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nicht  zu  Versuchen  aus,  zumal  in  diesem  Jahre  die  Impfstoffgewinnung  die  sämtlichen  Mittel
der  Anstalt  in  Anspruch  nahm  und  sogar  eine  Nachbewilligung  nötig  machte.

In  Cöln  wurden  im  Verein  mit  Direktor  Dr.  Czaplewski  in  dem  Bakteriologischen
Laboratorium  der  Stadt  Cöln  erfolgreiche  Übertragungen  von  Vakzine  auf  die  Bauchhaut
  von  Kaninchen  mehrfach  gemacht.  Die  Tiere  erwiesen  sich  gegen  eine  spätere  Nachimpfung
  (nach  14  Tagen)  immun.

Von  einem  sehr  dichten  und  ziemlich  schweren  Varizellen-Falle  in  der  städtischen  Krankenanstalt
  Lindenburg  entnommene  Lymphe  wurde  auf  Kalb  Nr.  50  verimpft  ohne  jeden  Erfolg;
8  Tage  später  wurde  das  Kalb  mit  Vakzine  mit  sehr  reichem  Erfolge  (19  g  Rohstoff)  geimpft.

Aus  Dresden  wurde  berichtet:  Da  die  Vakzine  bei  der  Fortpflanzung  von  Kalb  zu
Kalb  sehr  bald  schwach  und  kurzlebig  wird,  ihre  Regenerierung  durch  humanisierte  Lymphe
aber  wegen  der  Schwierigkeit,  auf  welche  die  Abimpfung  geeigneter  Kinder  stößt,  nicht  in
ausreichendem  Maße  und  besonders  nicht  im  Beginn  der  Lymphegewinnungskampagne,  in
den  ersten  fünf  Monaten  des  Jahres,  ausgeführt  werden  kann,  hat  der  Vorstand  auch  in
diesem  Jahre  wieder  versucht,  diese  Regenerierung  durch  die  Einschaltung  einer  anderen  Tierspezies
  zwischen  Kalb  und  Kalb  zu  erreichen.  In  der  Anstalt  wurden  zu  diesem  Zwecke  im
Dezember  1  Esel  und  2  Schweine  geimpft;  der  gewonnene  Impfstoff  wird  auf  Kälber  übertragen
werden.  In  den  Jahren  1898  bis  1903  wurden  bereits  zu  gleichem  Zwecke  und  meist  mit
Erfolg  5  Pferde,  12  Esel,  4  Schweine,  4  Ziegen,  2  Schafe  geimpft  und  im  Jahre  1905
sollen  die  Versuche  auch  auf  Kaninchen  erstreckt  werden.

Aus  Darmstadt  wurde  folgendes  mitgeteilt:

An  dieser  Stelle  seien  nur  die  Ergebnisse  der  bakteriologischen  Untersuchung  der  Anstaltslymphe
  mitgeteilt,  welche  in  dem  Hygienischen  Institut  der  Landesuniversität  ausgeführt
werden.  Es  wird  je  eine  Probe  der  fertiggestellten  Lymphe  sofort  nach  Gießen  gesandt  und
dort  ein  Teil  sofort,  ein  anderer  nach  4  Wochen  bakteriologisch  geprüft.  Nach  48  stündigem
Stehen  der  Platten  im  Brutschranke  (eine  wird  mit  0,0  cem,  die  zweite  mit  0,=  cem  Lymphe
beschickt)  erfolgt  die  Auszählung.  Die  Ergebnisse  sind  hierunter  zusammengestellt:

Impfstoff=  ab  1.  Unter-  Zahl  der  Keime  2.  Unter-  Zahl  der  Keime
nahme

nummer  suchung  in  1  ccm  suchung  in  1  ccm
1  23.  J.  80.  I.  35  700—33  800  5.  III.  210—180
I  15.  III.  17.  III.  20  650—17  500  16.  IV.  40—  45
II  22.  III.  24.  III.  1730—  1445  23.  IV.  80—  35
VI  29.  III.  31.  III.  71830—  8200  2.  V.  10—  15
V  12.  IV.  16.  IV.  4160—  3700  21.  V.  90—  80
VI  19.  IV.  21.  IV.  1  430—  1140  28.  V.  20—  15
VII  17.  V.  19.  V.  420—  435  19.  VI.  20—  25
VIII  7.  IX.  10.  IX.  110—  155  9.  X.  20—  15
IX  12.  X.  14.  X.  28  100—26  850  17.  XI.  30—  40

Die  Wirkung  des  Tegminverbandes,  sowie  die  Wirkung  der  vierwöchigen  Ablagerung
wird  aus  den  vorstehenden  Zahlen  ersichtlich.

In  Weimar  haben  zahlreiche  Vorversuche  im  Jahre  1903  dazu  geführt,  die  Regenerierung

  der  Lymphe  nach  der  von  Calmette  und  Guerin  in  Lille  für  diesen  Zweck
geübten  Einschiebung  von  Kaninchen  zu  prüfen.  Die  weitere  Prüfung  hat  die  volle  Bestätigung
der  Calmetteschen  Angaben  gebracht.  Die  frisch  auf  dem  Kaninchen  gezüchtete  Vakzine  gibt
auf  der  Haut  von  Kälbern,  von  erwachsenen  Tieren  und  auf  dem  Kinderarm  eine  Vakzine
von  typischem  21tägigen  Verlauf  bis  zum  Abborken  auf  dem  Kinderarm.  Bei  Gelegenheit
der  Zusammenkunft  der  Impfinstitutsvorsteher  im  Jahre  1904  in  Weimar  konnte  den  An-