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polnische  Gewohnhei,  Aecker,  beten.  Ertragssähigkeit  rama  wur
weg  zu  Wald  liegen  zu  lassen.  „Das  Land  ist  wüste  und  leer“
–  sagt  u.  a.  ein  offizieller  Bericht  aus  jener  Zeit  —  „die  Viehracen
  sind  schlecht  und  entartet,  das  Ackergeräthe  höchst  unvoll-.
  bis  auf  die  Pflugschaar  ohne  Gisen  die  Aecker
der,  um  das  Holz  zu  ruerkrnsen,  unordentlich  umgehauen  und
gelichtet.  Die  alten  festen  Städte,  Schlösser  genannt,  liegen  in
Schutt  und  Trümmern;  ebenso  die  meisten  kleineren  Städte  und
Dörfer.  Die  meisten  der  vorhandenen  Wohnungen  scheinen  größtenteils
  kaum  geeignet,  menschlichen  Wesen  zum  Aufenthalt  zu
dienen,  die  roheste  Kunst,  der  ungebildetste  Geschmack,  die  ärmlichsten
  Mittel  haben  aus  Lehm  und  Stroh  elende  Hütten  zusammengestellt.
  Durch  unaufhörliche  Kriege  und  Fehden  der  vergangenen
  Jahrhunderte,  durch  Feuersbrünste  und  Seuchen,  durch
die  mangelhafte  Verwaltung  ist  das  Land  entvölkert  und  entsittlicht.
  Die  Justizpflege  liegt  ebenso  im  Argen,  wie  die  Verwaltung.
  Der  Bauernstand  ist  ganz  verkommen,  ein  Bürgerstand
existiert  gar  nicht.  Wald  und  Sumpf  nehmen  die  Stätten  ein,
wo  vordem,  nach  den  vorhandenen  altgermanischen  Begräbnißplätzen
  zu  urtheilen,  eine  zahlreiche  Bevölkerung  Platz  gefunden
hatte.“  Die  größere  Hälfte  der  Bevölkerung  waren  Leibeigene,
recht=  und  schutzlos,  von  ihren  Herren  kaum  besser  als  das  Vieh
behandelt,  in  Lethargie  versunken.

Sofort  nach  Uebernahme  der  Provinz  schritt  der  König  zu
seiner  großartigen  Kulturarbeit.  Schon  vorher,  im  Oktober  1771,
als  mit  Rußland  bereits  ein  Einverständnis  wegen  Polen  erzeelt,
die  Verträge  aber  noch  nicht  abgeschlossen  waren,  hatte  er  eigenhändig
  einen  Organisationsplan  entworfen,  mit  dessen  Ausführung
er  nun  den  Präsidenten  der  beiden  ostpreußischen  Kammern  von
Domhardt  betraute.  Dieser  treffliche  Mann  hat  sich  um  den  Netzedistrikt
  so  bedeutende  Verdienste  erworben,  daß  wir  es  für  angezeigt
erachten,  hier  einige  Notizen  über  seine  Persönlichkeit  beizufügen.
1712  als  der  Sohn  eines  Landwirts  im  Harzlande  geboren,  erhielt
  er  im  Halberstädter  und,  als  später  der  Vater  nach  Litauen
auswanderte,  im  Tilsiter  Gymnasium  eine  gute  Schulbildung  und