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8½  Wochen  nach  der  Impfung  bestand  nur  noch  etwas  Rötung  und  Rauhigkeit  auf  dem  Arm  und  im
Gesicht,  im  übrigen  war  das  Kind  gesund.

Ebenso  wurde  ein  in  Hannover  vorgekommener  Fall  von  eitrigem  Hautausschlag  von
impfgegnerischer  Seite  als  Folge  der  Impfung  ausgegeben.  1)

Der  Ausschlag  soll  14  Tage  nach  der  Impfung,  als  die  Pusteln  bereits  abgetrocknet  waren,  begonnen,
  sich  über  den  ganzen  Körper  verbreitet  und  etwa  6  Wochen  bestanden  haben.  Schädliche  Folgen
sind,  wie  die  amtliche  Ermittelung  ergeben  hat,  nicht  zurückgeblieben.  Da  bei  zahlreichen  mit  demselben
Impfstoffe  vorgenommenen  Impfungen  keine  derartigen  Erscheinungen  beobachtet  sind,  und  da  die  Impfung
selbst,  wie  festgestellt  wurde,  unter  allen  Vorsichtsmaßregeln  ausgeführt  ist,  kann  sie  als  Ursache  der  Erkrankung
  nicht  angesehen  werden.

Bei  einem  ferneren  als  Impfschädigung  hingestellten  ?)  Falle  von  Ausschlag  im  Gesicht
ergab  sich,  daß  nach  Angabe  der  Mutter  des  Impflings  der  Ausschlag  schon  vor  der  Impfung
vorhanden  und  zur  Zeit  der  Impfung  gering  gewesen  war,  sich  auch  nachher  nicht  verschlimmert
hatte.  In  Bayern  wurden  mehrere  Fälle  von  Ekzem  der  Impfstelle  beobachtet,  von  welchem
ein  Erkrankungsfall  auf  die  Anwendung  des  unter  dem  Namen  Impfschutz  bekannten  Verbandes
  zurückgeführt  wurde.  In  Landshut  bekam  ein  Erstimpfling  an  den  Lidern  beider
Augen  einen  Bläschenausschlag  mit  milchig  getrübtem  Inhalt,  der  jedoch  ohne  Narben  heilte.
Ein  allgemeiner  Bläschenausschlag  wurde  u.  a.  von  8  bayrischen  Impfärzten  beobachtet.  Im
sächsischen  Impfbezirke  Großenkhain  entstand  im  Anschluß  an  einen  pustulösen  Ausschlag  bei
einem  Erstimpfling  ein  Abszeß  an  der  Brust.

Über  das  Auftreten  von  Vakzinepusteln  an  anderen  Körperteilen  des  Impflings  als
der  Impfstelle  oder  bei  Personen  aus  der  Umgebung  des  Impflings  liegen  Mitteilungen  aus
Preußen,  Bayern,  Sachsen,  Württemberg,  Schwarzburg-Rudolstadt,  Reuß  ä.  L.,  Hamburg
und  Elsaß-Lothringen  vor.  Zumeist  handelte  es  sich  um  einzelne  Pusteln  oder  doch  solche
in  geringerer  Zahl,  die  durch  Übertragung  des  Impfstoffes  mit  den  Fingern  oder  durch
sonstige  Berührung  hervorgerufen  waren.  Am  häufigsten  war  das  Gesicht,  besonders  Nase
und  Ohren  betroffen;  Übertragung  auf  ein  Auge  hatte  in  3  Fällen  stattgefunden,  von  denen
einer  in  Glogau  (Preußen)  durch  fortschreitenden  Brand  mit  dem  Tode  des  Impflings  endigte;
die  übrigen  Fälle  gingen  ohne  Gesundheitsschädigung  in  Genesung  aus,  ebenso  die  ferneren
Fälle  von  einzelnen  Vakzinepusteln  auf  den  Gliedmaßen  und  dem  Rumpf;  an  letzterem  waren
am  häufigsten  die  Geschlechtsteile  betroffen.  Schwereren  Verlauf  zeigten  einige  der  Fälle,  in
denen  es  zum  Auftreten  zahlreicher  Vakzinepusteln  gekommen  war.  Aus  Preußen  sind
9  Fälle  „generalisierter  Vakzine“  berichtet;  von  diesen  nahmen  7  einen  günstigen  Ausgang,
ein  weiterer,  im  Reg.-Bez.  Cöln,  heilte  rasch  und  anscheinend  günstig  ab,  jedoch  erfolgte  etwa
4  Wochen  später  bei  dem  früher  ganz  gesunden  Kinde  plötzlich  der  Tod,  wahrscheinlich  infolge
einer  Nierenentzündung,  die  auf  die  Vakzineerkrankung  zurückgeführt  wurde.  Im  letzten  Falle
handelte  es  sich  um  einen  Erstimpfling,  der  von  jeher  mit  einem  ausgebreiteten  Hautausschlage
  behaftet  und  deshalb  im  vorhergehenden  Jahre  von  der  Impfung  befreit  worden  war.
Der  Impfarzt  hielt  dieses  Mal  die  Vornahme  der  Impfung  für  unbedenklich.  Nach  mehreren
Tagen  kam  es  jedoch  zur  Bildung  von  Vakzinepusteln  an  den  Armen,  dem  Gesicht,  dem  Hals
und  anderen  Körperstellen.  Zwar  besserte  sich  das  Befinden  des  Kindes  vorübergehend,  sodann
  aber  traten  Bronchialerscheinungen  und  heftige  Durchfälle  auf,  denen  das  Kind  am
17.  Tage  nach  der  Impfung  erlag.  Auch  in  dem  bayrischen  Amtsbezirke  Aub  wurde  eine
ernstere  Vakzineerkrankung  bei  einem  Kinde  beobachtet,  das  an  einem  ganz  leichten  Ekzem
der  rechten  Wange  erkrankt  war;  es  traten  zunächst  im  Gesicht,  weiterhin  an  dem  Kopfe,
dem  Rücken,  den  Händen  und  der  Scheide  Pusteln  auf,  das  Kind  überstand  die  Erkrankung

1)  In  der  Zeitschrift  „Der  Impfgegner“  1903,  Nr.  1.
2)  Ebenda  1902,  Nr.  10.