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geimpften  Kindern  beobachtet.  Vereinzelt  kamen  jedoch  bei  Verwendung  von  Lymphe  aus
demselben  Institut  Fehlerfolge  vor,  so  daß  die  Impfungen  wiederholt  werden  mußten.  Auch
der  in  Braunschweig  und  Anhalt  zu  den  öffentlichen  Impfungen  benutzte  Impfstoff  aus
dem  staatlichen  Institute  zu  Bernburg  ließ  teilweise  an  Wirksamkeit  zu  wünschen  übrig;  in
diesen  beiden  Staaten  kamen  bei  den  Erstimpfungen  4,5  bezw.  3/%  0%,  bei  den  Wiederimpfungen
11,  bezw.  7,75%  Fehlerfolge  vor.  Die  mit  Lymphe  aus  Privatanstalten  erreichten  Erfolge
blieben  in  Bayern  wieder  beträchtlich  hinter  denjenigen  zurück,  die  bei  den  öffentlichen  Impfungen
  erzielt  wurden;  so  entwickelten  sich  z.  B.  aus  366  mit  einem  dieser  Impfstoffe  angelegten
  Schnitten  nicht  mehr  als  167  Pusteln.

Der  Eintritt  von  Fehlerfolgen  wurde  von  mehreren  Impfärzten  darauf  zurückgeführt
daß  die  benutzte  Lymphe  zu  alt  gewesen  sei.  Dagegen  haben  andere  beobachtet,  daß  selbst
bei  der  durch  das  epidemische  Auftreten  von  Kinderkrankheiten  bedingten  Verzögerung  der
Impftermine  die  Wirksamkeit  des  Impfstoffs  häufig  noch  nach  Wochen  und  Monaten  unverändert
  geblieben  war.  Trotzdem  hält  der  bayerische  Zentralimpfarzt  es  nicht  für  rätlich,
eine  monatelang  liegen  gebliebene  Lymphe  wieder  zu  verwenden,  sondern  empfiehlt  in  solchen
Fällen  neuen  Vorrat  zu  beschaffen.

Autorevakzinationen,  über  welche  nur  aus  Bayern  berichtet  ist,  sind  nur  noch  von
wenigen  Impfärzten  vorgenommen,  anscheinend  mit  recht  geringem  Erfolge.

Revisionen  von  Impfterminen  fanden  in  Preußen  in  größerer  Zahl  durch  die
Regierungs=  und  Medizinalräte  und  durch  die  Kreisärzte  statt,  soweit  sie  nicht  selbst  als
Impfärzte  tätig  waren.  Die  dabei  festgestellten  Mängel  betrafen  zumeist  die  Listenführung,
ferner  das  Fehlen  eines  Vertreters  der  Ortspolizeibehörde  oder  des  Lehrers  u.  dgl.  Bei
einigen  Impfärzten  gab  die  mangelhafte  Ausführung  der  Desinfektion,  insbesondere  der
Hände,  zu  Rügen  Veranlassung;  im  Reg.-Bez.  Düsseldorf  wurde  ein  Impfarzt  entlassen,  der
sich  als  Gegner  der  Desinfektionsmaßregeln  bekannte.  Bei  den  in  14  badischen  Bezirksämtern
  von  den  beiden  Medizinalreferenten  im  Ministerium  des  Innern  vorgenommenen
Revisionen  fanden  sich  nirgends  wesentliche  Mißstände,  es  wurde  vielmehr  festgestellt,  daß
bei  der  Ausführung  der  Impfungen  die  Aseptik  volle  Berücksichtigung  bei  den  ürzten  gefunden
  hatte.

Der  Gesundheitszustand  der  Impflinge.  Skrofulose  und  Tuberkulose  kamen
unter  den  impfpflichtigen  Kindern  häufig  zur  Beobachtung  und  gaben  vielfach  zu  Zurückstellungen
  Anlaß.  In  Baden  wurden  tuberkulöse  Kinder  überhaupt  nicht  geimpft,  skrofulöse
nur  dann,  wenn  keine  erheblichen  örtlichen  Krankheitserscheinungen  vorhanden  waren.  Syphilis
ist  nur  in  wenigen  Fällen  festgestellt  worden;  damit  behaftete  Kinder  wurden  von  der  Impfung
ausgeschlossen.  Neben  verschiedenen  anderen  akuten  und  chronischen  Krankheiten  gaben
namentlich  allgemeine  Ernährungsstörungen  und  Erkrankungen  der  Haut  zu  Zurückstellungen
Veranlassung.  Von  je  100  Erstimpflingen  (bezw.  Wiederimpflingen)  wurden  zurückgestellt
in  Preußen  9,2  (1,45),  in  Braunschweig  5,35  (Los),  in  Anhalt  7,74  (1,00).  Genauere  Mitteilungen
  liegen  aus  Hamburg  vor.  Von  den  den  dortigen  städtischen  Impfterminen  zugeführten
15  138  Erstimpfliugen  erhielten  1978  —  1306%  ,  von  den  13  365  Wiederimpflingen
679  —  5,08  %  Aufschub.  Die  Veranlassung  bildeten  Hauterkrankungen  bei  Erstimpflingen  948
(und  bei  Wiederimpflingen  242)  mal,  Konstitutionskrankheiten  688  (34),  Augen=  und  Ohrenleiden
  137  (95),  Skrofulose  und  Tuberkulose  133  (263),  andere  innere  Krankheiten  66  (37),
andere  äußere  Krankheiten  6  (8)  mal.

Vorschriftswidrige  Entziehungen  kamen  in  Preußen  bei  2)0r%  der  Erstimpflinge
  und  bei  0,61%  der  Wiederimpflinge  vor.  Ein  bemerkenswerter  Widerstand  gegen

das  Impfgeschäft  hat  nicht  bestanden.  In  Bayern  sind  die  meisten  Fälle  im  Amts-10“
