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müssen,  wobei  außer  denen  protestantischen  auch  die  katholischen
Einwohner,  ja  selbst  deren  Geistlichkeit  sich  über  die  Veränderung
recht  zufrieden  bezeigten.“  1)

Bis  zum  Jahre  1807  hat  der  durch  die  erste  polnische  Teilung
an  Preußen  gefallene  Teil  der  heutigen  Provinz  Posen  unter  dem
Namen  Netzedistrikt  einen  Bestandteil  der  Provinz  Westpreußen  gebildet.
  Preußen  hatte  durch  diese  erste  Teilung,  was  den  Flächeninhalt,
  die  Bodenergiebigkeit  und  die  Bevölkerungszahl  anlangt,
zwar  den  kleinsten  Teil  erhalten,  doch  gewährte  derselbe  den  unschätzbaren
  Vorteil,  daß  durch  ihn  eine  unmittelbare  Verbindung  des
altpreußischen  Landes  mit  den  Kronlanden  der  Monarchie  hergestellt
  war.  Friedrich  hatte  anfänglich  sein  Augenmerk  auf  die  an
Oberschlesien  grenzenden  polnischen  Gebietsteile  gerichtet,  und  es
wären  dieselben,  rein  materiell  betrachtet,  eine  weit  bessere  Acquisition
  gewesen,  als  das  polnische  Preußen  mit  dem  Netzedistrikt;
allein  schließlich  überwog  doch  die  praktische  Erwägung,  daß  durch
diese  die  alten  Gebiete  vorteilhaft  arrondiert  wurden.  Zugleich
gewann  Preußen  damit  auch  die  Herrschaft  über  die  Weichsel,
da  die  schließliche  Erwerbung  von  Danzig  und  Thorn,  die  von  der
ersten  Teilung  noch  ausgeschlossen  blieben,  doch  nur  eine  Frage
der  Zeit  war.  Auch  blieb  der  Besitz  Ostpreußens,  so  lange  er  nicht
besser  abgerundet  und  materiell  gekräftigt  war,  unsicher:  nicht  die
verfaulte  Republik  Polen  drohte  Gefahr,  wohl  aber  die  aufsteigende
Größe  Rußlands.  Friedrich  hatte  die  Russen  als  Feinde  achten
gelernt,  er  kannte  die  hochfliegenden  Pläne  der  Kaiserin  Katharina.

Die  frühere  polnische  Verwaltung  war  eine  höchst  einfache,  aber
auch  eine  grundschlechte  gewesen.  Hier  galt  es  nun  vor  allem  eine
bessernde  Hand  anzulegen.  Friedrich  beschloß,  das  ganze  Preußen  zu
vereinigen  und  es  unter  Domhardt  als  Oberpräsidenten  zu  stellen.
Ermeland  sollte  zur  Königsberger  Kriegs=  und  Domänenkammer
geschlagen,  von  dieser  dagegen  die  Aemter  Riesenburg  und  Marienwerder
  abgezweigt  und  in  letzterer  Stadt  eine  neue  Kriegs=  und
Domänenkammer  für  Westpreußen  errichtet  werden,  der  Netzedistrikt
dagegen  unter  abgesonderte  Verwaltung  kommen.

Für  denselben  wurde  zunächst  eine  Kammerkommission  unter
Brenkenhof  zu  Bromberg  errichtet,  aus  der  dann  1775  die

1)  Aus  einem  Brief  Domhardts  an  den  König  vom  30.  Sept.  bei  Lehmann,
Preußen  und  die  kathol.  Kirche.  IV.  S.  462.