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entzündung  mit  regelrechtem  günstigem  Verlaufe;  die  Impfung  war  in  diesem  Fall  erfolglos
geblieben.  4  gleichfalls  günstig  verlaufene  Fälle  sind  noch  aus  Sachsen  berichtet.

Als  Folgen  der  Impfung  veröffentlicht!)  wurden  3  tödlich  verlaufene  Erkrankungen
an  Unterleibstyphus,  welche  in  einer  Familie  in  Liegnitz  vorkamen;  zuerst  erkrankte
ein  am  26.  Mai  wiedergeimpfter  Knabe,  nachdem  er  im  Juni  bei  kalter  Witterung  im
Freien  gebadet  hatte.  Nach  seinem  Ende  Juni  erfolgten  Tode  wurden  noch  eine  ältere
Schwester  und  seine  Mutter  von  der  Krankheit  ergriffen.  Ein  Zusammenhang  mit  der
Impfung  kommt  nicht  in  Frage.  Aus  Halle  ist  über  einen  Todesfall  an  Genickstarre
berichtet,  bei  dem  eine  abheilende  Schutzpocke  als  Eingangspforte  der  Krankheitserreger  anangesprochen
  wurde.  An  Gehirnhautentzündung  sind  alsbald  nach  der  Impfung  in
Bayern  3  Impflinge,  in  Braunschweig  und  Hamburg  je  1  Impfling  gestorben;  bei  je  3
Impflingen  in  Bayern  und  Sachsen  und  bei  je  1  in  Hessen,  Hamburg  und  Elsaß-Lothringen
  sind  Krämpfe  als  Todesursache  angegeben.  Zum  Teil  wurden  diese  auf  gleichzeitig
  vorhandene  Verdauungsstörungen  zurückgeführt.  Letztere  führten  ferner  in  Bayern
und  Sachsen  den  Tod  von  je  2  Impflingen,  in  Sachsen-Weimar  von  3,  in  Hamburg
von  1  herbei.  In  Hamburg  starb  1  Impfling  an  Auszehrung  am  4.  Tage  nach  der
Impfung.  In  Leonberg  (Württemberg)  führte  ein  Abszeß  an  der  Hinterbacke  zum  Tode
eines  Impflings  durch  Blutvergiftung.  In  Bayern  blieb  bei  2  Impflingen,  in  Sachsen
bei  1  die  Todesursache  unbekannt.  Die  amtlichen  Ermittelungen  ergaben  jedoch  in  diesen,
wie  auch  in  den  übrigen  erwähnten  Fällen,  daß  ein  Abhängigkeitsverhältnis  des  Todes  von
der  Impfung  nicht  anzunehmen  war.

Die  sonst  noch  den  Impfärzten  und  Behörden  zur  Kenntnis  gekommenen,  meist  geringfügigen
  Erkrankungen  bei  Impflingen  standen  völlig  außer  Zusammenhang  mit  der  Impfung.

Mit  welcher  Urteilslosigkeit  von  impfgegnerischer  Seite  über  angebliche  Impfschädigungen  berichtet
wird,  zeigt  ein  als  schwere  durch  Impfung  bedingte  Erkrankung  hingestellter  Fall!')  in  Dresden,  bei  dem

die  amtlichen  Ermittelungen  ergaben,  daß  auch  nach  Ansicht  der  Eltern,  die  alle  ihre  8  Kinder  gern  hatten
impfen  lassen,  der  Verlauf  der  Impfung  nichts  Ungewöhnliches  geboten  hatte  und  daß  das  Kind  gesund  war.

Es  mögen  schließlich  noch  2  Fälle  Erwähnung  finden,  welche  in  früheren  Jahren  geimpfte
  Kinder  betreffen,  jedoch  neuerdings  in  der  impfgegnerischen  Presse  als  Impfschädigungen
hingestellt  sind.  In  dem  einen  Falles)  handelte  es  sich  um  einen  Knaben,  dessen  am  9.  Mai
1898  ausgeführte  Erstimpfung  mit  2  entwickelten  Pusteln  regelrecht  verlaufen  war.  Im
Juni  1898  soll  er  an  einer  Ohreiterung  und  an  Ausschlag  an  dem  Ohre,  im  September
an  Vereiterung  einer  Halsdrüse  erkrankt,  nach  Zuziehung  eines  Arztes  jedoch  wieder  genesen
sein.  Im  Oktober  zeigte  sich  eine  Geschwulst  (Gliom)  im  rechten  Auge,  die  dessen  Entfernung
notwendig  machte.  Im  Jahre  1901  erkrankte  das  andere  Auge  in  gleicher  Weise.  Im
Mai  1902  erlag  das  Kind  seinem  Leiden.  Mit  der  Impfung  stand  dieses  ebensowenig  in
Verbindung  wie  der  andere  Fall“),  der  einen  im  Jahre  1892  geimpften  Knaben  betraf.
Derselbe  soll  noch  am  Tage  der  Impfung  mit  heftigem  Fieber  erkrankt  sein  und  bei  der
Nachschau  „kranke  Augen“  gehabt  haben;  im  übrigen  wurden  dabei  6  entwickelte  Pusteln
festgestellt.  Auf  diese  Impfung  wurde  nun  im  Mai  1892  von  einem  Arzte,  der  den  Knaben
erst  damals  gesehen  hat,  eine  nun  bestehende  tuberkulöse  Erkrankung  der  Gesichtshaut  (Lupus)
zurückgeführt.  Wann  dieses  Leiden  begonnen  hat,  ist  nicht  ermittelt;  es  spricht  jedoch  nichts  dafür,
daß  auf  seine  Entstehung  und  Entwickelung  die  Impfung  irgendwie  von  Einfluß  gewesen  ist.

1)  In  der  Zeitschrift  „Der  Impfgegner“  1902,  Nr.  11.
!)  Ebenda  1902,  Nr.  10.

8)  In  der  Zeitschrift  „Die  neue  Heilkunst“  1902,  Nr.  14.
4)  In  der  Zeitschrift  „Der  Impfgegner“  1908,  Nr.  1.