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Er  befahl,  die  Sache  näher  zu  untersuchen  und  die  schuldigen
Offiziere  in  Arrest  zu  setzen;  zugleich  aber  wurden  in  Bromberg
Vorräte  an  Sommergetreide  zusammengebracht,  damit  man  den
armen  Leuten  sogleich  nach  geschehener  Besitzergreifung  zu  helfen
wermöge.

Im  Februar  1772  verlangt  der  König  von  Domhardt  Aufschluß
über  die  in  der  neuen  Erwerbung  mit  Gütern  angesessenen  adeligen
und  andern  Familen,  sowie  auch  wie  viel  Starosteien  in  sämtlichen
Distrikten  vorhanden  und  ob  deren  Inhaber  Preußen  oder  Polen
sind.  Unterm  2.  April  eröffnet  der  König  Domhardt  gegenüber
seine  Absicht,  die  kleinen  Land-  und  Ackerstädte  auf  den  Kontri—
butionsfuß  zu  setzen,  in  den  handel-  und  gewerbetreibenden  Städ—
ten  dagegen  die  Accise  einzuführen.  Die  Vasallen  sollten  nicht
ohne  ausdrückliche  Genehmigung  in  fremde  Dienste  treten  dürfen.
Die  Administratoren  mußten  der  polnischen  Sprache  mächtig  sein.
Die  Einwohnerzahl  der  ganzen  Akquisition  taxiert  der  König  auf
552,363,  die  Einnahmen  auf  1.421,353  Thaler;  den  Ertrag  des
ersten  Jahres  veranschlagt  er  auf  900,000  Thlr.  und  schreibt  deshalb
  eigenhändig:  „wenn  die  Sachen  gleich  im  Anfang  recht  angefangen
  werden  und  man  es  sich  Ernst  sein  läßt,  so  muß  die
Provinz  über  1  Million  bringen.  Ich  werde  hinkommen,  um  Alles
selber  zu  besehen  und  einzurichten.“  Der  Vorschlag  der  Minister
Herzberg  und  Finkenstein,  zunächst  eine  interimistische  General-Verwaltung
  zu  installieren,  wie  bei  der  Besitzergreifung  Schlesiens,
  wurde  vom  Monarchen  mit  der  Randbemerkung:  „C'est  mon
affaire,  ne  vous  en  embarassez  pas“  abgelehnt.

Wie  in  Schlesien  geschehen,  so  trat  Friedrich  auch  hier,  unter
Umgehung  des  General-Direktoriums,  der  obersten  Stelle  für
Landeskultursachen,  in  unmittelbare  Verbindung  mit  dem  Vollstrecker
  seiner  Anordnungen.  Erst  nach  Domhardts  Tode  (im  November
  1781)  wurde  die  westpreußische  Kammer  dem  General-Direktorium
  unmittelbar  subordiniert.

Der  König  glaubte,  am  1.  Juni  1772  die  Landesbesitznahme
ausführen  zu  können,  und  erklärte  demgemäß  den  Weichsel-Netze-Kanal
  für  das  erste,  was  in  diesem  Jahre  noch  ins  Werk  zu  setzen
sei,  ebenso  die  Anschläge  und  vorläufigen  Anstalten  wegen  öffentlicher
  Gebäude  (Wacht=  und  Torhäuser  usw.).  Für  gute  Subjekte
zur  Accisevereinnahmung  sollte  Domhardt  bei  Zeiten  sorgen;  die