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können  sie  hernach  Luzerne  und  allerhand  solche  Futterkräuter  herein
säen,  so  gewinnen  sie  dadurch  mehr  Futter  vor  ihr  Vieh.  Alles  das  muß
man  aber  durch  die  Beamten  der  Domainen  Aemter  zuerst  thun  lassen,
damit  die  andern  Leute  von  denen  es  sehen  und  lernen,  sonsten  folgen
sie  darin  nicht,  denn  sie  sind  zu  der  Industrie  wenig  aufgelegt;  wenn
sie  aber  von  den  Sachen  bey  anderen  den  Vortheil  sehen,  dann  folgen
sie  eher  nach,  um  auch  den  Nutzen  zu  haben.  4)  Die  Theile,  die  in  West—
preußen  die  besten  sind,  zwischen  Marienwerder  und  Culm,  die  Niede—
rungen,  das  ist  schönes  Land,  und  da  haben  sie  nicht  viel  Dünger  nöthig,
weshalb  sie  solchen  größtentheils  ins  Wasser  schmeißen;  da  muß  also
die  Anstalt  getroffen  werden,  daß  die  andern  Leute  in  der  Nachbarschaft,
  die  schlechtes  Land  haben,  sich  den  Mist  abholen,  und  solchen  auf
ihre  Felder  bringen.  5.  Was  die  Edelleute  in  Preußen  anlanget,  so  sind
das  gar  keine  Wirthe,  die  mehrsten  davon  bekümmern  sich  um  nichts,
und  lassen  es  alles  so  gehen,  wie  es  will,  ohne  auf  eine  Verbesserung
und  mehrere  Ordnung  bey  ihrer  Wirthschaft  zu  denken,  oder  darnach
ordentlich  zu  sehen;  da  ist  nun  das  beste  Mittel,  diejenigen  Cdelleute,
die  doch  noch  ein  bisgen  sich  ihrer  Wirthschaft  annehmen  und  eine  gute
Cultur  haben,  dadurch  zu  distinguiren,  daß  man  sie  öffentlich  rühmet  und
ihrem  Fleiß  Gerechtigkeit  widerfahren  lässet,  daß  die  andern  sich  schämen,
und  auf  die  Weise  zur  Nachahmung  gereitzt  werden.  6)  ist  das  gemeine
Volk  so  dumm,  daß  sie  sich  in  gar  nichts  zu  helfen  wissen;  sie  haben  zum
Exempel  fettes  Vieh,  wie  Se.  Maj.  es  Höchstselbst  in  dem  Dorfe  Moeckerau,
wo  sie  gewesen,  wahrgenommen,  ohne  daß  sie  sich  Mühe  geben,  es  irgend
wohin  zum  Verkauf  zu  bringen;  hier  herum,  besonders  in  Berlin,  wird
ein  Haufen  Schlachtvieh  gebrauchet  und  gegenwärtig  aus  Pohlen  mehrentheils
  genommen,  das  könnten  sie  nun  von  Westpreußen  eben  so  gut
herbringen,  das  ist  ja  näher,  wie  aus  Podolien.  Es  muß  daher  ein
Ueberschlag  gemacht  werden:  wieviel  Ochsen  können  sie  ohngefähr  jährlich
fett  machen,  und  was  sind  das  vor  Arten,  wieviel  können  sie  davon  verkaufen
  und  wie  schwer  wiegt  ein  Ochse  ohngefehr  an  Pfunden;  darnach
kann  denn  mit  den  Schlächtern  zu  Berlin  ein  Accord  gemacht  werden
daß  sie  ihnen  ihre  Ochsen  abnehmen.  7)  die  Häuser  in  den  Dörfern
die  bauen  sie  alle  von  purem  Holtz;  das  ruiniret  die  Heiden,  und  wenn
ein  Feuer  auskömmt,  so  ist  gar  kein  Rettens,  sondern  es  muß  alles
verbrennen,  weil  es  alles  lauter  Holtz  ist;  da  sind  nun  Se.  Königl.
Maj.  der  Meinung,  wenn  in  den  Dörfern  was  abbrennt,  oder  sonst  verdirbt,
  daß  man  es  mit  Wellerwänden  probiret,  die  verbrennen  nicht  so
leicht,  und  ist  das  auch  eine  Menage  für  die  Forsten;  das  muß  also,
wo  Lehm  in  der  Nähe  ist,  nur  gleich  eingeführet  werden.  8)  Sind  aller
Orten  Schulen  angelegt,  Catholische  und  Evangelische:  es  ist  auch  ein
eigener  Fond  dazu  vorhanden,  wovon  die  Schulmeister  salariret  werden;
da  müssen  nun  die  Bauern  angehalten  werden,  daß  sie  ihre  Kinder  fleißig
nach  der  Schule  schicken,  damit  sie  doch  ein  wenig  vernünftig  und  gebessert
  werden.  9)  Was  den  Getreide  Absatz  in  Westpreußen  anlanget,