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Schafpockenimpfung  ein  geringer  Grad  der  Immunität  gegen  die  Vakzine  bei  dem  Kalb
zurückgeblieben  war.

6.  Schafpocken  am  Kaninchen.  Die  so  gut  wie  vollständige  Unempfänglichkeit  der
Kaninchen  für  die  Wirkung  der  Ovine  ist  im  Abschnitt  A  5  geschildert  worden.

7.  Schafpocken  am  Schwein.  Das  zur  Erprobung  der  Ovinewirkung  auf  das
Schwein  eingestellte  Ferkel  erhielt  am  2.  Dezember  an  seinen  Zitzen  und  an  der  linken
Leistenbeuge  eine  Reihe  von  Impfschnitten.  Hier  wurden  die  Reste  der  aus  Paris  eingeschickten
  Ovine  in  verdünntem  Zustande  eingeimpft,  außerdem  der  Versuch  gemacht,  etwas
davon  unter  die  Haut  zu  spritzen.  Gegen  diese  Einspritzung  wehrte  das  Tier  sich  sehr;
sie  ist  möglicherweise  mißlungen.  Subkutan  entstand  hier  nichts,  auch  die  Impfschnitte
blieben  reizlos,  nur  die  stark  schraffierte  Stelle  in  der  Leiste  war  am  4.  Tage  um  ein
weniges  verdickt.  Am  12.  Dezember,  dem  8.  Tage,  erhielt  das  Tier  ungefähr  2  cem  von
der  Aufschwemmung  der  Ovinegeschwulst  des  Lammes.  Jetzt  bildete  sich  an  der  Einstichstelle
  eine  flache,  ovale  Geschwulst,  welche  am  10.  Tage,  dem  22.  Dezember,  eine  Länge  von
etwa  3½  em  erreichte  und  prall  fluktuierte,  dann  ziemlich  lange  unverändert  bestand  und  um
Mitte  Januar  nach  und  nach  kleiner  wurde.  Zu  einem  Durchbruch  des  Inhaltes  nach
außen  kam  es  nicht.  Das  Tier  blieb  dabei  in  guter  Verfassung.  Am  5.  Januar,  dem
24.  Tage  nach  der  2.  Einspritzung,  zeigten  sich  bei  einem  Anstieg  der  Temperatur  von
39,2  auf  39,6°  am  Bauche  des  Tieres  blasse  Knötchen  ähnlich  geschwollenen  Follikeln  auf
blaß  geröteter  Fläche,  2  Tage  später  ließ  sich  die  Oberhaut  an  einzelnen  Stellen  von  Linsengröße
  auf  ihrer  Unterlage  etwas  verschieben,  und  es  zeigten  sich  dazwischen  einzelne  Peiechien.
Nach  Ablauf  einer  guten  Woche  war  von  alledem  nichts  mehr  zu  sehen.  Die  Temperatur
des  Tieres  betrug  zur  Zeit  der  ersten  Einspritzung  39,,0.  Am  Tage  nach  dieser  Einspritzung
stieg  sie  auf  40,10,  erreichte  mit  langsamem  Abstieg  bis  zum  6.  Tage  die  Anfangstemperatur
von  39  /°  wieder  und  sank  dann,  trotz  der  zweiten  Einspritzung  weiter  bis  auf  39,#0,  um
zur  Zeit  des  Ausbruches  des  Ausschlages  wieder  auf  39,60  zu  steigen.  Die  zweite,  sehr
massenhafte  Einspritzung  hat  also  an  dem  Schwein  keinerlei  Fieber,  sondern  fast  nur  die
Entwickelung  einer  recht  ansehnlichen  deutlich  schwappenden  Geschwulst  hervorgerufen,  welche
ganz  langsam,  im  Laufe  von  7  Wochen  aufgesogen  worden  ist.

8.  Vakzine  am  ovinisierten  Schweine.  Obiges  am  2.  und  12.  Dezember  mit
Ovine  subkutan  infizierte  Schwein  wurde  am  26.  Januar,  also  8  Wochen  nach  der  ersten
Einspritzung  in  Schnittmanier  mit  frischer  etwas  mit  Salzwasser  verdünnter  Kinderlymphe
geimpft.  Als  Impsstelle  diente  die  ziemlich  zarte  Haut  um  den  Scheideneingang.  Das
Tier  blieb  anfangs  munter,  doch  stieg  seine  Temperatur  bis  zum  4.  Tage,  das  Tier  lag
matt  und  schien  bei  jeder  Bewegung  Schmerz  zu  empfinden.  Am  6.  Tage  kehrte  mit  dem
Nachlaß  des  Fiebers  die  Beweglichkeit  des  Tieres  zurück.  Am  30.  Januar,  dem  4.  Tage,
entwickelten  sich  auf  dem  Impffelde  mehrere  Papeln,  die  zum  Teil  schon  am  5.,  zum  Teil
am  6.  Tage  zurückgingen,  sich  zum  Teil  mit  kleinen  Borken  bedeckten,  also  nicht  zu  ordentlichen
  Bakzinepusteln  wie  beim  Menschen  oder  Kalbe  ansbildeten.  Beim  Schweine  entwickeln
sich  nach  Verimpfung  kräftiger  Vakzine  kräftige  Vakzinepusteln.  Hier  gedieh  die  Vakzine
nicht  zu  vollendeter  Form,  wahrscheinlich  weil  eine  von  dem  voraufgegangenen  Ovineprozeß
zurückgebliebene  Immunität  es  verhinderte.

Die  Inokulation  der  beiden  Schafe  mit  Ovine  bot  die  lang  ersehnte  Gelegenheit,
bei  einer  Krankheit,  die  innige  Verwandtschaft  und  die  größte  Ahnlichkeit  mit  der  Variola  vera
darbietet,  sowohl,  was  die  Schwere  der  Erkrankung,  als  auch  den  Grad  der  Infektiosität
betrifft,  im  Inkubationsstadium  das  Blut  zu  untersuchen.  Sind  die  Ansichten  über  die
Infektiosität  des  Blutes  bei  der  Ovine  wie  der  Variole  auch  noch  geteilt,  so  spricht  doch