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sionsanstalt  in  eine  Kadettenanstalt  für  Westpreußen  vor.  Aber
der  gewissenhafte  Fürst  nahm  Anstoß,  eine  katholische  städtische
Stiftung  in  eine  Staatsanstalt  umzuwandeln.  Domhardt  wurde
zur  Modifikation  seiner  Vorlage  aufgefordert.  Die  Mennoniten
erboten  sich  für  die  ihnen  zu  gewährende  Enrolirungsfreiheit  zu
einem  Jahreszuschuß  von  5000  Thlr.;  weitere  Beiträge  n.  aßte  Domhardt
  aus  den  Gratialgütern  in  Aussicht  zu  stellen,  so  daß  er
bereits  im  Frühjahr  1774  dem  König  einen  neuen  Finanzplan  vorlegen
  konnte.  „Genehmigen  Ew.  Majestät  diesen  Vorschlag,  so  könnte
im  Frühjahr  1775  mit  dem  Bau  begonnen  werden,  um  so  Ew.
Majestät  landesväterliche  Absicht  zu  realisieren,  einem  großen  Teile
der  Söhne  des  armen  westpreußischen  Adels  eine  bessere  Erziehung
zu  geben,  als  sie  bisher  gewohnt  gewesen,  und  sie  dadurch  zu  ordentlichen
  Menschen  zu  machen,  damit  sie  künftig  mit  Nutzen  bei  der
Armee  zu  gebrauchen.  Viele  der  gedachten  armen  Edelleute,  welche
einigermaßen  vernünftig  denken,  erkennen  das  Glück,  so  ihren  Kindern
  bevorstehet,  und  sehen  mit  freudigem  Verlangen  dem  Beitpunkt
  sehnlichst  entgegen,  da  sie  ihre  Söhne  werden  nach  der  Kadettenschule
  bringen  können,  um  sie  darin  zu  Sr.  Majestät  Dienst
vorzubereiten.“  Am  4.  Dezember  1774  genehmigte  Friedrich  die
Vorschläge  Domhardt's.  „Die  Informatores“  —  sügte  er  bei  —
„müssen  die  deutsche  und  die  polnische  Sprache  verstehen  und  zur
Hälfte  evangelische,  Zzur  Hälfte  katholische  sein,  zu  welchen  letzteren
unter  den  ermländischen  Jesuiten  friedfertige  und  gutgesinnte  Subjekte
  auszusuchen  sind.“  Die  Zahl  der  aufzunehmenden  Zöglinge
wurde  auf  60  normirt  und  Domhardt  beauftragt,  diejenigen  Edelleute,
  welche  ihre  Knaben  in  die  neue  Anstalt  geben  wollten,  aufzufordern,
  dieselben  am  1.  Juni  1776  nach  Kulm  zu  bringen.  Anfänglich
  verhielt  sich  der  Adel  ziemlich  reserviert,  so  daß,  als  Friedrich
zum  ersten  Male  die  neue  Anstalt  besuchte,  die  volle  Zahl  nicht
erreicht  war.  Die  Zöglinge  gehörten  fast  durchwegs  der  polnischen
Nationalität  an;  diejenigen,  die  nicht  von  „rechtem  und  echtem
guten  Adel“  waren,  mußten  auf  königlichen  Befehl  wieder  entlassen
  werden;  dagegen  sollte  das  religiöse  Bekenntnis  keinen  Unterschied
  begründen;  die  katholischen  Zöglinge  wurden  vom  Fastengebot
  dispensiert.

Durch  Kabinetsordre  vom  1.  Juni  1781  wurden  die  drei  Jesuitenkollegien
  in  Gymnasien  umgewandelt.  1783  stiftete  der  König

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