werdet  genau  und  gründlich  untersuchet  haben,  will  Ich  deshalb  Euren
Bericht  und  Ueberschlag  erwarten.
Potsdam,  den  5.  Juli  1775.
Friedrich.

An  den  Kammerdirector  v.  Gaudi.
Ansetzung  von  Tartaren  in  Westpreußen.

Ich  habe  Euch  in  Meiner  Ordre  von  7.  Juni  wegen  der  in  dortiger
Provintz  zu  machenden  Verbesserungen  unter  andern  Cuch  auch  aufgetragen,
  Euch  zu  bemühen,  die  in  Polen  sich  aufhaltenden  Tartaren
zu  perfuadiren,  daß  selbige  sich  in  Meinen  Landen  niederlassen,  und
zwar  in  der  Gegend  an  dem  Goplower  See  herum  gegen  die  Polnische
Grentze,  in  so  weit  dieser  See  und  die  vielen  Moräste  nur  ürbar  gemacht
  werden  können.  Ihr  habt  Mir  aber  noch  nichts  darüber  gemeldet,
  wie  weit  Ihr  darin  gekommen  seyd  und  was  Ihr  deshalb  für
Hoffnung  habet.  Da  nun  gegenwärtig  ein  Obrister  von  diesen  Tartaren,
Nahmens  Zacharias  Murza  Baramowsky  an  Mich  geschrieben  und  ein
Regiment  von  ihnen  zu  errichten  sich  offeriret,  so  habe  demselben  Meine
eigentliche  Intention  bekandt,  gemacht,  daß  Ich  es  nemlich  gerne  sehen
würde,  wenn  diese  Leute  sich  gantz  und  gar  in  Meinen  Landen  in  der
obbenannten  Gegend  etabliren  wollten,  und  daß  er  sich  dieserwegen  an
Cuch  adressiren  und  über  die  Sache  weiter  tractiren  könne.  Ihr  werdet
demnach  Cuck  alle  ersinnliche  Mühe  geben,  gemeinschaftlich  mit  dem
v.  Domhardt  zu  bewürcken,  wie  diese  Leute  zu  gewinnen  und  ins  Land
gezogen  werden  können.  Ich  will  ihnen  gerne  erlauben  Moscheen  zu
bauen  und  sollen  sie  allen  Schutz  genießen.

Potsdam,  den  22.  Juli  1775

Friedrich.

An  den  Minister  v.  Schulenburg.

Ankauf  von  Gütern  in  Verbindung  mit  Hebung  des  Schulwesens  in
Westpreußen.

Ich  habe  die  Intention  schon  lange  gehabt,  das  Schul-Wesen  in
West-Preußen  zu  verbessern  und  mehrere  Schulmeister  ansetzen  zu  lassen,
zu  deren  Unterhalt  auch  ein  Capitel  von  200,000  Thlr.  destiniret,  wofür
in  dasiger  Provintz  Land-Güther  angekauffet  und  die  davon  kommenden
revenües  zu  Salarirung  der  Schulmeister  angewendet  werden  sollen.  Es
ist  indessen  bishero  noch  nicht  möglich  gewesen,  mit  dem  Güther-Ankaufe,
wegen  der  übertrieben  hohen  Forderungen  der  Besitzer  zu  reussiren,  und
muß  man  deshalb  in  die  Gelegenheit  sehen.  Da  Ich  aber  die  West-Preußische
  Schul-Anstalten  baldmöglichst  und  je  eher  je  lieber  reguliret
zu  sehen  wünsche,  so  würde  es  mir  lieb  seyn,  wenn  die  Bangue  dieses
Capital  von  200,000  Thlr.  ad  interim  dergestalt  anzulegen  Gelegenheit