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In  Frankenthal  erkrankte  ein  Kind  5  bis  6  Tage  nach  der  Impfung  an  Pemphigus,
wobei  sich  zunächst  eine  Impfpustel  zu  einer  großen,  mit  blutig  gefärbtem  Serum  gefüllten  Blase
umwandelte.  Es  entwickelte  sich  allmählich  ein  ausgebreiteter,  allgemeiner  Pemphigusausschlag,
der  den  Kräftezustand  des  Kindes  sehr  herabsetzte.  Nach  einiger  Zeit  trat  langsame  Besserung
und  endlich  vollkommene  Heilung  ein.  Der  Krankheitsfall  blieb  vereinzelt.

Erkrankungen  an  Windpocken  sind  bei  Impflingen  in  größerer  Zahl  nur  in  Hamburg
  beobachtet,  wo  sie  überhaupt  sehr  verbreitet  waren;  10  beobachtete  Fälle  verliefen  bis
auf  1  ohne  Besonderheiten,  in  letzterem  traten  am  12.  Tage  nach  der  milde  und  regelrecht
verlaufenen  Impfung  und  am  6.  Tage  nach  dem  Ausbruch  der  Windpocken  Krämpfe  hinzu,
denen  das  Kind  nach  weiteren  4  Tagen  erlag.  Ein  Zusammenhang  zwischen  den  Krämpfen
bezw.  dem  Tode  des  Kindes  und  der  Impfung  erscheint  ausgeschlossen.  Im  bayrischen  Amtsbezirke
  Thurnau  wurde  in  einem  von  Windpocken  befallenen  Orte  bei  einem  Erstimpfling
ein  windpockenartiger  Ausschlag  neben  4  gut  entwickelten  Pusteln  beobachtet;  das  Allgemeinbefinden
  des  Kindes  war  dabei  nicht  gestört.  Schließlich  sind  im  sächsischen  Bezirke
Chemnitz  2  Erstimpflinge  an  Windpocken  erkrankt,  ebenfalls  ohne  Zusammenhang  mit  der
Impfung.

Von  akuten  Hautausschlagskrankheiten  bei  geimpften  Kindern  sind  ferner  Masern  und
Scharlach  zur  Beobachtung  gelangt.  An  Masern  erkrankten  in  Grüna  (Med.-Bez.  Chemnitz-Land)
  9  Erstimpflinge,  welche  sämtlich  genasen.  Die  Übertragung  war  nach  Annahme  des
Impfarztes  dadurch  erfolgt,  daß  masernkranke  Kinder  vorschriftswidrig  zum  Termin  gebracht
waren.  Auch  in  Hamburg  befand  sich  unter  den  Impflingen  ein  mit  frischem  Masernausschlag
  behaftetes  Kind,  das  sofort  entfernt  wurde.  Im  ganzen  wurden  dort  6  Masernfälle
  aufgezeichnet,  bei  einem  wurde  langsame  Abheilung  der  Pusteln  und  Schwellung  der
Achseldrüsen  beobachtet,  bei  einem  anderen  kam  es  14  Tage  nach  der  Impfung  zum  Ausbruch
  der  Masern  und  zu  einer  Achseldrüsenschwellung,  die  zur  Vereiterung  führte.  Alle
Fälle  endeten  mit  Genesung,  der  letztere  nach  operativer  Entleerung  des  Eiters.  Scharlacherkrankungen
  sind  in  Sachsen  bei  2  Impflingen,  in  Schwarzburg-Rudolstadt  und  in
Hamburg  bei  je  1  Impfling  vorgekommen;  hiervon  starb  ein  Erstimpfling  im  Kreise  Döbeln
(Sachsen),  welcher  16  Tage  nach  der  Impfung  an  Scharlach  erkrankte,  zu  dem  sich  Nasenrachendiphtherie,
  Darmkartarrh  und  Lungenanschoppung  hinzugesellt  hatten.  Alle  Fälle
standen  außer  Zusammenhang  mit  der  Impfung.

Von  sonstigen  schweren  Erkrankungen  und  Todesfällen  bei  Impflingen,  die  teilweise
als  Impfschäden  ausgegeben  wurden,  jedoch  mit  der  vorangegangenen  Impfung  nicht  zusammenhingen,
  sind  noch  folgende  beobachtet.  In  Jena  (Sachsen-Weimar)  erkrankte  ein  Erstimpfling
  bald  nach  der  Impfung  an  Diphtherie,  und  starb  4  Tage  darauf.  An  Lungenentzündung
  starben  in  Preußen  2  Impflinge,  der  eine  in  Kuhnow  (Reg.-Bez.  Oppeln),
der  andere  in  Loga  (Reg.-Bez.  Aurich);  ein  Arzt,  welcher  dieses  Kind  2  mal  gesehen  hat,
erklärte  seine  Erkrankung  als  Folge  der  Impfung,  ebenso  die  gleichartige  Erkrankung  eines
Zwillingsbruders  und  diejenige  mehrerer  anderer  Kinder  aus  der  Nachbarschaft,  die  gleichzeitig
  geimpft  und  an  Husten  und  Fieber  erkrankt  waren,  aber  nicht  in  ärztliche  Behandlung
gelangten.  Die  amtlichen  Ermittelungen  ergaben,  daß  bei  allen  Kindern  die  Impfung  völlig
regelrecht  verlaufen  und  in  keiner  Weise  an  der  Erkrankung  schuld  war.  Aus  Bayern  ist
über  Todesfälle  an  Lungenentzündung  und  -Katarrh  aus  6  Amtsbezirken  berichtet,  in
Württemberg  starben  5  Impflinge,  in  Sachsen  3,  in  Baden  2  und  in  Hessen  1  in
der  Zeit  zwischen  Impfung  und  Nachschau  oder  kurz  darauf  an  diesen  Krankheiten.  In
Schwarzburg-Rudolstadt  erwies  sich  die  Erkrankung  eines  Wiederimpflings,  die  als
Impffolge  zur  Anzeige  gebracht  war,  als  eine  davon  völlig  unabhängige  krupöse  Lungen-