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Anhalt,  Böhmen  und  Thüringen,  wo  damals  Hungersnot  herrschte
—  Tag  und  Nacht  daran;  doch  hatte  der  König  schon  1775  die
Freude,  beladene  Oderkähne  auf  seiner  neuen  Schöpfung  schwimmen
  zu  sehen.  Die  Kosten  des  Baues  beliefen  sich  auf  über
700,000  Thlr.,  ungerechnet  das  Holz  aus  der  Tucheler  Haide.
Die  Kähne  konnten  4  bis  600  Ztr.  laden,  durften  aber  nach
dem  Tarif  höchstens  24  Wispel  schwer  laden;  jeder  Kahn  gab,
ohne  Rücksicht  auf  die  Größe  der  geladenen  Fracht,  5  Thlr.  Schleusengeld,
  für  die  Rückfracht  die  Hälfte.  Trotzdem  mußte  jährlich
zu  den  Verwaltungs=  und  Unterhaltungskosten  zugeschossen  werden.

Zugleich  ließ  der  König  die  Netze  von  Driesen  bis  Nakel
hinauf  und  die  Küddow  von  Schneidemühl  bis  Usch  schiffbar  machen,
so  daß  man  jetzt  aus  Pommern,  Schlesien  und  der  Mark  zu  Wasser
  nach  Danzig  und  Elbing  gelangen  konnte,  ohne  die  Ostsee  zu
berühren.  Alsbald  entwickelte  sich  ein  lebhafter  Verkehr  auf  der
neu  angelegten  Wasserstraße.  Namentlich  nahm  die  Holz=  und
Getreideausfuhr,  sowohl  aus  dem  Netzedistrikt  als  auch  aus  dem
polnischen  Hinterland  nach  Stettin  und  Berlin  einen  ungeahnten
Aufschwung.  In  erster  Linie  kam  dieser  der  Stadt  Bromberg
zu  gute.  Im  Jahre  1792  berichtet  ein  Reisender:  „man  sollte
diese  Stadt  kaum  für  dieselbe  halten,  wenn  man  sie  jetzt  mit  dem
Zustand  vergleicht,  in  welchem  sie  ehemals  gewesen  und  von  dem
Augenzeugen,  die  sie  nach  und  nach  emporsteigen  sahen,  nie  genug
  erzählen  können.“  Eine  Menge  hoher,  massiver  Häuser  entstand
  teils  auf  königliche  Kosten,  teils  mit  königlicher  Beihilfe.
Eine  Zuckerraffinerie  wurde  schon  1773  angelegt;  weiterhin  entstanden
  mit  königlicher  Unterstützung  eine  holländische  Oel=  und
Perlgraupenmühle,  Rot=  und  Weißgerbereien.  Die  Bauhandwerker
mußte  man  anfangs  aus  Berlin  und  noch  weiter  her  auftreiben.
Im  Jahre  1783  hatte  Bromberg  schon  2562  Einwohner  exkl.  Garnison.
  Ein  anderes  den  Wohlstand  des  Landes  mächtig  hebendes
Unternehmen  war  die  Senkung  des  Goplo-Sees;  mehrere  tausend
Morgen  Wiesen  und  Aecker  wurden  mit  dem  verhältnismäßig  geringen
  Kostenaufwand  von  70  000  Thlr.  dem  See  abgewonnen.

Eine  besondere  Sorgfalt  wurde  den  arg  herabgekommenen
Städten  zugewendet.  Von  den  48  Städten  waren  14  königlich,
27  adelig,  7  kirchlich.  Zu  den  ersten  zählten:  Bromberg,  Fordon,