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an  gegen  den  Kronprinzen  eingehalten  hatte,  und  wie  er  insbeson—
dere  dessen  nach  der  Pflege  des  Schönen  und  Idealen  dürstenden
  Geist,  sein  weich  angelegtes  Gemüt  in  die  Bahnen  zu  zwin—
gen  versuchte,  die  er  für  die  allein  richtigen  hielt  —  in  diesem
von  Tag  zu  Tag  fortgesetzten  eisernen  Zwang  überhaupt  hatte
eine  furchtbare  Schule  für  den  Kronprinzen  bestanden.  Noch  in
späten  Jahren  klagte  er  über  seine  geopferte  Jugend,  aber  nicht
ohne  sich  gleichzeitig  in  der  pietätvollsten  Weise,  sowohl  über  die
Regentengröße,  wie  über  die  Absichten  des  Vaters  und  was  er
ihm  zu  danken  habe,  auszusprechen.  Und  was  er,  was  der  Staat
dieser  eisernen  Schule  zu  danken  hatte,  war  Großes.  In  ihr
hatte  Friedrich  gelernt,  sich  selbst  zu  bezwingen,  seinen  Genius  dem
Staate  dienstbar  zu  machen.  Vor  allem  ist  dies  deutlich  ersichtlich
in  der  Pflege  der  Landeskultur,  in  der  hervorragenden  Schätzung
des  Ackerbaues,  den  er  selbst  als  „die  erste  der  Künste“  bezeichnet.
Deutlich  läßt  der  Sohn  den  Vater  erkennen  in  der  Kenntnis  und
Würdigung  des  Details,  bei  seinen  Kulturunternehmungen  in  der
vorhergehenden  scharfen  Prüfung  und  Rechnung,  der  unwandelbaren
  Beharrlichkeit  der  Durchführung.  Wandelt  er  so  in  den
Mitteln  ganz  in  den  Bahnen  des  Vaters,  so  weitet  er  doch  andererseits
  dieselben  aus,  vervielfältigt  sie  und  beseelt  den  überlieferten
  Organismus  mit  der  Fülle  seines  Genies.

Der  Kulturarbeit  des  großen  Königs  an  unserer  Provinz
kam  der  Umstand  sehr  vorteilhaft  zu  statten,  daß  diese  erst  im
letzten  Drittel  seiner  Regierungszeit  an  Preußen  fiel.  So  konnte
hier  die  ganze  Fülle  der  in  andern  Provinzen,  namentlich  dem
gleichfalls  neu  erworbenen  Schlesien  geschöpften  Erfahrungen  verwandt
  werden,  und  die  Sicherheit,  mit  der  alle  zur  Melioration
des  Netzedistrikts  gemachten  Projekte  und  Berechnungen  ausgeführt
wurden,  ist  insbesondere  auch  jener  langjährigen  Uebung  des  Königs
  zuzuschreiben.

Der  Zustand,  in  dem  Preußen  dieses  Land  überkam,  spottete
aller  Beschreibung.  Der  Flächeninhalt  des  abgetretenen  Netzedistrikts
  betrug  132  Quadratmeilen,  die  Einwohnerzahl  167,542)

1)  Nach  Holsche,  Der  Netzedistrikt  1797.  Von  diesen  Zahlen  ist  in  Abrechnung
  zu  bringen,  daß  1776  durch  die  Warschauer  Vereinigung  der  größte
Teil  des  Goplokreises  an  Polen  zurückgegeben  wurde.  Beheim-Schwarzbach,

Der  Netzedistrikt  zur  Zeit  der  ersten  Teilung  Polens  (Zeitschrift  d.  hist.  Gesellschaft
  f.  d.  Prov.  Posen  VII.  S.  190).

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