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Nach  Leipzig  sind  außer  einigen  stärkeren  Randentzündungen  und  zwei  Abszedierungen
in  der  Umgegend  der  Impfstelle  krankhafte  Folgeerscheinungen  nicht  gemeldet  worden.

In  Stuttgart  erkrankte  ein  Kind  an  einer  Zellgewebsentzündung  am  Oberarm,  welche
nach  Eröffnung  heilte.  Es  war  anzunehmen,  daß  die  Infektion  bei  diesem  Kinde,  dessen
Impfblattern  anfänglich  einen  regelmäßigen  Verlauf  genommen  hatten,  erst  während  der
vorschriftswidrigen  Nachbehandlung  in  der  unreinen  Wohnung  der  Eltern  entstanden  ist.

In  Cannstatt  wurde  am  31.  Oktober  ein  am  23.  Juni  geimpftes  Kind  vorgestellt,
bei  dem  die  vernarbten  Impfstellen  etwas  gerötet  und  ihre  Umgebung  von  einem  pustulösen
Ausschlag  besetzt  war.  Die  Mutter  hatte  die  Armchen  seit  der  Nachschau  (am  30.  Juni)
mit  Schweineschmalz  mißhandelt.  Heilung  erfolgte  in  kürzester  Zeit.  Eine  Volksschülerin
hatte  in  der  zweiten  Woche  nach  der  Impfung  ein  geschwollenes  linkes  Handgelenk  mit
Bläschenausschlag  infolge  von  Mückenstichen;  eine  zweite  hatte  3  Tage  nach  der  Impfung
stärkeres  Fieber  von  einer  Angina  herrührend;  eine  dritte,  aus  der  Schweiz  zugezogene
Schülerin  (Erstimpfling)  bekam  eine  Rötung  von  der  Schulter  bis  zum  Ellbogen,  die  indes
leicht  heilte;  eine  vierte  zeigte  eine  leichte  Anschwellung  einer  Achsel  und  einer  Nackendrüse
am  8.  Tage,  Heilung  trat  nach  wenigen  Tagen  ein.

Nach  Darmstadt  sind  durch  keinen  der  28  Berichte  Mitteilungen  über  die  Beobachtung
krankhafter  Erscheinungen  bei  den  öffentlichen  Impfungen  gelangt.  Im  Gegenteil  wurde  von
einer  großen  Zahl  von  Impfärzten  erwähnt,  daß  die  Impfungen  sehr  gut  verlaufen,  daß
stärkere  Randröten  selten  gewesen  und  daß  wohl  Drüsenschwellungen  in  der  Achselhöhle,  aber
keine  Abszesse  beobachtet  worden  seien.  Auch  auf  den  Karten  der  praktischen  ÄArzte  war  nur
einige  Male  von  stärkeren  Hautentzündungen  die  Rede.  Fälle  von  Früh=  und  Späterysipel
sind  nicht  bemerkt  worden,  ebensowenig  solche  von  Phlegmonen  oder  Verschwärung;  Hautausschläge
  wurden  kaum  erwähnt.  Dem  Vorstande  der  Impfanstalt  kam  in  seiner  eigenen
Impsfpraxis  ein  Fall  von  Anschwellung  der  Achsellymphdrüsen  mit  Vereiterung  bei  einem
Erstimpflinge  vor;  die  Schwellung  der  Drüse  stellte  sich  erst  einige  Tage  nach  der  Nachschau
ein;  der  Abszeß  entwickelte  sich  rasch,  ebenso  rasch  erfolgte  die  Heilung  nach  der  Entleerung
des  Eiters.  Eine  nachträgliche  Infektion  der  unreinlich  gehaltenen  Impfstelle  war  offenbar.

Eine  Pemphigusentwickelung  sah  der  Vorstand  der  Anstalt  bei  einer  Besichtigungsreise
in  Bretzenheim,  Kreis  Mainz.  Die  Blasen  hatten  sich  aber  nicht  etwa  an  der  Impfstelle,
sondern  in  der  Leistengegend  gezeigt,  an  einer  Stelle,  wo  eine  Verletzung  eingewirkt  haben
sollte.  Der  Zusammenhang  zwischen  Blasenbildung  und  Impfung  ist  in  diesem  Falle  zum
mindesten  sehr  fraglich.

Der  praktische  Arzt  Dr.  H.  in  R.  teilte  am  29.  März  1904  folgendes  über  die
Impfung  seines  eigenen  Sohnes  mit:  „Am  7.  März  impfte  ich  mit  Nr.  I,  kühl  und  trocken
aufbewahrt,  mein  am  12.  April  1903  geborenes  Kind  W.,  welches  vollkommen  gesund  und
kräftig  erschien.  Die  Impfung  geschah  peinlich  aseptisch,  die  Lymphe  wurde  mit  sterilem
Instrument  direkt  aus  der  Tube  entnommen.  Schon  am  2.  Tage  nach  der  Impfung  waren
sämtliche  4  Pusteln  typisch  entwickelt,  aber  zugleich  auch  die  ganze  Impfstelle  entzündlich
gerötet.  Diese  Rötung  nahm  an  den  nächsten  Tagen  zu  und  erstreckte  sich  nach  oben  auf
den  Hals,  nach  unten  bis  auf  die  Ellbogengegend;  die  Achsel-  und  Halsdrüsen  schwollen
an  und  der  ganze  Oberarm  war  bretthart  infiltriert.  Dabei  bestand  mäßiges  Fieber,  das
Kind  war  sehr  unruhig  und  trank  wenig.  Am  7.  Tage  bräunten  sich  die  Pusteln  und
schienen  einzutrocknen;  gleichzeitig  schossen  aber  in  der  Nachbarschaft  wenigstens  12  linsengroße
Impfpusteln  auf.  Am  20.  März  ließ  die  entzündliche  Rötung  und  Schwellung  nach,  und
die  ganze  Impfstelle  fing  stark  zu  eitern  an,  so  daß  der  Verband  täglich  mehrmals  gewechselt
werden  mußte.  Die  Impfsschnitte  bildeten  geradezu  tiefe  Löcher  und  eitern  auch  jetzt  (29.  März)