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An  den  Kammerdirektor  v.  Gaudi.
Wegen  Vermehrung  der  Butterproduction  und  Vertrieb  der  Butter.

Da  durch  die  vielen  bereits  geschehenen  und  noch  im  Werke  seyenden
Verbesserungen  an  der  Netze,  und  dadurch,  daß  sie  navigable  gemacht,
sehr  viel  Land  und  Wiesen  gewonnen  und  durch  angelegte  Wassergraben
nutzbar  gemacht  worden,  so  muß  nun  auch  der  Viehstand  in  den  Gegenden,
  besonders  an  Rindvieh,  sehr  anwachsen,  mithin  auch  viele  Butter
gemacht  werden:  Es  ist  daher  meine  Idee,  die  Leute  animiren  zu
lassen,  daß  sie  sich  auf  das  Buttermachen  fleißig  legen  und  solche  demnächst
  zu  Wasser  nach  Berlin  schicken  sollen,  zumahl  sie  dorten  damit
doch  nirgends  hin  wissen,  hierherum  es  aber  daran  im  Verhältniß  der
starken  Consumtion  noch  sehr  fehlet,  und  aus  der  Ursache  alle  Jahr
eine  große  Quantität  Butter  eingeführt  wird,  welches  Ich  nach  und
nach  gerne  abgestellet  wissen  und  lieber  sehen  will,  wenn  das  Geld
dafür  im  Lande  bleibet.  Ich  habe  Euch  daher  hierdurch  aufgeben  wollen:
1.  in  den  urbar  gemachten  Gegenden  an  der  Netze  zu  examiniren,  ob
die  Cigenthümer  auch  wirklich  so  viel  Vieh  halten,  wie  sie  nach  Verhältniß
  ihrer  Ländereien  und  Wieslen  füglich  halten  können,  und  wo
Ihr  das  nicht  findet,  die  Leute  zur  Completierung  und  Vermehrung
des  Viehstandes,  ihres  eigenen  Vortheils  wegen,  anzumahnen.  2.  habt
Ihr  zu  untersuchen,  wo  sie  gegenwärtig  die  Butter,  deren  sie  doch  eine
große  Quantität  ziehen  müßen,  lassen  und  wohin  sie  solche  verkaufen
und  debitiren,  und  3.  müsset  Ihr  Euch  bemühen,  durch  Vorstellung
der  besseren  Preise  und  des  guten  Absatzes  in  Berlin  dahin  zu  persuadiren,
  daß  sie  ihre  Butter  zu  Wasser  dahin  zum  Verkauf  schicken.  Auf
ein  Schiffsgefäß  kann  viele  Butter  geladen  werden,  und  also  die  Fracht
nicht  sehr  hoch  zu  stehen  kommen.  Ich  will  hierüber  Euren  ausführlichen
  Bericht  gegenwärtig  seyn,  und  sollte  die  Sache  auch  gleich  vor
jetzt  sich  noch  nicht  thun  lassen,  so  müsset  Ihr  diese  meine  Idee  dennoch
beibehalten,  und  Euch  äußerst  angelegen  sein  lassen,  solche  Paldmöglichst
zur  Ausführung  zu  bringen.

Potsdam,  den  21.  November  1775.

Friedrich.

An  den  Oberpräsidenten  v.  Domhardt.

Retablissement  von  Westpreußen.

Da  Se.  Königl.  Maj.  im  künftigen  Jahre  100,000  Thlr.  zum  Reta—
blissement  der  Städte  in  dortiger  Provinz  (Westpreußen)  wieder  bezahlen
lassen  werden,  so  ist  Dero  höchste  Intention  dahin  gerichtet,  daß  die
Westpreußische  Cammer  sich  nicht  mit  dem  Aufbau  wüster  Häuser  und
Stellen  allein  begnügen,  sondern  daß  sie  vornehmlich  auch  bahin  besorgt
sein  sollen,  die  Städte  mit  nützlichen  und  nöthigen  Professionisten  und
Handwerkern  zu  besetzen,  wie  solche  jeden  Orts  erforderlich  sind,  und  sich