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zu  hemmen  bei  dem  zur  Zeit  noch  sehr  mangelhaften  Zustande
der  Tierarzneikunde.  In  solchen  Fällen  ist  der  König  schnell  mit
ausgiebige:  Hilfe  zur  Hand.  Bei  Mißwachs  und  drohendem  Mangel
an  Brot=  und  Saatgetreide  dirigiert  er  tausende  von  Wispeln  Korn
nach  den  bedrohten  Gegenden;  bei  Viehsterben  oder  Ueberschwem—
mungen  erfolgen  umfängliche  Unterstützungen.  Hier  und  da  nimmt
der  König  solche  Notstände  bei  seinen  Bereisungen  der  Provinz
wahr,  oder  erfährt  sie  auf  sonstige  Weise,  und  die  Beamten  erhalten
dann  bei  unterlassener  Anzeige  oder  versäumter,  aber  auch  schon
bei  verspäteter  Hilfe,  herbe  Verweise.  Diese  erfolgen  aber  auch
dann,  wenn  die  Berichte  über  vorgekommene  Unglücksfälle  nach
der  Meinung  des  Königs  auf  ungenauen  Untersuchungen  beruhen
oder  übertrieben  haben.  Allein  für  die  Schäden  in  Folge  von
Ueberschwemmungen,  unter  denen  Westpreußen  noch  viel  zu  leiden
hatte,  gab  Friedrich  von  1774—1786  gegen  404  600  Thlr.  und
für  andere  Unglücksfälle,  Hagelschäden  und  dergl.  203  800  Thlr.

Die  königlichen  Forsten  im  Netzedistrikt  stellten  einen  Gesamtumfang
  von  über  16  000  Magdeburger  Hufen  dar;  doch  litt
die  Ertragsfähigkeit  vorerst  noch  ungemein  durch  die  aus  der  polnischen
  Zeit  überkommenen  Holzungsberechtigungen  zahlreicher  Städte,
Dörfer,  Güter  und  Privatpersonen.  Diese  Holzungsberechtigungen
waren  wieder  eine  Folge  der  elenden  Wirtschaft  gewesen.  Eine  systematische
  Forstkultur  war  den  Polen  unbekannt.  Nicht  nur,  daß  sie
das  Holz  in  den  Waldungen  ganz  wüst  und  wild,  je  nach  Bedarf,
niederschlugen,  auch  ganze  Flächen  wurden  in  Asche  gelegt,  teils
zum  Zweck  neuer  Ansiedlungen,  teils  um  den  Bienen  das  Haidekraut
  frei  zu  machen.  Da  die  Wälder  so  viel  wie  gar  keinen  Ertrag
abwarfen,  so  hatte  es  nicht  schwer  gehalten,  solche  Freiholzprivilegien
  zu  erlangen.  Die  königlichen  Forsten  wurden  jetzt  in  die
7  Forstreviere  Bromberg,  Camin,  Koronowo,  Gniewkowo,  Strelno,
Lebehnke  und  Zielgniewo  eingeteilt.  An  der  Spitze  der  ganzen
Forstverwaltung  stand  der  der  Kriegs=  und  Domänenkammer  in
Bromberg  mit  Sitz  und  Stimme  zugeteilte  Oberforstmeister.  Der
Waldbestand  war  meist  Fichtenholz,  hin  und  wieder  kamen  auch
Eichenschläge  vor,  die  sich  jedoch  nur  wenig  zu  Bauholz  eigneten.
In  Einführung  einer  rationellen  Bewirtschaftung  wurde  jetzt  das
Holz  je  nach  seiner  Beschaffenheit  in  Schläge  von  bestimmter  Dauer
eingeteilt,  die  leeren  Stellen  sollten  schleunigst  wieder  angebaut,