Wirthschaft  eine  verteufelte  Confusion  ist.  Ihr  werfet  alles  so  durch—
einander,  das  man  gar  nicht  klug  daraus  werden  kann.  Was  habt
ihr  nöthig  gehabt,  das  Geld,  was  ich  zum  Canal  Bau  (angewiesen,
zu  fremden  Dingen,  die  gar  nicht  dahin  gehören,  zu  verwenden?  Das
ist  eben  das  confuse  bey  Eurer  Wirthschaft,  daß  Ihr  immer  eines  in
das  anvbere  schmeisset,  und  keine  Sache  reine  macht,  und  ordentlich  abschließet:
  deshalben  traue  ich  Euch  auch  nicht,  und  werde  alle  Eure
Rechnungen  auf  das  genaueste  nachsehen  lassen:  darnach  könnet  Ihr  Euch
nur  richten.  Und  was  hiernechst  die  Sache  überhaupt,  wegen  der  Vor—
schüsse  und  Reste  bey  der  Canal  Bau  Casse  betrifft,  so  soll  das  General:
Directorium,  wenn  der  Etats-Minister  v.  Gaudi  von  Preußen,  zurückgekommen
  seyn  wird,  alles  gehörig  und  ordentlich  auseinander  setzen,
das  man  den  eigentlichen  Zustand  der  Sache  deutlich  übersehen  kann.
Wornach  Ihr  Euch  zu  achten  habt.

Potsdam  den  15.  März  1780.

Friedrich.

An  die  Westpreußische  Kammer.
Anordnungen  für  bessere  Pflege  des  Land=  und  Gartenbaus  in  Westpreußen.

Nachdem  Se.  Königl.  Maj.  bei  Dero  diesjährigen  Revne  Reise  nach
Mockerau  in  denen  passierten  Gegenden  des  hiesigen  Departements  mißfällig
wahrgenommen  haben,  daß  die  hiesigen  Einsassen,  denen  so  oft  ertheilten
Vorschriften,  besonders  von  14.  Juni  1771,  23.  März  1775  und  24.  Juni
1777  ohnerachtet,  ihre  Landwirthschaften  noch  nicht  mit  dem  gehörigen
Fleiß  betreiben,  verschiedene  Branchen  der  Haushaltung  ganz  aus  der
Acht  lassen,  den  Ackerbau  und  die  Viehzucht  äußerst  negligiren  und  überhaupt
  der  Trägheit  dergestalt  nachhängen,  daß  zur  Abwendung  derer  daher
  entstehenden  Unordnungen,  zur  Verbesserung  obgedachter  Wirtschaftsführung
  die  ernstlichsten  Maaßregeln  genommen  werden  müssen,  so  wird
hiermit  auf  Se.  Majestät  Befehl  den  Beamten  die  ihnen  rbliegende  besondere
  Aufmerksamkeit  auf  die  Wirtschaften  der  ihnen  unter  Aussicht
gegebenen  Einsassen  nicht  nur  wiederholentlich  in  Erinnerung  gebracht,
sondern  dieselben  auch  hierdurch  gemessenst  angewiesen,  die  Cinsassen  überhaupt
  durch  Vorstellungen,  Anweisungen  und  fleißige  Untersuchung  ihrer
Wirthschaft  mit  dem  nöthigen  Ernst  zu  mehrerem  Fleiß  und  wesentlicher
  Vetriebsamkeit  anzuhalten,  besonders  aber  selbigen,  nach  der  vorausgesetzt
  ihnen  beiwohnenden  wirtschaftlichen  Kenntnis,  nach  jeden  Orts
Gelegenheit  und  Beschaffenheit  zur  Anlegung  nützlicher  Geköch=  und  Obstbaumgärten,
  zur  gehörigen  und  ordentlichen  Betrieb  des  Flachsbaues,
zur  Spinnerei  und  Fabrikation  ordinairer  Leinwand,  zur  Bienenzucht
und  vornehmlich  zur  besseren  Cultivierung  der  Aecker,  Anpflanzung  nützlicher
  Futterkräuter,  besonders  Klee,  und  Erweiterung  der  Viehzucht  die
nöthige  Anleitung  dergestalt  zu  geben,  daß  in  Ansehung  der  letzteren
Gegenstände  zuvörderst  zur  Vermehrung  des  Düngers,  auf  alle  zu  diesem