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entschieden  reizlosen  Verlauf  und  unterscheidet  sich  hierdurch  vorteilhaft  von  den  jungen
Retrovakzinestämmen.

Die  Kontrolle  der  Virulenz  für  die  zur  Versendung  gelangende  auf  obige  Weise
regenerierte  Kälberlymphe  ist  in  der  Weimarischen  Anstalt  ebenfalls  in  Anlehnung  an  die
Kaninchen--Vakzinationen  ausgebildet  worden.  Die  Kontrolle  ist  leicht  in  solchen  Städten,
in  welchen  das  ganze  Jahr  hindurch  an  bestimmten  Wochentagen  öffentliche  Impfungen
vorgenommen  werden.  Schwierig  wird  sie  zu  der  Zeit  wo  das  Impfgeschäft  ruht,  in  den
heißen  Monaten  und  im  Winter.  Gewöhrlich  erfolgt  die  Prüfung  durch  Beobachtung  des
Impfergebnisses  auf  dem  Kinderarm  am  8.  Tage.  In  manchen  Fällen  ist  es  erwünscht,
nicht  so  lange  warten  zu  müssen.  Zur  Abkürzung  dieser  Zeit  um  3  bis  4  Tagen  ist  daher
von  Dr.  Chaumier  in  Lyon  ein  neues  Verfahren  angegeben,  welches  er  jüngst  im  Anschluß
an  die  Verhandlungen  in  der  medizinischen  Gesellschaft  zu  Lyon  mitgeteilt  hat.  Er  geht
dabei  von  folgenden  Sätzen  aus:  „Je  reichlicher  der  Ertrag,  desto  geringer  die  Virulenz.
Die  kleinen  Pusteln  geben  den  virulenteren  Stoff.  Je  älter  die  Lymphe,  wenn  sie  virulent
geblieben  ist,  desto  sicherer  der  Erfolg“.  (Professor  Leoni  vom  Impfinstitut  in  Rom  gibt
die  gleichen  Regeln  in  den  Worten:  Frische  Lymphe  —  schlechte  Lymphe;  alte  Lymphe  —  gute
Lymphe).  Seine  Kontrolle  nach  3  mal  24  Stunden  auf  dem  Kinderarm  ist  die  folgende:
Er  verimpft  auf  dem  rechten  Kinderarm  eine  anerkannt  tadellose  Vakzine  mit  4  Schnittchen,
auf  dem  linken  Kinderarm  ebenso  die  zu  kontrollierende  Lymphe.  Die  virulente  Lymphe
hat  nach  2½⅛  bis  3  mal  24  Stunden  Bläschen  erzeugt  von  der  Gestalt  wie  in  Fig.  1
Nr.  6.  Hat  die  Kontrollstelle  auf  dem  linken  Arm  die  Gestalt  von  Nr.  1,  so  ist  die
Lymphe  unwirksam;  Nr.  2  entsteht  bei  sehr  schwacher  Lymphe;  auch  Nr.  3  und  4  sind
noch  schwach;  Nr.  5  zeigt  nach  3  mal  24  Stunden  die  gute  Lymphe;  Nr.  6  die  tadellose
virulente  Lyomphe.  In  Nr.  6  ist  die  Pustel  so  lang  wie  der  Schnitt  und  abgerundet.  Es
soll  nur  solche  Lymphe  verschickt  werden,  die  nach  3  mal  24  Stunden  Pusteln  wie  No.  5
und  6  erzeugt.  Zeigt  daneben  die  Pustel  später  die  Neigung  zum  Eitern,  so  soll  die  Lymphe
2  bis  3  Monate  lang  lagern  und  alsdann  nochmals  geprüft  werden.

Am  Kaninchenohr  reift  die  Vakzine  nach  5  Tagen.  Leider  läßt  sich  der  Erfolg  nicht
bereits  nach  3  mal  24  Stunden  abschätzen,  da  die  Reaktionserscheinungen  in  der  Umgebung
des  Schnittes  nur  schwach  ausgesprochen  sind  und  allein  bei  durchfallendem  Licht  am  weißen
Kaninchenohr  sich  beurteilen  lassen.  Das  Verfahren  ist  jedoch  gut  und  brauchbar,  sofern
eben  nicht  ein  Kinderarm  zur  Kontrolle  vorhanden  ist.

Die  Kontrolle  der  Vakzinevirulenz
1.  auf  dem  Kinderarm  nach  3  2c  24  Stunden.

1.  2.  3.  3.  6
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2.  am  Ohr  von  weißen  Kaninchen  nach  5  X  24  Stunden.
7

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1.  Unwirksame  Lymphe,  2.  3.  4.  Schwache  Lymphe.
5  Ziemlich  gute  Lymphe,  6  Virulente  Lymphe.
(a  Impfschnitt;  b  Bläschen;  c  Entzündungsröte  bei  durchfallendem  Licht.)