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bezirke  Türkheim  vorgekommen;  es  handelte  sich  dort  um  10  Kinder  (darunter  9  Erstimpflinge)
von  offenkundigen  Impfgegnern,  welche  aus  Wörishofen  stammten.  Es  ist  nicht  zu  verkennen,
daß  bei  dem  lebhaften  Verkehr  an  diesem  Orte,  den  auch  viele  ungeimpfte  Ausländer  aufsuchen,
  eine  derartige  Ansammlung  von  ungeimpften  Kindern  nicht  nur  für  diese,  sondern
auch  für  die  Allgemeinheit  nicht  unbedenklich  ist.  In  Württemberg  hat  die  Zahl  der
vorschriftswidrigen  Entziehungen  weiter  abgenommen;  sie  betraf  1,50%  der  Erst-  und  004%
der  Wiederimpflinge.  Aus  Baden  sind  im  ganzen  7  Fälle  berichtet;  in  einem  Falle  wurde
die  Vornahme  der  Nachschau  an  einem  bereits  geimpften  Kinde  verweigert.

Daß  Angehörige  von  Impflingen  durch  Abwischen  der  Impfstelle  mit  speichelbenetzten
Fingern  oder  mit  Taschentüchern  den  Impfstoff  aus  den  Schnitten  herauszubringen  versuchten,
ist  auch  im  Berichtsjahre  hier  und  da  beobachtet  worden.  Einem  derartigen  Verfahren,  das
wenn  auch  im  allgemeinen  nicht  den  Erfolg  der  Impfung  zu  beeinträchtigen,  so  doch  Gesundheitsbeschädigungen
  der  Impflinge  herbeizuführen  geeignet  ist,  kann  mit  Erfolg  nur  durch
Belehrung  über  den  Zweck  und  den  Wert  der  Impfung  entgegengetreten  werden;  für  die
Wiederimpflinge  erscheint  die  Schule  zur  Erfüllung  dieser  Aufgabe  am  besten  geeignet.  Wenn
nach  dem  Berichte  des  bayerischen  Zentralimpfarztes  mehrfach  die  Impfärzte  über  die
Teilnahmlosigkeit  geklagt  haben,  mit  welcher  die  Schullehrer  der  Impfung  gegenüberstanden,
so  scheint  es  sich  dabei  doch  nur  um  vereinzelte  Vorkommnisse  gehandelt  zu  haben,  die
vielleicht  dadurch  veranlaßt  sind,  daß  die  betreffenden  Lehrpersonen  selbst  nicht  hinreichend
darüber  unterrichtet  waren,  welche  Bedeutung  der  einwandfreien  Durchführung  der  Impfung
sür  das  Volkswohl  zukommt.  Eine  verständnisvolle  Mitarbeit  der  Lehrer  ist  zweifellos
geeignet,  erheblich  zur  glatten  Erledigung  des  Impfgeschäftes  beizutragen.  Dem  Wunsche
nahmhafter  Impfärzte,  es  möchte  das  Verständnis  für  einen  so  wichtigen  Teil  der  vorbeugenden
  Seuchenbekämpfung,  wie  es  die  Impfung  ist,  schon  durch  entsprechende  Unterweisung
  der  angehenden  Lehrer  gefördert  werden,  gebührt  deshalb  lebhafte  Zustimmung.

Den  Krankheitsfällen,  welche  kürzere  oder  längere  Zeit  nach  der  Impfung  bei  Impflingen
  vorgekommen  und  zum  Teil  als  Impfschädigungen  angesprochen  sind,  ist  von  den
Impfärzten  und  den  Behörden  auch  im  Berichtsjahre  eine  besondere  Aufmerksamkeit  zugewendet
  worden.

Entzündungen  der  Haut  in  der  Umgebung  der  Inmpfstellen  sind  in  sehr  vielen
Bezirken  mehr  oder  minder  häufig  zur  Beobachtung  gelangt,  zumeist  veranlaßt  durch  Stöße,
Kratzen  und  sonstige  durch  Unachtsamkeit  herbeigeführte  Beschädigungen.  Teilweise  schienen
die  Entzündungserscheinungen  durch  eine  ungewöhnlich  starke  Wirkung  des  Impfstoffes  bedingt
  zu  sein;  dies  machte  sich  z.  B.,  wie  im  Vorjahre,  in  Hamburg  geltend,  wo  wiederum
der  durch  Münchener  Variolavakzine  aufgekräftigte  Impfstoff  zur  Verwendung  kam.  Die
Ursache  der  höheren  Wirksamkeit  hat  sich  nicht  ermitteln  lassen,  auch  nicht  durch  bakteriologische
  Untersuchung  des  Impfstoffes.  In  Rudolstadt,  wo  ebenfalls  entzündliche  Erscheinungen
  an  der  Haut,  teilweise  mit  Anschwellung  und  Entzündung  der  benachbarten
Lymphdrüsen  sich  verhältnismäßig  häufig  zeigten,  suchte  der  Impfarzt  die  Reizerscheinungen
dadurch  zu  vermindern,  daß  er  die  Schpnitte  kürzer  als  sonst  anlegte  und  soweit  als  irgend
möglich  anseinander  rückte.

Alle  derartigen  Entzündungserscheinungen  haben  sich  durch  sachgemäße  Behandlung  in
kurzer  Zeit  beseitigen  lassen.  Nur  in  wenigen  Fällen  kam  es  zu  einer  Vereiterung  der  Achseldrüsen,
  die  die  operative  Eröffnung  des  Abszesses  nötig  machte;  ausnahmslos  gingen  auch
diese  Fälle  in  Heilung  aus.

Verschwärungen  der  Impfpusteln  sind  nur  in  geringer  Zahl  zur  Beobachtung  gekommen.
  Wie  der  bayerische  Zentralimpfarzt  berichtet,  wiesen  die  so  erkrankten  Kinder  viel-