haben,  soll  man  öffentlich  rühmen  und  ihrem  Fleiß  Gerechtigkeit
widerfahren  lassen,  daß  die  andern  sich  schämen  und  auf  der  Weise
zur  Nachahmung  gereizt  werden.“  Der  König  ist  ungehalten  darüber,
  daß  die  polnischen  Besitzer  einer  größeren  Anzahl  von  Gütern
  in  Westpreußen  im  Auslande  wohnen,  den  Ertrag  ihrer  Güter
  dort  verzehren  und  dabei  die  Güter  selbst  zum  Nachteil  der
Landeskultur  in  Verfall  geraten  lassen.  Er  gibt  Auftrag,  dergleichen
  Güter  für  ihn  anzukaufen.  Namentlich  sind  hierbei  die
Ländereien  nächst  der  Netze  ins  Auge  gefaßt,  „weil  daselbst  noch
große  Defrichements  und  weitläufige  Brücher  urbar  zu  machen
sein  möchten.“  „Ich  glaube“,  sagt  eine  Ordre  vom  3.  Juni  1786,
„daß  dergleichen  Besitzungen,  wenn  sie  erst  urbar  gemacht  und
eingerichtet  sind,  sehr  important  dadurch  werden  können,  daß  sie
besonders  zur  Anlegung  großer  Holländereien  die  Gelegenheit  verschaffen.
  Indessen  schicken  sich  die  Polen  hierzu  nicht,  sondern
muß  man  zu  deren  Betreibung  entweder  Holländer  und  Holsteiner
oder  Leute  aus  solchen  Gegenden  kommen  lassen,  wo  sie  damit
umzugehen  und  gute  Butter  zu  machen  verstehen.“  In  weiterer
Folge  verfügt  der  König  das  Hierherkommen  „friesischer  Leute,
die,  umherreisend,  im  Molkereiwesen  Unterricht  geben  sollen.“

Für  die  Instandsetzung  der  Domänen  und  Domänenvorwerke
macht  der  König  bedeutende  Aufwendungen.  Soweit  die  Domänen
in  früheren  polnischen  Starosteien  bestanden,  waren  namentlich
die  Gebäude  verfallen;  es  mußten  viele  Neubauten  und  umfängliche
  Reparaturen  vorgenommen  werden.

Der  Ackerbau  selbst,  welchem  der  König  mit  überall  ersichtlicher
  Vorliebe  eingehende  Pflege  widmet,  war  von  den  Bodenverhältnissen
  des  Landes  teils  begünstigt,  teils  erschwert.  Begünstigt
  durch  ausgedehnte  Strecken  reichen  Bodens,  beeinträchtigt
  durch  eine  große  Zahl  sogenannter  Wasserstücke  und  morastiger
Flächen.  Dem  kräftigen  Boden  standen  umfangreiche  Sand-  und
Moorflächen  gegenüber.  Wie  der  Netzekanal,  auf  den  wir  noch  ausführlicher
  zu  sprechen  kommen,  zugleich  der  Entwässerung  der  anliegenden
  Ländereien  diente,  so  ließ  der  König  unablässig  Moräste
  und  Brüche  abtrocknen  und  urbar  machen  oder  gewährte

für  esene  folcher  Art  Geschenke  oder  K  ¾!éP