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teiligt.)  Die  niedrigen  Ziffern  der  ortsgebürtigen  Blinden  in  den  letzteren  und  in  den
größeren  Städten  des  Reichs  erklären  sich  zum  Teil  daraus,  daß  sich  unter  ihrer  Bevölkerung
viele  von  außerhalb  zugezogene  Personen  besonders  des  Arbeiterstandes  finden,  die  zumeist
den  jüngeren,  arbeitskräftigen  und  der  Erblindung  weniger  ausgesetzten  Altersstufen  angehören.
  Ferner  dürfte  die  dortige  geringe  Blindenhäufigkeit  überhaupt  den  besseren  Erwerbsverhältnissen
  und  hygienischen  Einrichtungen  der  Städte  gegenüber  dem  platten  Lande
zu  verdanken  fein,  welche  auch  der  Arbeiterbevölkerung  der  eigentlichen  Industrieorte  zugute
kommen.

Noch  deutlicher  ist  die  relative  Erblindungsimmunität  der  Stadtbewohner  aus  der
Betrachtung  der  4  Längsspalten  der  nachstehenden  tabellarischen  Übersicht  zu  erkennen,  welche
ziffernmäßige  Angaben  über  die  Häufigkeit  der  Blindheit  in  Stadt  und  Land  enthalten.
Die  wesentlich  stärkere  Belastung  der  Landbewohner  gegenüber  der  ortsgebürtigen  städtischen,
besonders  der  großstädtischen  Bevölkerung  tritt  hiernach  in  sämtlichen  Staaten  und  größeren
Verwaltungsbezirken  des  Reichs  übereinstimmend  zutage.

(Val.  die  Tabelle  auf  S.  167.)

Geschlecht  und  Alter  der  Blinden.
Bgl.  hierzu  die  Tabellen  A  und  A'  auf  S.  246“  bis  297"  der  Anlagen.

Geschlecht.  Von  den  bei  der  Volkszählung  festgestellten  34  334  blinden  Personen
waren  17  818  oder  51,,%  männlichen  und  16  516  oder  48,1%  weiblichen  Geschlechts;  auf
je  10  000  Einwohner  desselben  Geschlechts  kamen  im  Reichsdurchschnitt  6,4  männliche  und
5,6  weibliche  Blinde  (9,,  männliche  und  7,  weibliche  Taubstumme).  Wenn  auch  somit  die
Unterschiede  der  Blindenhäufigkeit  unter  den  beiden  Geschlechtern  lange  nicht  so  groß  sind,
wie  dies  bei  der  Taubstummheit  der  Fall  ist,  so  erscheint  doch  auch  hier  das  männliche
Geschlecht  im  Durchschnitt  stärker  beteiligt  als  das  weibliche.

Da  die  Blindheit  in  der  Mehrzahl  der  Fälle  zu  den  im  späteren  Lebensalter  erworbenen
  Gebrechen  gehört,  erklärt  sich  ihr  überwiegen  unter  den  Männern#)  zum  Teil  aus
der  stärkeren  gewerblichen  Betätigung  und  Gefährdung  der  letzteren.  Wie  aus  der  Tabelle  A
ersichtlich  ist,  zählten  die  wenig  industriereichen  Provinzen  Ostpreußen,  Westpreußen  und
Posen  im  Gegensatz  zu  den  westlichen  preußischen  Provinzen  erheblich  weniger  männliche
als  weibliche  Blinde.  In  dem  oldenburgischen  Fürstentum  Birkenfeld,  in  dessen  Achatschleifereien
  ausschließlich  männliche  Arbeitskräfte  verwendet  werden,  stellte  sich  das  Verhältnis
der  ortsanwesenden  männlichen  zu  den  weiblichen  Blinden  wie  8:  2.  Unter  den  Bundesstaaten
  hatten  nur  Mecklenburg-Schwerin,  Mecklenburg-Strelitz,  Braunschweig,  Sachsen-Meiningen,
  Sachsen-Coburg-Gotha,  Schwarzburg-Rudolstadt,  Waldeck,  Lübeck  und  Hamburg
mehr  Blinde  weiblichen  als  männlichen  Geschlechts.

1)  U.  a.  hatten  folgende  Stadtgemeinden,  um  hier  nur  einige  Beispiele  anzuführen,  im  Vergleich
zu  ihrer  Umgebung  besonders  niedrige  Ziffern  an  ortsgebürtigen  Blinden,  berechnet  auf  je  10  000  Einwohner:
  Tilsit  4,1,  Königsberg  5,1,  Elbing  4,,,  Thorn  4,0,  Berlin  2,,,  Spandau  2,0,  Charlottenburg  Oge,
Schöneberg  0,„,  Rixdorf  0,#,  Forst  1,6,  Guben  3/,  Stettin  8,6,  Stolp  2,,,  Posen  3,,  Bromberg  4,6,
Breslau  3),,,  Schweidnitz  3,,,  Görlitz  3,,  Halle  3,1,  Nordhausen  3,2,  Hannover  2),,  Linden  2,,,  Hildesheim  2)1,
Harburg  3,1,  Osnabrück  2,,,  Bielefeld  3,,,  Essen  2,,,  Dortmund  1,,,  Bochum  2,1,  Witten  1/6,  Gelsenkirchen  1,,
Hagen  2,,  Solingen  2,,,  Cassel  2,,,  Hanau  3,0,  Frankfurt  a.  M.  2,",  Wiesbaden  2,,,  Barmen  26,  Duisburg
  3,,,  Düsseldorf  2,,,  München  2,,,  Erlangen  2,6,  Fürth  1,,  Nürnberg  2,,,  Würzburg  2,,,  Augsburg  3//,
Dresden  3,0,  Leipzig  3,1,  Chemnitz  2,,  Stuttgart  2,,,  Straßburg  2,,  Metz  2,1,  Hamburg  1,/.

2)  Dieses  absolute  und  relative  Überwiegen  beim  männlichen  Geschlechte  erstreckt  sich  übrigens  nur
auf  die  Altersstufen  bis  zum  65.  Lebensjahre  (s.  nachstehend  unter  „Alter“)