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des  Hemdes  an  ihrer  zerkratzten  Oberfläche  veranlaßt  war.  Eine  Wendung  zum  Besseren
wurde  durch  geeignete  örtliche  Behandlung  schnell  und  um  so  leichter  erreicht,  als  diese  sich
bei  dem  Fehlen  aller  Folgeerscheinungen,  namentlich  von  seiten  der  Lymphdrüsen,  nur  mit
den  Granulationsflächen  der  Impfpusteln  zu  befassen  hatte.

In  Hannover  führte  ein  Vater  darüber  Klage,  daß  sein  Kind  einen  Ausschlag  vom
Impfen  bekommen  habe,  die  Untersuchung  ergab  jedoch,  daß  die  Impfpusteln  tadellos  verliefen,
  und  daß  es  sich  um  Kratzstellen  handelte.  Im  Kreise  Neustadt  forderte  ein  Bauer  vom
Landratsamt  Ersatz  der  ihm  aus  der  Erkrankung  seines  vom  Kreisarzte  geimpften  Kindes
entstandenen  und  noch  entstehenden  Kosten  und  Verluste,  da  es  nach  dem  Gutachten  des
behandelnden  Arztes  nicht  unbedenklich  erkrankt  sei;  nach  der  Mitteilung  des  Arztes  handelte
es  sich  um  einen  Achseldrüsenabszeß,  der  auf  eine  entzündliche  Schwellung  des  geimpften
Oberarms  gefolgt  und  mit  operativer  Eröffnung  behandelt  war.  In  einem  anderen  Falle
wurde  irrtümlicherweise  Wundrose  befürchtet,  das  Kind  war  jedoch  in  2  Tagen  wieder
hergestellt.

In  Cassel  wurden  Krankheitszustände  am  Menschen  nach  der  Impfung  mit  Tierlymphe
außer  gelegentlich  auftretender  Urticaria  nicht  beobachtet.

In  Cöln  wurden  im  Anschluß  an  die  Impfung  bei  einem  Erstimpfling,  der  gleichzeitig
an  Diphtherie  erkrankt  war,  starke  Reizungserscheinungen  an  der  Impfstelle  und  ihrer  Umgebung
  beobachtet;  das  Kind,  welches  nach  Mitteilung  des  behandelnden  Arztes  an  Impferysipel
  leiden  sollte,  war  nach  wenigen  Tagen  wieder  hergestellt.  Es  hatte  sich  offenbar
um  eine  starke  Reaktion  gehandelt,  welche  die  Ärzte  leider  noch  häufig  als  Impferysipel
  bezeichnen,  aber  nicht  um  echte  Wundrose.  Die  Lymphe  war  fast  6  Wochen
alt  gewesen,  sie  hatte  sich  als  sehr  wirksam  erwiesen,  von  572  Schnitten  bei  143  Kindern
war  kein  Schnitt  ausgeblieben,  Randröte  fand  sich  bei  der  Nachschau  fast  überall,  jedoch
nur  leichteren  Grades.  Bei  einem  anderen  Erstimpfling  hatte  sich  am  10.  Tage  nach  der
Impfung  ein  rötelnähnlicher  Ausschlag  über  den  ganzen  Rumpf  gezeigt,  der  unter  Streupulverbehandlung
  in  wenigen  Tagen  schwand.

Je  1  Fall  von  starker  Entzündung  um  die  Pusteln  betraf  zwei  11  Jahre  alte  Knaben,
die  bisher  noch  nicht  geimpft  waren;  unter  Hochlagerung  des  Arms  und  Salbenbehandlung
trat  glatte  Heilung  ein.

Bei  einem  11  Monate  alten  Kinde  entstanden  am  3.  Tage  nach  der  Impfung  kleine
juckende  Knötchen  am  Nacken,  die  unter  Bevorzugung  der  Streckseiten  über  den  ganzen
Körper  gingen  und  nach  vier  Wochen  prurigoartig  aussahen.  Die  Knötchen  traten  schubweise
auf  und  quälten  durch  ihren  Juckreiz  das  Kind  sehr,  so  daß  es  wochenlang  nicht  schlief.
Anfang  Juli  trat  erhebliche  Verschlimmerung  ein,  es  fanden  sich  am  ganzen  Körper  durch
das  Aufkratzen  dichte  Eiterpusteln  und  Geschwürchen.  Allmählich  ging  der  Ausschlag  dann
zurück,  Anfang  November  fanden  sich  nur  noch  einzelne  kleine  trockne  Knötchen  an  der  Streckseite
  der  Extremitäten,  auf  dem  Rücken  einzelne  frische  quaddelartige  Efflorescenzen.  Das
Allgemeinbefinden  war  gut,  der  Knabe  hatte  sich  gut  weiterentwickelt.  Derselbe  Zustand
jedoch  mit  vermehrtem  Juckreiz  bestand  auch  noch  am  30.  Dezember  1904.  Die  Lymphe  war
bei  der  Verimpfung  47  Tage  alt,  von  50  damit  geimpften  Kindern  (mit  200  Impfschnitten
und  198  Pusteln)  war  sonst  keins  erkrankt,  auch  von  den  anderwärts  mit  53  000  Portionen
dieser  Lymphe  geimpften  Kindern  ist  nichts  Ahnliches  berichtet  worden.  Ahnlich  lagen  die
Verhältnisse  bei  einem  8  ½  Jahr  alten  Erstimpfling.  Im  Anschluß  an  die  ziemlich  heftig
entwickelten  Impfpusteln  hatte  sich  nach  etwa  3  Wochen,  als  die  Pusteln  eintrockneten,  Krustenbildung
  gezeigt;  rote,  schuppende  Stellen  traten  dann  auch  an  den  Streckseiten  der  Extremitäten
und  der  behaarten  Kopfhaut  auf.  Es  handelte  sich  um  Psoriasis,  die  vor  allem  und  zuerst