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wissen  und  sie  allenfalls  unter  den  Jesuiten  aussuchen  und  be—
kommen.“  Die  evangelischen  Lehrer  kamen  meist  aus  Sachsen.
Friedrich  schätzte  die  sächsischen  Schulmeister  als  besonders  tüchtig.
Die  Professoren  Semler  und  Schultze  in  Halle  brachten  60  evangelische
Schulhalter  für  Westpreußen  zusammen,  die  sie  zum  Teil  selbst  sehr
sorgsam  vorbereiteten;  auch  der  Minister  von  Zedlitz  unterwies
sie  bei  seiner  Anwesenheit  in  Halle  im  Katechisieren.  Zur  Ersparung
der  Vorspanndienste  wurden  diese  neuanziehenden  Lehrer  mit  ihren
Familien  und  ihrem  Hausrat  zu  Wasser  transportiert.  Die  königliche
  Bibliothek  zu  Berlin  erhielt  die  Weisung,  aus  ihren  Einkünften
für  40  Schulmeister  das  Reisegeld  zu  bezahlen.  Bei  der  Indifferenz
der  Kommunen  und  Privaten  konnten  die  trefflichen  Absichten  des
Königs  nur  langsam  Verwirklichung  finden.  In  Bromberg  fehlte
es  laut  Bericht  der  dortigen  Kammer  noch  1778  an  Schullehrern:
„es  wächst  daher  die  ziemlich  zahlreiche  Jugend  fast  ohne  alle
Erziehung  und  Erlernung  der  notwendigsten  Wissenschaften  heran.
Die  Kämmereirevenüen  sind  zu  unbeträchtlich,  um  ein  Schullehrer-Gehalt
  zu  fundieren;  die  Kammer  hat  auch  keine  Fonds.“  Im
Bezirk  der  Bromberger  Kammerdeputation  waren  im  Jahre  1778
seit  der  Besitzergreifung  58  katholische  und  117  protestantische  Schullehrer
  angestellt,  ohne  daß  dazu  etwas  aus  den  Zinsen  des  oben
erwähnten  Schulfonds  von  200,000  Thlrn.  verwendet  worden  wäre;
einem  Mißverständnis  zufolge  hatte  die  Marienwerder'sche  Kammer
Alles  für  ihren  Bezirk  beansprucht.  Nur  die  kleine  Summe  von
10,000  Thlr.  hatte  der  König  nachträglich  Brenkenhof  zum  Ankauf
von  Landgütern  behufs  Einsetzung  von  Schulmeistern  bewilligt.
Die  seitens  der  eingesessenen  Protestanten  des  Bromberger  Departements
  ihren  Schulhaltern  gewährten  Emolumente  erwiesen  sich  als
unzureichend.  Fast  keine  Schulgemeinde  vermochte  aus  eigenen  Mitteln
  ein  Schulhaus  zu  beschaffen.  Im  Jahre  1778  fehlten  noch  112
latholische  und  43  protestantische  Elementarlehrer.  Abermals  griff
der  große  König  hilfreich  ein.  Anfang  1779  wies  er  einen  jährlichen
Zuschuß  von  120  Thlr.  an,  welche  noch  zu  Lehrerbesoldungen  disponibel
  waren,  ließ  19  Schulhäuser  auf  eigene  Kosten  banen,  verschafste
  den  Kindern  freien  Unterricht  und  ließ  ihnen  gedruckte
Schulbücher  umsonst  zukommen.  »

Bald  nach  der  Besitznahme  Westpreußens  legte  Domhardt  dem
König  den  Plan  zur  Umwandlung  der  Kulmer  Akademie  und  Mis-