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auf  dem  Impffelde  aufgetreten  war.  Keins  der  gleichzeitig  mit  derselben  über  ¼  Jahr
alten  Lymphe  geimpften  Kinder  zeigte  irgend  einen  Ausschlag.

In  Cleve  hatten  sich  bei  2  Impflingen  starke  Rötung  und  Entzündung  um  die
Pusteln  gezeigt,  bei  einem  auch  ein  urtikariaartiger  Ausschlag  mit  Petechien,  beide  Fälle
gingen  jedoch  bald  in  völlige  Genesung  über.

In  München  wurde  in  wenigen  Fällen  Reizerscheinungen  an  der  Impfstelle  beobachtet.
  Auch  waren  die  Erkrankungen,  für  welche  an  der  Zentralstelle  ärztliche  Hilfe
erbeten  wurde,  mit  Ausnahme  eines  Falles  unerheblich  und  konnten  nach  kurzer  Zeit  aus
der  Behandlung  entlassen  werden.  In  dem  Ausnahmefalle  handelte  es  sich  um  eine  schwere
Erkrankung,  die  mit  dem  Tode  des  Impflings  endete.  Am  13.  Juli,  in  der  heißesten  Zeit
des  Berichtsjahres,  wurde  die  Erkrankung  eines  Erstimpflings  gemeldet,  der  bei  der  letzten
Sommerimpfung,  in  den  letzten  Tagen  des  Monats  Juni  geimpft  worden  war.  Die
sekundäre  Infektion  der  Impsstelle  hatte  eine  Phlegmone  der  rechten  Achselhöhle,  übergreifend
  auf  die  Brustgegend  zur  Folge,  in  deren  rechter  Axillarlinie  eine  in  der  Tiefe
fluktuierende  Schwellung  zu  fühlen  war.  Die  dringende  Mahnung,  dem  Eiter  durch  eine
sofortige  Eröffnung  einen  Abfluß  zu  verschaffen,  wurde  mit  dem  Hinweise,  daß  das  Kind
bereits  in  ärztlicher  Behandlung  sei,  zurückgewiesen.  Erst  nach  Verlauf  von  mehreren
Tagen  war  die  Möglichkeit  gegeben,  das  kranke  Kind  wieder  zu  sehen,  das  sich  bereits  in
einem  bedenklichen  Zustande  befand.  Die  ausgiebige  Spaltung  und  Desinfektion  der  Höhle
führten  zu  keinem  guten  Erfolge,  weil  der  Kräftezustand  des  Kindes  durch  anhaltendes  hohes
Fieber  bereits  sehr  herabgekommen  war.

Da  bei  der  öffentlichen  Impfung  in  München  seit  Jahren  ein  gedrucktes  Zirkular
verteilt  wird,  welches  die  Angehörigen  der  Impflinge  kurz  und  leicht  faßlich  über  die  Verhaltungsmaßregeln
  nach  der  Impfung  belehrt  und  für  den  Erkrankungsfall  unentgeltlich
ärztliche  Hilfe  anbietet,  wird  auf  Grund  der  bisherigen  Erfahrungen  angenommen,  daß  jede
nur  einigermaßen  erhebliche  Erkrankung  eines  Impflings  zur  Kenntnis  des  Impfarztes  kommt.
Wenn  sich  darunter  auch  Erkrankungen  befanden,  die  mit  der  Impfung  in  keinem  ursächlichen
Zusammenhange  standen,  so  wurden  solche  einzelnen  Besuche  doch  niemals  als  große  Belastung
empfunden,  um  so  weniger,  als  auch  bei  Gelegenheit  von  nutzlosen  oder  überflüssigen  Besuchen
durch  Belehrung  gut  gewirkt  werden  kann.

Der  Umstand,  daß  bei  den  öffentlichen  Impfterminen  ein  großer  Teil  der  Kinder
Münchens  durch  die  Hand  des  Impfarztes  der  Stadt  zu  gehen  pflegt,  hat  im  Berichtsjahr
Anlaß  zu  genauen  Erhebungen  darüber  gegeben,  wie  es  sich  mit  dem  Stillen  der  Kinder
seitens  der  Mütter  der  Landeshauptstadt  verhält,  da  die  Sterblichkeit  der  Kinder  des  ersten
Lebensjahres  in  München  sehr  hoch  ist.  Die  im  Jahre  1903  gewonnenen  Erfahrungen
konnten  aus  dem  Grunde  nicht  als  vollständig  und  endgültig  gelten,  weil  die  Erhebungen
über  diese  Frage  nicht  das  ganze  Jahr  umfaßten;  sie  wurden  deshalb  fortgesetzt.  Es  kann
nunmehr  ausgesprochen  werden,  daß  die  gewonnenen  Ziffern  des  Berichtsjahrs  zu  einem  für
die  Mütter  der  Landeshauptstadt  geradezu  niederdrückenden  Ergebnisse  geführt  haben.  Der
Bericht  darüber  wird  anderweitig  veröffentlicht.

Aus  Dresden  wurde  berichtet,  daß  bei  2  Impfungen  ein  urticariaartiges  Exanthem
auftrat,  welches  nur  wenige  Tage  bestand.  Mit  derselben  82  Tage  alten  Lymphe  sind
1227  Erstimpfungen  gemacht  worden,  ohne  daß  sonst  ein  solches  Exanthem  auftrat.  Ferner
kamen  mehrere  erysipelartige  Entzündungen  bei  Anwendung  einer  63  Tage  alten  Lymphe  vor,
mit  welcher  2118  Erstimpfungen  gemacht  wurden,  ohne  daß  starke  entzündliche  Begleiterscheinungen
  im  übrigen  zu  bemerken  waren.  In  mehreren  Fällen  wurde  entzündliche
Rötung  der  Haut  in  der  Umgebung  der  Impfstelle  beobachtet.