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2.  mit  allem  Fleiß  darauf  gedacht  werden,  Arbeiter  aus  fremden
Landen  herein  zu  ziehen,  und  solche  als  Halbbauern  oder  Büdner  auf
dem  platten  Lande  anzusetzen,  wo  noch  Platz  genug  ist.  Aus  dem  Cichsfelde
  wollen  sich  ein  Haufen  Familien  gerne  in  Meinen  Landen  etabliren,
  das  sind  recht  gute  Leute  und  kann  deshalb  an  Meinen  Etats-Ministre
  v.  Derschau  nur  geschrieben  werden,  an  den  Ich  diese  Leute
gewiesen  habe.  Es  ist  sehr  nöthig,  2—3000  dergleichen  fremde  Familien
als  Häusler  oder  Büdner  hier  im  Lande  zu  etabliren,  es  sei  solches  in
Ost=  oder  Westpreußen;  doch  muß  vorzüglich  bei  den  Aemtern  in  Westpreußen
  der  Anfang  gemachet  und  untersuchet  werden,  was  daselbst  angesetzet
  werden  kann.  Alsdann  muß  alle  Mühe  angewandt  werden,  um
fremde  Leute  herzuziehen,  es  sei  woher  es  wolle,  wann  es  nur  gute
und  ordentliche  Leute  sind.  Es  wird  die  Population  dadurch  vermehret,
und  es  fehlet  sodann  nicht  so  sehr  an  Arbeitern  in  der  Erndtezeit  und
das  Geld  wird  im  Lande  verdienet.

3.  Ohnerachtet  hier  so  viele  Seen  sind,  so  wird  die  Fischerei  doch
schlecht  betrieben,  und  die  hiesigen  Leute  scheinen  darauf  gar  nicht  zu
achten,  sondern  negligiren  solche  ganz.  Es  muß  also  darauf  Bedacht
genommen  werden,  an  den  Orten,  wo  die  hiesigen  Leute  die  Fischerei
nachlässig  betreiben,  oder  gar  versäumen,  daß  man  fremde  Fischer  ansetzet,
  und  selbigen  rußische  Netze  verschaffet,  die  sehr  gut  sind,  damit,
wenn  fleißiger  gefischt  wird,  die  Fische  im  Lande  wohlfeiler  werden.
Ueberhaupt  ist  es  eine  vorzügliche  Angelegenheit,  die  Lebensmittel  so
woblfeil  als  möglich  zu  machen;  denn  wo  dieses  ist,  so  ist  auch  das
Arbeitslohn  um  so  wohlfeiler,  und  desto  mehr  Debit  und  Absatz  haben
alle  Waaren,  indem  nach  Verhältnis  des  wohlfeilen  Arbeitslohns  auch
die  Preise  aller  Sachen  geringer  gestellet  werden  können.  Die  Fische,
wenn  sie  häufig  sind,  kann  man  auch  einpökeln  und  auch  räuchern  und
auswärts  verkaufen,  so  kommt  davor  noch  Geld  ins  Land.  Nur  müssen
zu  Fischern  solche  Leute  angesetzet  werden,  welche  die  Fischerei  recht  verstehen,
  und  damit  ordentlich  umzugehen  wissen.

4.  Wenn  fremde  Familien  etablirt  werden,  so  muß  das  nicht  einzeln
  mit  den  hiesigen  durcheinander  geschehen,  sondern  es  müssen  gleich
ganze  Dörfer  und  Colonien,  mitten  unter  dem  groben  und  bunten  Zeuge
angelegt  werden,  die  ganz  allein  wohnen,  und  ihre  Nahrung  und  Gewerbe

  vor  sich  treiben,  damit  das  hiesige  Volk  um  so  besser  siehet,  und
gewahr  wird,  wie  jene  einrichten  und  wirtschaften.  Wenn  sie  sodann
den  Nutzen  davon  sehen,  so  werden  sie  nach  und  nach  sich  auch  schon
gewöhnen,  den  fremden  Leuten  nachzuahmen  und  fleißiger  und  ordentlicher
zu  werden.  Gleich  im  Anfang  ist  solches  wohl  nicht  zu  erwarten,  aber
mit  der  Zeit  werden  sie  wohl  klüger  werden,  und  begreifen  lernen,  was
Fleiß  und  Industrie  vor  Nutzen  und  Vortheil  schaffet.

5.  Ist  eine  generale  und  deutliche  Vorschrift  nöthig,  wie  sich  gemeine
Leute  auf  dem  platten  Lande  bei  Krankheiten,  besonders  bei  Kindern,
wenn  selbe  die  Pocken  kriegen,  zu  verhalten,  was  in  jedem  Fall  zu  ge-