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Zölle  aber  und  die  Anstalten  gegen  Kontrebande  sollten  der  General-Accise-Zolladministration
  übergeben  werden.

Unterm  12.  Mai  1772  befahl  der  König,  daß  Domhardt  nebst
allen  für  die  Marienwerder'sche  Kammerdeputation  bestimmten
Accise=  und  Forstbeamten  sowie  Landräten  Anfang  Juni  sich  in
Marienwerder  einfinde,  um  ihn  dort  zu  erwarten.

Zur  Regulierung  der  Verhältnisse  der  katholischen  Stifter  und
Klöster  verwies  Friedrich  auf  die  schlesischen  Normen:  50  Prozent
Abgaben  von  den  liegenden  Gründen  und  Einziehung  der  Einnahmen
während  einer  Vakanz  behufs  Verwendung  zu  dem  Lande  nützlichen
Etablissements,  Ansetzung  von  Kolonisten  u.  a.  Die  „geringen  und
Dorfpfaffen“  sollen  auf  dem  bisherigen  Fuß  verbleiben.  Die  Geistlichkeit
  verstehe  nichts  von  Bewirtschaftung  der  Landgüter.  Wann
und  wo  die  Kammer  dieselbe  übernehme,  müsse  man  den  Geistlichen
sagen,  es  geschehe,  um  sie  durch  dergleichen  Geschäfte  nicht  in
ihrer  Seelsorge  zu  stören.  Der  Steuersatz  von  50  Prozent  solle  vom
dettoertrag  genommen  werden,  d.  h.  nach  Abzug  der  Bau=  und
anderen  Kosten.  „Wenn  übrigens  der  österreichische  Hof  auch  gleich
die  Geistlichkeit  auf  Pensions  gesetzt  haben  sollte,  so  wird  demselben
solche  weit  weniger  ungleich  gedeutet  werden  als  mir,  wenn  ich
diesem  Prinzipe  folgen  sollte,  weil  gedachter  Hof  von  eben  der  Religion
  ist,  ich  aber  von  einer  differenten  Religion  schon  in  diesem
Stück  mehr  menagement  zu  observieren  habe“.  Den  armen  Leuten,
welchen  es  an  Brot=  und  Samen-Korn  fehlte,  verhieß  der  König
im  voraus  nach  der  Besitzergreifung  helfen  zu  wollen.  Er  ließ
zu  diesem  Zwecke  bereits  im  April  Vorräte  von  Sommergetreide  in
Bromberg  ansammeln.  Für  die  förmliche  Annektierung  wurden  auf
königlichen  Befehl  vorweg  Tafeln  angefertigt  mit  dem  schwarzen
Adler  und  der  Aufschrift:  „Königlich  preußisches  Territorium“
(in  deutscher  und  polnischer  Sprache),  um  dieselben  an  den  Grenzen,
Rathäusern  u.  a.  aufzustellen.  Charakteristisch  für  den  ökonomischen
Sinn  des  Königs  ist  die  Tatsache,  daß  er  auf  Vorschlag  der  Minister,
  zu  jenen  Tafeln  Kupfer  zu  verwenden,  erwidert,  Holz  sei
ebenso  gut.

Unter  den  weiteren  Gehilfen  des  Königs  in  seiner  Arbeit  am
Netzedistrikt  kommt  namentlich  Brenkenhof  in  Betracht.  1723  zu
Reideburg  bei  Halle  a.  S.  geboren,  stammte  derselbe  aus  einem  der
Religion  wegen  aus  der  Pfalz  vertriebenen  Geschlechte.  Sein  Vater