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das  klinische  Verhalten  dafür,  daß  zu  einer  bestimmten  Zeit,  zwischen  dem  Anfange  der
Erkrankung  und  dem  Ausbruche  des  allgemeinen  Ausschlags  das  Krankheitsgift  im  Blute
kreisen  muß.  Es  wurde  demgemäß  beiden  Tieren  alle  24  Stunden  Blut  entnommen,  zunächst
aus  dem  Ohre,  später  auch  durch  Einstich  in  die  nach  der  Inokulation  entstandenen  Tumoren.
2mal  24  Stunden  nach  der  Inokulation  fanden  sich  auch  bei  dem  Hammel,  einem  sehr
kräftigen  Tiere,  das  seit  7  Monaten  im  Anstaltsstalle  gewesen  war  —  das  Tier  ist  dort
als  ganz  junges,  etwa  4  wöchiges  Tier  eingestellt  worden  und  stets  gesund  gewesen  —  in
spärlicher  Menge  in  den  roten  Blutkörperchen  sehr  kleine  Parasiten,  die  in  typischer  Weise
sich  nach  Giemsa  färbten,  einen  roten  Kern  und  blaues  Protoplasma  zeigten.  Sie  lagen
teils  zu  2,  teils  einzeln,  teils  in  Form  von  kleinsten  Ringen,  teils  in  Stäbchenform,  bei
denen  ein  deutlicher  roter  Kern  meist  an  der  Spitze  gelagert  war.  Die  Größe  der  Ringe
betrug  ungefähr  den  6.  bis  10.  Teil  eines  roten  Blutkörperchens  (Blutkörperchen  —  5  4.),
die  Länge  der  Stäbchen  war  1,5  bis  2  4c4.  Bei  der  sehr  geringen  Größe  der  Parasiten
war  die  Untersuchung  naturgemäß  außerordentlich  anstrengend,  zumal  in  einem  Ausstrichpräparat
  auf  einem  Objekträger  nur  bis  zu  höchstens  10  Parasiten  gezählt  wurden.  Bedenkt
man  aber,  daß  ein  Ausstrich  eines  Objektträgers  nur  etwa  1:1000  cem  Blut  bedeutet,  so
befindet  sich  doch  im  gesamten  Blut  eine  erhebliche  Menge.  Es  mag  dahingestellt  bleiben,
ob  nicht  eine  Untersuchung  zur  Nachtzeit,  die  aus  äußeren  Gründen  unterblieb,  andere
Ergebnisse  geliefert  hätte.  Dieser  positive  Befund  konnte  bei  dem  Hammel  bis  8  mal
24  Stunden  nach  der  Inokulation  festgestellt  werden.

Die  Parasiten  haben  dem  Berichte  zufolge  die  größte  Ahnlichkeit  mit  Piroplasma.  In

bezug  auf  die  Deutung  des  Befundes  hat  der  Berichterstatter  folgende  Ausführungen  gemacht:

1.  Es  können  die  Parasiten  vor  der  Impfung  vorhanden  gewesen  sein;  das  Tier  hat
vor  der  Einstellung  eine  Erkrankung  durchgemacht,  und  die  Parasiten  sind  noch
vereinzelt  im  Blut  geblieben.  Während  des  Aufenthalts  in  der  Anstalt  wurden
indes  keinerlei  Krankheitserscheinungen  bemerkt.

2.  Der  Hammel  war  im  August  mit  Variola  (aufgeschwemmten  Borken)  geimpft  worden,
hatte  aber  nur  sehr  gering  reagiert.  Haben  die  Parasiten  ihre  Entwickelung  dieser
Impfung  zu  verdanken?  Leider  wurde  das  Blut  des  in  seinem  Befinden  gar  nicht
gestörten  Tieres  nicht  untersucht.

3.  Es  könnte  sich  um  eine  Übertragung  der  Parasiten  durch  die  bei  den  Schafen  fast
ausnahmslos  in  großer  Zahl  vorkommenden  Schafläuse  handeln  —  auch  dieser
Hammel  hatte  sehr  zahlreiche  Schafläuse  —,  in  denen  E.  Pfeiffer  zufolge  mündlicher
  Mitteilung  ausnahmslos  bei  den  weiblichen  Tieren  Trypanosomen  fand.
Schon  aus  diesem  Grunde  wäre  dieser  Befund  von  großem  Interesse.  Andererseits
fand  E.  Pfeiffer  angeblich  in  dem  sehr  oft  untersuchten  Blute  von  Schafen,  auf
denen  die  Schafläuse  gesessen  hatten,  nie  die  oben  beschriebenen  Parasiten.

4.  Es  könnten  diese  Parasiten  in  ursächlichem  Zusammenhange  mit  der  Infektion  durch
Ovine  stehen.  Darüber  müssen  weitere  Versuche,  für  die  im  Frühjahr  wohl  wieder
junge  Lämmer  zur  Verfügung  stehen  werden,  entscheiden.  Selbstverständlich  muß  das
Blut  dieser  Tiere  vor  der  Impfung  auf  das  genaueste  untersucht  werden.  Dann  soll  aber
auch  neben  der  Einimpfung  vor  allem  eine  natürliche  Infektion  bewerkstelligt  werden.

Die  Überimpfung  von  Blut  auf  weiße  Ratten  intraperitoneal  ist  negativ  verlaufen;

die  Tiere  sind  gesund  geblieben  und  hatten  keine  Parasiten.

Das  Blut  des  am  13.  Krankheitstage  getöteten  Schafes  war  steril;  das  Tier  wurde

ätherisiert,  die  Halsschlagader  freigelegt  und  Blut  in  Agarröhrchen  aufgefangen,  vermischt
und  in  Petrischalen  in  den  Brutschrank  gestellt.