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Cammer  solches  nicht  aus  dem  Auge  lassen  muß.  2.  Hat  selbige  sich
auch  alles  Fleißes  angelegen  seyn  zu  lassen,  in  den  Städten  und  auf
dem  platten  Lande  zu  verbessern,  auch  mehrere  Arbeitsamkeit,  Reinlichkeit
  und  Ordnung  durchgehends  einzuführen.  Tüchtige  Creyssphisici  sind
ebenfalls  bald  anzustellen  nothwendig  und  wird  sich  zu  deren  Salarirung
  schon  ein  fond  finden  bey  den  behufs  der  Creyß  Ausgaben  per
Hufe  aufgelegten  8  Pfennigen,  indem  dabey  weit  mehr  herauskommt,
als  gebraucht  wird.  Die  Cammer  muß  also  suchen,  das  erforderliche
Gchalt  für  die  anzustellende  Creyssphisici  auszumitteln  und  die  Sache
nicht  lange  aussetzen.  Ad  3.  ist  es  ganz  recht,  wenn  von  denen  bey
einigen  Aemtern  zu  viel  vorhandenen  Vorwerkern  einige  abgenommen
und  an  tüchtige  Wirthe  zum  Abbau  ausgethan  werden.  4.  haben  Er.
Königl.  Maj.  die  Allerhöchst  versprochene  Beyhülfs-Gelder,  als  10,000
Thaler  für  die  Städte  und  13,000  Thaler  besonders  für  Elbing  zur
Vertiefung  ihres  Fahr-Wassers,  sowie  auch  7000  Thaler  zur  Wiederherstellung
  der  Wasserschäden,  und  zu  eben  dem  Behuf  8000  Thaler
zur  Beyhülfe  für  die  Einsassen,  auf  Dero  Rath  Buchholtz  bereits  angewiesen,
  der  solches  alles  nach  und  nach  übersenden  wird,  da  solches
auf  einmal  nicht  angehet,  und  kann  die  Cammer  mit  demselben  darüber
correspondiren.  Endlich  5.  sind  Se.  Königl.  Maj.  auch  von  den  zum
Soulagement  der  Einsassen  bey  Putzig  und  der  Gegenden  gemachten
Verfügungen  zufrieden  und  erwarten  übrigens,  daß  die  Cammer  Höchstdero
  landesväterliche  Absichten  durchgehends  zu  erreichen,  pflichtschuldigst
allen  ersinnlichen  Bedacht  nehmen  wird.

Potsdam,  den  21.  Juni  1775.
Friedrich.

An  den  Kammerdirector  v.  Gaudi.
Retablissement  von  Westpreußen.

Ich  habe  Euch  auf  Euren  Bericht  vom  1.  dieses  wegen  der  bey  Inowraclaw
  und  beym  Goplower  See  urbar  zu  machenden  und  mit  Colonisten
  zu  besetzenden  Plätze  hierdurch  bekannt  machen  wollen,  wie  Meine
Intention  eigentlich  dahin  gehet,  in  den  Gegenden  an  dem  Goplower
See  herum,  insoweit  solcher  abzulassen  und  die  Moräste  auszutrocknen
möglich,  die  türkischen  Tataren,  so  sich  an  den  Polnischen  Grentzen  aufhalten,
  anzusetzen,  sowie  Ich  Euch  solches  bereits  unterm  7.  Juni  zu
erlennen  gegeben  habe;  dagegen  an  der  Netze  herum  nur  lauter  Teutsche
angesetzet  werden  sollen;  wornach  Ihr  dann  Eure  Anstalten  machen
werdet.  Und  in  Ansehung  Eures  zweiten  Berichts  vom  1.  dieses  wegen
der  auszumittelnden  Nutzbarkeit  der  durch  den  Canal  trocken  gewordenen
  Gegenden  und  Ufer  der  Netze,  so  glaube  Ich  wohl,  daß  Ihr
davon  noch  zur  Zeit  keine  ausführliche  Nachweisung  werdet  geben  können;
sobald  Ihr  Euch  aber  von  allen  werdet  näher  unterrichtet  und  alles