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geriet  auf  seinem  Stammgut  mehr  und  mehr  in  Vermögensverfall
und  verscholl  mit  einem  Sohne  in  Ungarn  im  Türkenkriege;  zwei
andere  Söhne  starben  ebenfalls  als  Soldaten.  Unser  Brenkenhof
wurde  völlig  mittellos  von  dem  Fürsten  Leopold  von  Anhalt-Dessau
  als  Page  angenommen  und  erzogen,  bewährte  sich  aber  dabei
so,  daß  er  bald  des  Fürsten  Vertrauter  wurde  und  Verwendung  in
mancherlei  Geschäften  fand;  u.  a.  wurde  er  zum  nominellen  Leiter
der  Urbarmachung  der  Elbbrüche  bestellt,  welche  ein  höchst  fachkundiger,
  geflüchteter  preußischer  Ingenieur  Materne,  der  verborgen
gehalten  wurde,  ausführte.  1745  wurde  Brenkenhof  Oberstallmeister
und  erwarb  anfangs  durch  Pferdehandel  und  Gutspachten,  im
siebenjährigen  Kriege  aber  durch  Armeelieferungen  beträchtliches
Vermögen.  Er  sorgte  heimlich  für  alle  Vorräte,  welche  Friedrich  II.
bei  seinen  Geschwindmärschen  vor  der  Schlacht  bei  Torgau  bedurfte,
und  wurde  infolge  dessen  in  preußische  Dienste  übernommen.  Von
1762  an  war  er  als  Wirklicher  Geheimer  Finanzrat  Mitglied
des  Generaldirektoriums.  Besonders  beschäftigten  ihn  die  Bruchmeliorationen
  und  Kanalisationen.  Außer  zahlreichen  kleineren  Anlagen
  kultivierte  er  seit  1763  die  Warthe=  und  Netzebrüche.
Ein  anderer  für  die  Melioration  des  Netzedistrikts  hochverdienter
  Beamter  war  der  Präsident  der  Ober-Rechenkammer  Roden.
Mit  diesem  hatte  sich  Friedrich  im  Mai  1772  wegen  der  Einrichtung
des  Kontributionswesens  in  der  zu  erwerbenden  Provinz  in  Beziehung
  gesetzt.  Er  eröffnete  ihm  bei  einer  Audienz  in  Sanssouci,
er  wolle  nächstens  eine  Kommission  ernennen,  zu  der  bereits  die
auserlesensten  Räte  aus  allen  Kammern,  sowie  40  Ingenieurs
notiert  seien,  an  deren  Spitze  Roden  stehen  solle,  um  das  Kontributionswesen
  der  neuen  Provinz  zu  regulieren,  mithin  alles  zu  klassifizieren.
  und  ein  Kataster  aufzustellen.  Für  diese  Kommission
sollte  Roden  eine  Instruktion  ausarbeiten  und  dieselbe  dem  König
in  Marienwerder  zur  Genehmigung  vorlegen.  Die  leitenden  Prinzipien
  dieser  Instruktion  diktierte  der  Monarch  Roden  selbst  in  die
Feder.  Mit  dem  Bistum  Ermland  solle  begonnen  werden,  dann
folgt  das  Marienburg'sche  und  Kulm'sche,  nachher  die  Stücke  an
der  Netze  und  zuletzt  Pommerellen.  So  wie  ein  solcher  Bezirk  vermessen
  ist,  soll  sofort  die  Kontribution  eingeführt  werden.  Im
Netzedistrikt  leistet  der  Bauernstand  die  Kontribution  wie  in  der
Neumark,  in  den  andern  Distrikten  wie  in  Preußen.  Die  Ackerstädte