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Zur  Wiederaufrichtung  des  städtischen  Gewerbes  wurden  zahl—
reiche  Handwerker  und  Arbeiter  von  auswärts  berufen.  1)  Das  königliche
  Baukomptoir  in  Berlin  erhielt  den  Auftrag,  namentlich  Bauhandwerker
  aus  Sachsen,  Thüringen  und  Franken  kommen  zu  lassen.
Im  gleichen  ging  dem  Stadtpräsidenten  und  dem  Magistrat  der
Residenz  der  Befehl  zu,  durch  die  in  Berlin  ansäßigen  Meister
tüchtige  Gesellen  von  auswärts  her  verschreiben  zu  lassen.  Die
Gewerke  versprachen  das  zu  tun,  aber  sie  bezweifelten,  ob  Fremde
nur  gegen  freies  Bürger=  und  Meisterrecht,  das  etwa  5  Thlr.  kostete,
zu  einer  solchen  Reise  sich  entschließen  würden,  und  sie  hielten  es
für  besser,  wenn  man  den  ausländischen  Gesellen,  die  wöchentlich
in  Berlin  eintrafen,  dies  Königs  Absicht  bekannt  machte  und  ihnen
zu  ihrer  Einrichtung  eine  Beihilfe  von  25—30  Thlr.  verspräche.
Friedrich  ging  aber  auf  diesen  Vorschlag  nicht  ein,  sondern  erklärte
nur,  daß  die  fremden  Handwerker  noch  andere  Begünstigungen  zu
orwarten  hätten,  da  er  in  den  westpreußischen  Städten  neue  Bauten
nach  und  nach  würde  ausführen  lassen.  Da  Wolle  und  Felle  die
wichtigsten  Rohprodukte  des  Landes  waren,  auch  sehr  wohlfeil  aus
Polen  bezogen  werden  konnten,  so  kam  es  insbesondere  auch  auf  die
Einrichtung  und  Vermehrung  der  Tuchmachereien,  Wollwebereien,
(GGerbereien  und  der  übrigen  Lederindustriezweige  an.  Einen  besonders
  gangbaren  Artikel  gaben  wollene  Schärpen  ab,  wie  sie  die

h  Eine  sehr  lehrreiche  Statistik  über  die  Zahl  der  Handwerker  u.  s.  w.  in
den  Slädten  des  Netzedistrikts  zur  Zeit  der  Besitzergreifung  durch  Preußen  gibt
Beheim-Schwarzbach  a.  a.  O.  S.  224  —225:
Tuchmacher:  833  (in  Maurer:  22

Schönlanke  allein  220)  Färber:  19

Handschuhmacher:  3
Goldschmiede:  3

Schuhmacher:  760  Drechsler:  15  Aerzte:  2  (1!)  Heute  sind
Schneider:  173  Krämer:  13  im  Reg.-Bez.  Bromberg
Täpfer:  161  Fuhrleute:  12  142  Aerzte.

Bäcker:  113  Seiler:  12

Schmiede:  113
Brauer:  c.  100
Kürschner:  95
Böttcher:  89
Tischler:  75
Nademacher:
nemer
Leinweber:  50
Fischer:  34
Schlosser:  32
Fleischer:  29  (!)
Tuchscheerer:  26
Riemer:  23

Apotheker:  10  (!)
Siebmacher:  8
Stellmacher:  8
Barbiere:  7
Hutmacher:  7
Organisten:  7
Chirurgen:  5  (I!)
Musiker:  5
Lohgerber:  5
Tabakspinner:  5
Garnweber:  3
Posamentiere:  3

Kupserschmiede:  3

Orgelbauer:  2
Steuerleute:  2
Kammacher:  2
Stubenmaler:  2
Sattler:  2
Bildhauer:  2
Uhrmacher:  1

Schornsteinfeger:  1

Seifensieder:  1

Perrückenmacher:  1

Gelbgießer:  1
Glaser:  1
Schwertfeger:  1