spiele  zur  Nachahmung  aufzumuntern.  Nicht  weniger  habt  Ihr  auf  die
Pflantzung  guter  Obstbäume,  als  Aepfel,  Birn,  Pflaumen,  Kirschen  und
solcher,  die  sich  für's  Land  schicken,  bedacht  zu  seyn.  Ich  will  auch
wohl  einige  Gärtner  aus  der  Pfalz  kommen  lassen  und  sie  dorten  etabliren,
  denn  diese  Leute  wissen  damit  recht  gut  umzugehen  und  verstehen
  auch  das  Trocknen  des  Obstes  recht.  Wenn  auch  nur  ein  Pfältzer
in  jeder  Stadt  angesetzt  wird,  so  können  die  anderen  Einwohner  es  von
ihm  lernen,  denn  das  Obst  macht  auch  eine  Art  von  Nahrung  und
Verkehr  aus,  und  wenn  das  eine  ausfällt,  so  geräth  doch  das  andereund
  die  Leute  können  sich  doch  mit  etwas  helfen.

Uebrigens  habt  Ihr  auch  eine  Balance  so  genau  als  möglich  anzufertigen,
  wie  viel  Getreyde  von  allen  Sorten  in  dortigen  Districten
in  guten,  mittel  und  schlechten  Jahren  gewonnen,  wie  viel  davon  jährlich
für  Menschen  und  Vieh  zur  Consumtion  erfordert  wird  und  was  von
jeder  Getreyde  Art  in  guten,  schlechten  und  mittel  Jahren  zum  Verkauf
übrig  bleibt  und  fehlet,  und  da  Ich  wohl  an  10  bis  20  000  Wispel
Roggen  kaufen  lassen  will,  so  trage  ich  Euch  solches  hierdurch  auf  und.
habt  Ihr  Euch  dahin  zu  bemühen,  in  der  Gegend  von  Inowraclaw  und
der  Orten,  woselbst  noch  vieles  Getreyde  vorräthig,  solches  zu  verschaffen
und  zu  dem  Ende  sichere  und  vernünftige  Leute  dahin  abzuschicken,  die
sich  unter  der  Hand  darnach  erkundigen  und  die  Preise  ausforschen:;
wovon  Ihr  Mir  dann  euren  Bericht  bald  möglich  erstatten  müsset.

Marienwerder,  den  7.  Juni  1775.
Friedrich.

An  die  Westpreußische  Kammer.
Retablissement  von  Westpreußen.

Da  Er.  Königl.  Maj.  Hauptaugenmerk  dahin  gehet,  der  hiesigen
Provintz,  wo  es  noch  fehlet,  immer  mehr  aufzuhelfen,  so  haben  Allerhöchst
dieselbe  in  der  Absicht  Dero  Westpreußischen  Kammer  hierdurch  folgendes
bekandt  machen  wollen:

1.  Weil  in  Pommerellen  bey  der  Acker-Cultur  wenig  nützliches
zu  unternehmen  stehet,  so  muß  auf  den  Holtz-Anbau  besserer  Fleiß  gewandt
  und  solches  in  50  Schläge  eingetheilt  werden,  als  so  viel  Zeit
das  fichtene  Holtz  etwa  gebrauchet,  ehe  es  brauchbar  wird.  So  wie  der
erste  Schlag  geschehen,  so  muß  der  Platz  sogleich  wieder  besäet,  und
gegen  die  Viehdriften  verwahret  und  so  von  Jahren  zu  Jahren  fortK
gefahren  werden.  Dieses  muß  in  allen  Starostey  Forsten,  auch  in  der
Tuchel'schen  Heide  geschehen,  und  aus  dem  Schlage  jeden  Jahres  auch
alles  Bauholtz,  so  die  Cammer  und  die  Unterthanen  gebrauchen,  genommen,
  auch  kann  mit  dem  Holtze,  was  sich  schickt.  auf,  der  Brahe
einigen  Orten  in  Pommerellen  süglich  angehen,  den  Schafstand  zu  ver—
mehren,  und  können,  da  es  an  Futter  fehlet,  häufig  Pappelweiden  ge-