  den  Tierimpfungen  mit  nur  vorjähriger
  Lymphe  bewährten  sich  beide  noch  nach  260  bis  280  und  mehr  Tagen.

In  Darmstadt  hat  die  Haltbarkeit  der  besseren  Impfstoffnummern  nichts  zu  wünschen
übrig  gelassen,  nicht  allein  innerhalb  der  Zeitgrenzen,  in  welchen  für  gewöhnlich  Ansprüche
an  sie  gestellt  zu  werden  pflegen,  sondern  auch,  wie  dies  bei  einzelnen  Versuchen  zutage  trat,
über  weitere  Zeitabschnitte  hinaus.  So  wurden  z.  B.  mit  dem  Impfstoff  Nr.  11,  welcher  am
9.  Oktober  1903  abgenommen  worden  war,  noch  nach  6  bis  7  Monaten  sehr  befriedigende
Ergebnisse  beobachtet.

In  Straßburg  i.  E.  wurde  aus  der  Anstalt  kein  Impfstoff  abgegeben,  der  über
3  Monate  alt  war.  Der  Vorstand  hat  die  Überzeugung,  daß  die  Ablagerungsfrist  von
einem  Monat  zu  lang  ist;  eine  Woche  für  Wiederimpfungen  und  14  Tage  für  Erstimpfungen
würde  genügen  unter  der  Bedingung,  daß  bei  den  Impfungen  ein  Schutzverband  gebraucht
werden  müßte.  Die  Probeimpfungen  bei  jedem  Kalbe  gaben  den  genügenden  Beweis  dafür.

Krankheitszustände  an  Menschen  nach  der  Impfung  mit  Tierlymphe.

In  Königsberg  i.  Pr.  sind  Krankheitszustände  als  Folge  der  Impfung  nicht  bekannt
geworden.

In  Berlin  wurden  sowohl  von  Impfärzten,  wie  von  Privatärzten  bei  Erstimpflingen
mehrfach  starke  Reizungserscheinungen  angezeigt.  In  einer  Familie  stellten  sich  bei  einem
Impfling  4  Wochen  nach  der  Impfung,  bei  einem  anderen  8  Wochen  danach  in  der  Achselhöhle
  der  geimpften  Seite  Drüsenschwellungen  ein,  welche  eröffnet  werden  mußten.  Die
Lymphe,  welche  aus  einer  Niederlage  entnommen  und  am  Tage  der  Verimpfung  43  Tage
alt  war,  ist  auch  sonst  verimpft  worden,  ohne  daß  ähnliches  bekannt  geworden  wäre.

Von  Fällen,  in  welchen  es  sich  augenscheinlich  um  postvakzinale  Ausschläge  gehandelt
hat,  sind  zu  erwähnen  3  Fälle  von  Erythem  des  Gesichtes  und  Rumpfes,  die  8  Tage
nach  der  Impfung  eintraten,  ein  Fall  von  Nesselausschlag  nach  10  Tagen  und  ein  masernartiges
  Exanthem,  welches  12  Stunden  bestand.