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Eintritt  eines  Schneesturms  verhindert.  In  Hesfen  wurden  von  einem  Impfarzt  wegen  der
kalten  Witterung  im  Mai  und  Juni  einige  Termine  auf  die  wärmeren  Tage  verschoben.
Auch  in  Rudolstadt  mußten  die  auf  den  21.  bis  24.  Mai  festgesetzten  Impfsitzungen  für
Erstimpflinge  abgesagt  werden.

Von  größerem  Einflusse  ist  das  Auftreten  ansteckender  Krankheiten  gewesen.  In
Preußen  bedingte  es  in  der  großen  Mehrzahl  der  Bezirke  zahlreiche  Verschiebungen  der
Impftermine.  In  7  Impforten  des  Kreises  Schlochau  mußte  die  Impfung  ganz  unterbleiben,
  in  Kalau  (Reg.-Bez.  Frankfurt)  wurde  sie  erst  im  Dezember  beendet,  weil  anhaltend
Masern  und  Scharlach  geherrscht  hatten.  Auch  in  Bayern  kamen  erhebliche  Störungen  des
Impfgeschäftes  durch  Häufung  von  Kinderkrankheiten  vor.  In  je  9  Amtsbezirken  der  Reg.-Bezirke
  Pfalz  und  Unterfranken  mußten  die  Termine  verschoben  werden,  in  den  Amtsbezirken
Dahn,  Obermoschel  und  Amorbach  fielen  sie  wegen  des  Vorkommens  von  Diphtherie,  Krupp
und  Scharlach  zeitweilig  und  im  Bezirke  Wolfstein  wegen  einer  Keuchhustenepidemie  ganz
aus.  Masern  und  in  ihrem  Gefolge  Keuchhusten  machten  in  32  Amtsbezirken  den  rechtzeitigen
  Vollzug  der  Impfung  unmöglich.  Aus  Sachsen  wird  die  Verschiebung  der  Impfung
wegen  Masern  in  7  Berichten,  wegen  Keuchhustens  und  Scharlachs  in  je  3,  wegen  Windpocken
in  1  Berichte  bemerkt.  In  Württemberg  fanden  Verlegungen  von  Impfterminen  nur  vereinzelt
  wegen  Keuchhustens  statt.  Dasselbe  war  in  Baden  wegen  Masern  und  Keuchhustens
in  8  Bezirken,  wegen  Diphtherie  und  Scharlachs  in  3  Bezirken  der  Fall.  In  Hessen  wurden
wegen  Keuchhustens  und  Masern  in  je  3  Kreisen,  wegen  Scharlachs  in  1  Kreise  Verschiebungen
der  Termine  nötig;  Zurückstellungen  einzelner  Impflinge  kamen  häufiger  vor.  In  Mecklenburg-Schwerin
  mußten  die  Impfungen  wegen  Keuchhustens  und  Masern  in  je  5,  Scharlachs
in  3,  Diphtherie,  Röteln  und  Rotlaufs  in  je  1  Bezirke  verschoben  werden.  In  Sachsen-Weimar
  konnten  an  einzelnen  Orten  überhaupt  keine  Impftermine  abgehalten  werden,  da  im
Frühjahr  und  im  Herbst  Epidemien  herrschten,  so  in  Tiefengruben  erst  Scharlach,  dann
Typhus  und  in  Allstedt  erst  Keuchhusten,  dann  Masern.  In  Mecklenburg-Strelitz  ist
in  einer  Ortschaft  die  Impfung  wegen  Scharlachs  unterblieben.  In  Oldenburg  mußte  sie
in  2  Ortschaften  wegen  Scharlachs  und  wegen  Typhus  verschoben  werden.  In  Sachsen-Altenburg
  mußte  in  einem  Bezirke  eine  große  Anzahl  Kinder  (107  von  735  Impflingen)
wegen  Masern  und  Keuchhustens,  in  Waldeck,  in  Bringhausen,  mehrere  Kinder  wegen
Scharlachs  für  das  nächste  Jahr  zurückgestellt  werden.  In  Schwarzburg-Rudolstadt
wurde  in  1  Bezirke  wegen  Röteln,  in  2  wegen  Masern  die  Impfung  unterbrochen.  In
Reuß  ä.  L.  wurde  in  Remptendorf  wegen  einer  Keuchhustenepidemie  erst  im  September
geimpft;  in  Kossengrün  wurden  die  Erstimpfungen  wegen  Masern  ausgesetzt.  Im  übrigen
sind  erheblichere  Störungen  des  Impfgeschäftes  nicht  vorgekommen.

Eine  Verbreitung  ansteckender  Krankheiten  durch  das  Impfgeschäft  ist  mit  Ausnahme
einiger  Masernfälle  (s.  u.)  nirgends  festgestellt  worden.

Als  Impfärzte  waren  vielfach  beamtete  Ärzte,  sonst  praktische  Ärzte  tätig.  In  17
preußischen  Regierungsbezirken  betrug  z.  B.  die  Zahl  der  beamteten  Impfärzte  222,  die
der  nicht  beamteten  993.  In  Sachsen  waren  unter  489  Impfärzten  wie  bisher  116  Beamte
  im  engeren  Sinne.  In  Württemberg  waren  98  öffentliche  Impfärzte  tätig  gegen
92  im  Vorjahre.  Von  den  28  hessischen  Impfärzten  hatten  3  in  1  bis  10  Orten,  8  in
11  bis  25  Orten,  11  in  26  bis  50  Orten,  4  in  51  bis  75  Orten  und  2  in  76  und  mehr
Orten  das  Impfgeschäft  zu  besorgen;  in  5  Bezirken  wurden  weniger  als  500  Impfungen,
in  3  von  500  bis  1000,  in  je  9  von  1000  bis  2000  und  von  2000  bis  3000  und  in  je
1  von  4000  bis  5000  und  mehr  als  5000  Impfungen  ausgeführt.  In  Braunschweig
waren  die  Physiker,  in  den  Städten  Straßburg  und  Colmar  die  Gemeindeärzte,  in  der